• IT-Karriere:
  • Services:

B Zero: Forscher entwickeln Schiffsbrücke ohne Wachoffizier

Viele gefährliche Situationen auf See entstehen durch menschliche Fehler. Fraunhofer-Forscher entwickeln ein Computersystem, das es ermöglicht, dass ein Schiff zeitweise automatisiert fährt. Es soll die Offiziere an Bord entlasten.

Artikel veröffentlicht am ,
Visualisierung eines Ausweichmanövers: temporäre Unterstützung bei moderaten Bedingungen auf offener See
Visualisierung eines Ausweichmanövers: temporäre Unterstützung bei moderaten Bedingungen auf offener See (Bild: Fraunhofer CML)

Vier Stunden Wache, acht Stunden Freiwache - so ist der eintönige Rhythmus rund um die Uhr auf vielen Schiffen. Automatisierte Schiffe, die von einem Computer gesteuert werden, sind jedoch noch eine Vision für die Zukunft. Bevor es soweit ist, sollen die Offiziere an Bord zumindest zeitweise vom Computer unterstützt werden.

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Würzburg
  2. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Bonn

Eine wachfreie Brücke oder B Zero ist das Ziel eines neuen Forschungsprojektes des Fraunhofer-Centers für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) in Hamburg. Das bedeutet, dass die Brücke auf einem Schiff mehrere Stunden lang unbesetzt bleiben kann, damit der nautische Offizier Zeit für andere Aufgaben hat oder um flexible Wachrhythmen zu ermöglichen. Währenddessen sollen Sensoren und Computer die Steuerung des Schiffs übernehmen.

Die Fraunhofer-Forscher entwickeln dafür die Komponenten: Dazu gehört das Auto Lookout, also der automatische Ausguck. Das ist ein Sensorsystem, das Objekte im Umfeld des Schiffes erfassen, identifizieren und beobachten soll. Der automatische Wachoffizier (Auto Officer On Watch, OOW) ist ein Navigationssystem, das unter Berücksichtigung der Vorgaben durch die Schiffsführung selbstständig Navigationsentscheidungen treffen kann. Eine Schnittstelle, das B Zero Human Machine Interface (HMI), soll die Zusammenarbeit des automatischen Wachoffiziers mit dem wachfreien menschlichen Offizier ermöglichen. Schließlich sollen noch Regeln für eine Implementierung der entwickelten Technologien im industriellen Maßstab formuliert werden.

B Zero ist zunächst gedacht für den Einsatz über acht Stunden, wenn das Schiff bei moderaten Bedingungen in freien Gewässern fährt. Als Testumgebung steht MV Henrika Schulte zur Verfügung, ein Containerfrachter der Hamburgischen Reederei Bernhard Schulte Gruppe, der auf dem Atlantik im Einsatz ist. Darauf sollen jeweils die Prototypen der verschiedenen Systeme installiert und eingesetzt werden.

Durch die Globalisierung ist das Aufkommen an Schiffen stark gestiegen - und damit auch die Gefahr von Unfällen. Viele gefährliche Situationen entstehen dabei durch menschliche Fehler. Der Einsatz von Computern und Sensoren soll für mehr Sicherheit auf See sorgen. Das Fraunhofer CML arbeitet schon seit einigen Jahren an Systemen für den automatisierten Schiffsverkehr, ebenso das britische Unternehmen Rolls Royce.

B Zero ist auf drei Jahre angelegt, beteiligt sind neben dem Fraunhofer CML das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE), das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie mehrere Unternehmen. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des Programms Maritime Technologien der nächsten Generation mit 2,7 Millionen Euro gefördert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote

bofhl 05. Dez 2019

Warum einen Informatiker/Techniker mehr? Alle großen Schiffe haben Schiffstechniker an...

minnime 04. Dez 2019

Wie so oft. Meistens wird die Automatisierung durch Kostendruck verhindert, aber oft auch...


Folgen Sie uns
       


Samsung Galaxy S20 Ultra - Test

Das Galaxy S20 Ultra ist Samsungs Topmodell der Galaxy-S20-Reihe. Der südkoreanische Hersteller verbaut erstmals seinen 108-Megapixel-Kamerasensor - im Test haben wir uns aber mehr davon versprochen.

Samsung Galaxy S20 Ultra - Test Video aufrufen
Kumpan im Test: Aussehen von gestern, Technik von morgen
Kumpan im Test
Aussehen von gestern, Technik von morgen

Mit der Marke Kumpan Electric wollen drei Brüder aus Remagen den Markt für elektrische Roller erobern. Sie setzen auf den Look der deutschen Wirtschaftswunderjahre, wir haben ein Modell getestet.
Ein Praxistest von Dirk Kunde

  1. Mobility Swapfiets testet Elektroroller im Abo
  2. Elektromobilität Volabo baut Niedrigspannungsmotor in Serie
  3. Corona-Konjunkturpaket Staatlicher Teil der Elektroauto-Kaufprämie wird verdoppelt

Ultima 6 - The False Prophet: Als Britannia Farbe bekannte
Ultima 6 - The False Prophet
Als Britannia Farbe bekannte

Zum 30. Geburtstag von Ultima 6 habe ich den Rollenspielklassiker wieder gespielt - und war überrascht, wie anders ich das Spiel heutzutage wahrnehme.
Ein Erfahrungsbericht von Andreas Altenheimer

  1. Pathfinder 2 angespielt Abenteuer als wohlwollender Engel oder rasender Dämon
  2. 30 Jahre Champions of Krynn Rückkehr ins Reich der Drachen und Drakonier
  3. Dungeons & Dragons Dark Alliance schickt Dunkelelf Drizzt nach Icewind Dale

Laravel/Telescope: Die Sicherheitslücke bei einer Bank, die es nicht gibt
Laravel/Telescope
Die Sicherheitslücke bei einer Bank, die es nicht gibt

Ein Leser hat uns auf eine Sicherheitslücke auf der Webseite einer Onlinebank hingewiesen. Die Lücke war echt und betrifft auch andere Seiten - die Bank jedoch scheint es nie gegeben zu haben.
Ein Bericht von Hanno Böck

  1. IT-Sicherheitsgesetz Regierung streicht Passagen zu Darknet und Passwörtern
  2. Callcenter Sicherheitsexperte hackt Microsoft-Betrüger
  3. Sicherheit "E-Mail ist das Fax von morgen"

    •  /