Azure: Microsoft soll Cloud-Konkurrenten benachteiligen

Der Vorwurf: Das Unternehmen missbrauche die Marktposition von Windows. In Deutschland und der EU sind die Kartellrechtsbehörden eingeschaltet.

Artikel veröffentlicht am , Daniel Ziegener
Vom Windows-Marktanteil ist Azure weit entfernt.
Vom Windows-Marktanteil ist Azure weit entfernt. (Bild: Jeremy Bezanger/Unsplash)

Microsoft gerät möglicherweise unter neuen regulatorischen Druck. Wie Bloomberg berichtet, missbrauche das Unternehmen seine Vormachtstellung bei Betriebssystemen und Office-Anwendungen, um seine Position auf dem Cloud-Computing-Markt gegenüber Amazon und Google auszubauen. Dabei geht es um überteuerte Lizenzen für Windows und Office.

Der französische Cloud-Anbieter OVH hat im März 2022 gemeinsam mit anderen Firmen eine Kartellbeschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht. "Indem Microsoft seine marktbeherrschende Stellung missbraucht, untergräbt es den fairen Wettbewerb und schränkt die Wahlmöglichkeiten der Verbraucher auf dem Markt für Cloud-Dienste ein", sagte ein Unternehmenssprecher.

Microsoft hat 2019 seine Lizenzbedingungen geändert. Seitdem verlange Microsoft "höhere Preise für Must-Have-Produkte", so OVH. In der Lizenzvereinbarung seien auch die Durchführung von Audits und die Weitergabe vertraulicher Informationen über Nutzer an Microsoft vereinbart.

Microsoft sieht Änderungsbedarf

Bloomberg zitiert in seinem Bericht einen Unternehmensberater, der eine Migration von Microsofts Azure auf Google Cloud plante. Diese hätte über die kommenden Jahre zu Mehrkosten in Höhe von 50 Millionen US-Dollar für Windows-Lizenzen allein geführt. Der Kunde habe sich daher gegen die Migration entschieden.

AWS und Google haben laut Bloomberg ebenfalls Beschwerden seiner Kunden weitergeleitet. "Es gibt definitiv einige berechtigte Bedenken", sagte Microsofts Präsident Brad Smith Bloomberg angesichts solcher Vorwürfe. "Es ist sehr wichtig für uns, mehr zu erfahren und dann einige Änderungen vorzunehmen."

Auch in Deutschland gab es ähnliche Vorwürfe. Das Open-Source-Softwareunternehmen Nextcloud hat bereits im November 2021 beim Bundeskartellamt beantragt zu überprüfen, ob Microsoft eine marktbeherrschende Stellung hat. Dabei geht es um die Integration von Produkten wie Office 365, Onedrive und Teams in das Betriebssytem Windows.

Amazon dominiert die Cloud

Microsoft ist nach wie vor das dominante Desktop-Betriebssystem. Auch die Office-Anwendungen sind nach wie vor ein De-facto-Standard. Einer Umfrage von Statista nach nutzten im Jahr 2020 85 Prozent der deutschen Unternehmen Microsoft Office.

Bei den Cloud-Computing-Angeboten hat Microsoft mehr Konkurrenz, vor allem von Amazon. AWS macht fast ein Drittel des Marktes aus, mit Abstand gefolgt von Microsofts Azure und Google Cloud.

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