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Axon 9 Pro im Hands on: ZTE meldet sich eindrucksvoll zurück

Ifa 2018
ZTE nutzt das weitgehende Fehlen von Top-Smartphones auf der diesjährigen Ifa aus und präsentiert mit dem Axon 9 Pro ein absolutes Oberklassegerät. Für 650 Euro bekommen Käufer Qualcomms Topprozessor, eine gute Dualkamera - und endlich ein nahezu unangetastetes Android.
/ Tobias Költzsch
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Das ZTE Axon 9 Pro mit seiner nahezu unveränderten Android-Oberfläche (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Das ZTE Axon 9 Pro mit seiner nahezu unveränderten Android-Oberfläche Bild: Martin Wolf/Golem.de

Wir sind wieder da: Das war die Botschaft des chinesischen Herstellers ZTE bei der Präsentation seines neuen Android-Smartphones Axon 9 Pro auf der Ifa in Berlin. Das Unternehmen laufe wieder, die Produktion sei wieder vollständig aufgenommen worden. ZTE hatte einen Beinahekollaps erlebt, nachdem die USA nach verbotenen Lieferungen an Nordkorea und den Iran eine Reihe von Sanktionen gegen das Unternehmen verhängt hatten.

Das neue Axon 9 Pro sei der beste Weg, sich zurückzumelden, erklärte Jerry Yee von ZTE. Und tatsächlich ist dem Hersteller ein eindrucksvolles Gerät gelungen. Es hat eine Ausstattung im Oberklassebereich, der Preis liegt mit 650 Euro aber unter dem vieler Mitbewerber.

Im Inneren des Axon 9 Pro arbeitet Qualcomms aktueller Top-Prozessor Snapdragon 845. Der Arbeitsspeicher ist 6 GByte groß, der Flash-Speicher 128 GByte, auch hier gibt es - bis auf den fehlenden Steckplatz für Micro-SD-Karten - nicht viel auszusetzen.

ZTE Axon 9 Pro - Hands on (Ifa 2018)
ZTE Axon 9 Pro - Hands on (Ifa 2018) (01:25)

Als Display verwendet ZTE ein OLED-Panel von Samsung, das 6,21 Zoll groß ist. Dank eines relativ schmalen Rahmens und einer Notch am oberen Rand wirkt das Smartphone dennoch nicht zu groß, es ist allerdings etwas dicker als Konkurrenten. Die Auflösung liegt bei 2.248 x 1.080 Pixeln, was für eine scharfe Darstellung ausreicht. Die Farben und Schwarzwerte des Bildschirms sind sehr gut.

Das Display kann auch HDR10-Inhalte wiedergeben, dies konnten wir allerdings noch nicht ausprobieren. Ebenfalls noch nicht testen konnten wir die Bildverbesserungsoptionen des Axon 9 Pro. Das Smartphone soll dank eines Zusatzprozessors Videos flüssiger darstellen und Farben möglichst natürlich anzeigen.

Das nach IP68 vor Wasser und Staub geschützte Gehäuse des Axon 9 Pro ist aus Glas, der Rahmen aus Metall. In Deutschland wird das Smartphone ausschließlich in einem sehr dunklen Blau in den Handel kommen. Das Gehäuse sieht zwar gut aus, die Rückseite ist aber ein starker Fingerabdruckmagnet. Wenigstens lassen sich die Abdrücke leicht wieder abwischen.

Dual-Kamera mit zwei Brennweiten

Auf der Rückseite ist neben einem Fingerabdrucksensor die Dual-Kamera verbaut. ZTE setzt auf ein Duo aus normalem Weitwinkel und starkem Weitwinkel. Aufnahmen mit dem Normalobjektiv sehen auf den ersten Blick gut aus, allerdings konnten wir die Kamera nur in einem sehr eingeschränkten Szenario am Messestand ausprobieren und die Bilder nicht auf einem großen Monitor untersuchen.

Die starke Weitwinkelkamera addiert wie beim G6 und G7 Thinq von LG eine neue Perspektive, was uns gut gefällt. Die zweite Kamera, die 20 Megapixel anstatt von 12 Megapixel wie die erste hat, macht auf den ersten Blick etwas weniger ausgeglichen belichtete Bilder. Die Frontkamera hat ebenfalls 20 Megapixel. Insgesamt macht die Kameraausstattung des Axon 9 Pro einen guten Eindruck auf uns.

Das Smartphone wird mit Android 8.1 ausgeliefert, das - anders als in der Vergangenheit bei ZTE - nicht stark angepasst ist. Bei seinen vorigen Smartphones hatte der Hersteller stets eine eigene Benutzeroberfläche installiert, die sehr stark verändert war. Dies ist beim neuen Modell nicht der Fall: ZTE setzt hier auf eine nahezu unangepasste Android-Oberfläche, was wir deutlich übersichtlicher und angenehmer zu benutzen finden.

Bei der Vorstellung des neuen Gerätes betonte ZTE zudem, dass regelmäßig Updates angeboten werden sollten. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Möglicherweise wird dies durch die Verwendung einer weniger stark angepassten Android-Version einfacher.

Die restliche Ausstattung des Axon 9 Pro bewegt sich ebenfalls im Oberklassebereich: Das Smartphone unterstützt WLAN nach 802.11ac, Bluetooth läuft in der Version 5.0. Ein GPS-Empfänger und ein NFC-Chip sind eingebaut. Der Akku mit einer Nennladung von 4.000 mAh kann drahtlos geladen werden.

Fazit

ZTE nutzt das Fehlen von Top-Smartphones der großen Hersteller auf der Ifa 2018 aus und hat mit dem Axon 9 Pro ein äußerst interessantes Gerät präsentiert. Das Smartphone hat im Grunde alles, was von einem Oberklasse-Smartphone erwartet wird und spart auch nicht an feinen Extras wie drahtlosem Laden, HDR10-Unterstützung oder der automatischen Anpassung der Farbtemperatur des Displays.

Auch die Kamera macht einen guten ersten Eindruck, die einzigen kleinen Kritikpunkte sind für uns das etwas lasche Design und die Dicke des Smartphones. Bei einem Preis von 650 Euro braucht sich das Axon 9 Pro aber nicht vor der Konkurrenz zu verstecken; für uns ist das Gerät das bisher interessanteste Smartphone der Ifa 2018.


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