AWS Summit Berlin: Amazon bemüht sich um besseres Open-Source-Engagement

Mit den Amazon Web Services bereichere sich das Unternehmen an Open-Source-Software, ohne viel zurückzugeben, sagen einige Kritiker. Das Unternehmen sieht sich selbst eher als "stillen Beitragenden" und bemüht sich um größeres Engagement.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Der Technikchef von Amazon, Werner Vogels, auf dem AWS Summit in Berlin.
Der Technikchef von Amazon, Werner Vogels, auf dem AWS Summit in Berlin. (Bild: Kristian Kißling)

Amazon setzt bei seinen Web Services (AWS) in allen Bereichen und im großen Stil Open-Source-Software und Linux ein. Egal ob VMs, Container, Plattformen, Datenbanken oder Frameworks, viele der Angebote kennen Anwender aus dem Open-Source-Bereich. Dafür, dass das Unternehmen zu wenig zu den genutzten Projekten beitrage, ist Amazon in der Vergangenheit aber immer wieder kritisiert worden. Unternehmen wie die Sponsoren von Redis und MongoDB haben deshalb gar die Lizenz ihrer Projekte geändert. Auf dem AWS Summit 2019, der am 26. und 27. Februar in Berlin stattgefunden hat, stellt sich das Unternehmen hingegen als großer Förderer von Open-Source-Software dar und ist sichtlich um eine bessere Außendarstellung in dieser Angelegenheit bemüht.

Stellenmarkt
  1. IT Consultant Business Intelligence w/m/d
    e1 Business Solutions GmbH, Graz (Österreich)
  2. Wirtschaftsinformatiker/IT-M- anager / Informatiker als Bereichsleitung IT Support (w/m/d)
    Barmherzige Brüder Trier gGmbH, Koblenz, Paderborn, Trier, Bad Mergentheim, Mannheim
Detailsuche

Der Machine-Learning-Workflow ist ein Beispiel dafür, wie die AWS-Sparte bisher vorgeht. Laut Amazon-CTO Werner Vogels kommt für Machine Learning bei AWS in 73 Prozent der Fälle Tensorflow zum Einsatz. Amazon nimmt die von Google initiierte quelloffene Software, macht sie einfach bedienbar und verknüpft sie mit anderen AWS-Technologien. Und nicht nur das: Das von Amazon optimierte Tensorflow läuft laut Vogels gar um bis zu 25 Prozent effizienter auf GPUs als die Out-of-the-Box-Variante.

Auf die Frage durch das Linux-Magazin, was denn das sichtbarste Open-Source-Projekt von Amazon sei, das auch außerhalb von AWS eingesetzt werde, fällt Glenn Gore, Solutions Architect bei AWS, auf Anhieb jedoch kein Name ein. Er schaut auf einer Liste nach. Er wolle nicht sagen, dass eines besonders hervorsteche, nennt dann aber die Apache-Projekte Mxnet und Lucene sowie das Chromium-Projekt, an dem Amazon mitarbeite. Er müsste sich aber die tatsächlichen Zahlen anschauen, schiebt Gore hinterher, andernfalls sei dies schwierig zu beurteilen. Codebeiträge zu zählen sei ohnehin wie das Zählen von Codezeilen: Mehr Code sei nicht automatisch besser. Man sehe nicht die Qualität und die Auswirkungen des Codes, sagt Gore.

Wenig Code im Kernel

Rein rechtlich darf der weltweit führende Cloudanbieter freie und Open-Source-Software natürlich nach Belieben einsetzen und muss, abhängig von der Lizenz, auch nicht unbedingt Quellcode zurückgeben oder eigene Änderungen bereitstellen. Doch verglichen mit anderen Unternehmen wie IBM, Google oder selbst Microsoft ist Amazon bislang nicht durch Beiträge an die Community aufgefallen.

Golem Karrierewelt
  1. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    14./15.02.2023, virtuell
  2. Entwicklung mit Unity auf der Microsoft HoloLens 2 Plattform: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    06./07.02.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Ein deutliches Beispiel dafür ist der Linux-Kernel, der ja die Grundlagen für viele der AWS-Dienste legt: Die bisher rund 500 Beiträge zum Linux-Kernel von Entwicklern mit Amazon-E-Mail-Adressen stammen überwiegend aus dem Jahr 2018. Zum Vergleich: Von Entwicklern mit Google-Adressen stammen mittlerweile 24.000 Commits, von IBM gar 35.000.

Darauf angesprochen gibt Gore freimütig zu: Ja, man habe nicht direkt Code zum Kernel beigetragen. Amazons Techniker hätten aber den Kernel-Entwicklern im Hintergrund Feedback gegeben. Gore versichert zudem, Amazon sei stets ein "stiller Beitragender" gewesen, der "hinter den Kulissen" agiere. Es gehöre auch nicht zu Amazons Geschäft, Open Source zu machen, um wahrgenommen zu werden.

Um bessere Wahrnehmung bemüht

Dass Wahrnehmung durchaus eine Rolle spielt, scheint aber auch Amazon mittlerweile gemerkt zu haben. Die letzten Kernel-Commits zeigen, dass der weltumspannende Konzern mittlerweile eine Handvoll Kernel-Entwickler beschäftigt, die aktiv Code beitragen. Seit Anfang 2019 ist AWS darüber hinaus Platinum Sponsor der Apache Software Foundation, bereits vor eineinhalb Jahren schloss sich AWS als Platinum Member der Cloud Native Computing Foundation an. Amazon ist darüber hinaus Mitglied in vielen weiteren Open-Source-Konsortien und sponsort auch eigene Open-Source-Konferenzen.

Laut Glenn Gore ist für die sich herauskristallisierende Open-Source-Strategie künftig vor allem Adrian Cockcroft zuständig. Der Chef für Cloud-Architektur bei AWS habe dafür gesorgt, dass das Thema Open Source und AWS in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen werde. Möglich also, dass in Zukunft mehr freie und quelloffene Software von Amazon kommt, die sich auch außerhalb von AWS einsetzen lässt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apollon-Plattform
DE-CIX wagt umfassendstes Netzwerkupgrade seiner Geschichte

Das Upgrade zum Ausfiltern von Netzwerkrauschen erfolgte innerhalb nächtlicher Wartungsfenster bei laufendem Betrieb.

Apollon-Plattform: DE-CIX wagt umfassendstes Netzwerkupgrade seiner Geschichte
Artikel
  1. Kia Flex: Kia startet Neuwagen-Abo
    Kia Flex
    Kia startet Neuwagen-Abo

    Unter dem Namen Kia Flex hat Kia ein neues Vertriebskonzept vorgestellt. Kunden kaufen die Autos nicht, sondern abonnieren sie.

  2. Autonomes Fahren: VW-Chef Blume streicht offenbar Audi-Projekt Artemis
    Autonomes Fahren
    VW-Chef Blume streicht offenbar Audi-Projekt Artemis

    Nicht nur das VW-Projekt Trinity, auch das geplante Audi-Vorzeigemodell Artemis fällt den Softwareproblemen des VW-Konzerns zum Opfer.

  3. Kids für Alexa im Test: Alexa, wer hat den Kindermodus verbockt?
    Kids für Alexa im Test
    Alexa, wer hat den Kindermodus verbockt?

    Amazon bietet neuerdings einen speziellen Kindermodus für Alexa an. Das soll Eltern in Sicherheit wiegen, die sollten sich aber besser nicht darauf verlassen.
    Ein Test von Ingo Pakalski

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Amazon Last Minute Angebote: Games & Zubehör, AVM-Router • Saturn-Weihnachts-Hits: Rabatt-Angebote aus allen Kategorien • Laptops bis zu 41% günstiger bei Saturn • PS5 Disc Edition inkl. GoW Ragnarök wieder vorbestellbar bei Amazon 619€ • ViewSonic 32" WQHD/144 Hz 229,90€ [Werbung]
    •  /