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Axialflussmotor in Serie: Der V8-Antrieb der E-Mobilität kommt aus Berlin

Mercedes hat die Serienproduktion des Axialflussmotors für AMG gestartet. Verkehrsminister Schnieder spricht von einer "Revolution im Elektroantrieb".
/ Friedhelm Greis
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Der Axialflussmotor von Mercedes-Benz wird im Werk Berlin-Marienfelde gefertigt. (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Der Axialflussmotor von Mercedes-Benz wird im Werk Berlin-Marienfelde gefertigt. Bild: Friedhelm Greis/Golem
Inhalt
  1. Axialflussmotor in Serie: Der V8-Antrieb der E-Mobilität kommt aus Berlin
  2. Spezielle Unterlegscheiben für die genauen Abstände
  3. Axialflussmotor vorerst exklusiv für AMG

Es ist eher selten, dass ein Bundesverkehrsminister den Start einer Motorenproduktion mit seiner Anwesenheit beehrt. Doch für Patrick Schnieder ist der Axialflussmotor nicht irgendein Antrieb, der im Berliner Werk von Mercedes-Benz in Serie gegangen ist(öffnet im neuen Fenster). "Wenn wir über diesen Motor sprechen, ist oft die Rede von einer Schlüsseltechnologie, einer Revolution im Elektroantrieb und von der ultimativen Zukunft für Elektrofahrzeuge", sagte der CDU-Politiker am 9. Juni 2026 in seiner Rede. Wir haben uns im Werk Marienfelde genauer anschauen können, wie dieser Motor dort in Serie produziert wird.

Dass Axialflussmotoren (AFM) oder Scheibenläufer theoretische Vorteile gegenüber konventionellen Radialflussmotoren haben, ist seit langem bekannt. Mit kleinen Baugrößen und wenig Gewicht lassen sich enorme Leistungen und Drehmomente erzielen.

So wiegen die beiden Motoren im Hinterradantrieb des neuen Mercedes-AMG GT Coupé jeweils nur 25 kg, liefern aber jeweils eine Leistung rund 300 kW, was 12 kW pro kg entspricht. Dabei sind die Motoren nur 9 cm breit.

30 Produktionspatente angemeldet

Die Herausforderung für Hersteller besteht jedoch darin, die kompakten Antriebe mit der erforderlichen Präzision und Qualität zu produzieren, damit sie den hohen mechanischen und elektrischen Belastungen standhalten. "Von den 98 Produktionsprozessen, die wir größtenteils bei Mercedes-Benz selbst entwickelt haben, sind rund 65 neu für Mercedes-Benz, 35 davon sogar Weltneuheiten, und diese Innovationen führten zu mehr als 30 Patentanmeldungen", sagte Produktionsvorstand Michael Schiebe. Dies habe es ermöglicht, "am Standort in Marienfelde die erste großflächige Serienproduktion dieser Technologie weltweit möglich zu machen".

Das Besondere am Axialflussmotor besteht darin, dass der Stator nicht den Rotor umhüllt (oder umgekehrt), sondern beide Bauteile wie parallele Scheiben nebeneinander angeordnet sind. Die beiden Rotorscheiben mit den Permanentmagneten sind mit der Achse verbunden. 18 Spulen im Stator erzeugen über den dreiphasigen Inverter in rotierendes Magnetfeld, das die beiden daneben liegenden Rotoren antreibt. Jeder Motor verfügt über etwa 70 m rechteckigem Kupferdraht, jede Spule über 25 Wicklungen.

Dabei soll der Abstand zwischen den Scheiben nur einen Millimeter betragen, obwohl die Rotoren sich mit bis 15.000 Umdrehungen pro Minute drehen und starken Magnetkräften ausgesetzt sind. Die magnetisierten Rotorscheiben verfügen über eine Zugkraft von bis zu 9 Kilonewton. "Wenn wir die zusammenführen, müssen wir letztendlich zweimal 900 Kilogramm Zugkraft im Zaum halten, weil die sonst unkontrolliert irgendwann zusammenschnappen", erläuterte Produktionsleiter Ralf Kortenkamp und fügte hinzu: "Wir müssen die Rotoren langsam zufahren und den Stator immer in der magnetischen Mitte halten. Und dieser Algorithmus, der dahinter steckt, da stecken 3.000 Stunden Arbeit drin."

Zudem muss bei der sogenannten Hochzeit von Stator, Rotor und Gehäuse darauf geachtet werden, dass die Abstände bis auf einen Zehntelmillimeter genau stimmen.


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