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Die großen Cloud-Anbieter: AWS führt, aber dominiert nicht

Amazon AWS, Microsoft Azure, Google Cloud, IBM Cloud und Alibaba Cloud sind die derzeit wichtigsten Cloud-Anbieter, doch es gibt viele weitere. Für alle gilt: Der Markt ist sehr dynamisch. Jeden Monat gibt es eine Vielzahl von neuen Komponenten oder Änderungen. Wer sich entscheidet, eine Cloud einzusetzen, sollte die News und Change-Logs seines Anbieters stets im Blick behalten, denn es gibt dauernd etwas Neues.

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Diese Änderungen betreffen nicht nur technische Aspekte, sondern auch die Preise und Preismodelle. An dieser Stelle sei gleich gesagt: Die Kosten beim Einsatz von Clouds zu schätzen, ist eine ernstzunehmende und herausfordernde Aufgabe. Die Kosten werden je nach Cloud, Komponente und Preismodell unterschiedlich berechnet. So kann es zum Beispiel sein, dass bei einem virtuellen PC in einer bestimmten Cloud die Kosten davon abhängen, wie viele Zeiteinheiten (zum Beispiel Minuten) dieser virtuelle PC alloziert ist. Jedoch kann es sein, dass zusätzliche Storage-Einheiten wie beispielsweise Festplatten, die dem virtuellen PC zugeordnet sind, pauschale Monatspreise haben, unabhängig davon, ob der virtuelle PC nur 10 Stunden oder 30 Tage alloziert ist.

Auch für das installierte Betriebssystem kann es unterschiedliche Lizenzmodelle geben. Doch es wird noch komplizierter: Es kann auch sein, dass man zusätzliche Kosten wegen fester IP-Adressen des virtuellen PCs hat. Zudem können auch Kosten für die Datenübertragung zwischen dem eigenen, lokalen PC und dem virtuellen PC entstehen, wobei hier bei manchen Cloud-Anbietern zwischen Upload und Download unterschieden wird. Des Weiteren kann auch die Wahl der Region, in denen die Cloud-Data-Centers liegen sollen, die Preise des virtuellen PCs beeinflussen. Dies sind nur einige, beispielhaft genannte Aspekte, die bei der Preiskalkulation eine Rolle spielen können. Um die Kosten vom Cloud-Komponenten zu schätzen, bieten die meisten Anbieter Preisrechner im Internet an. Die Links zu diesen sind in den folgenden Kapiteln angegeben.

Im Folgenden werden die Cloud-Anbieter anhand des Magic Quadrant for Cloud Infrastructure as a Services (Stand April 2018) des US-Unternehmens Gartner in eine Rangfolge gebracht. Gartner bietet Marktforschungsergebnisse und Analysen zu den Entwicklungen in der IT an. Ob das tatsächlich die Realität widerspiegelt, ist natürlich diskussionsbedürftig, jedoch sollte es für eine grobe Einordnung der Bedeutung der Cloud-Anbieter hilfreich sein. Bei diesem Magic Quadrant werden die Cloud-Anbieter anhand von zwei Dimensionen bewertet und in einem Diagramm eingetragen. Die Dimensionen sind "Ability to execute" (die Fähigkeit auszuführen; das bezieht sich vor allem auf die Fähigkeit, jetzt Leistung zu erbringen) und "Completeness of Vision" (Vollständigkeit einer Vision; hier bezieht man sich auf Visionen und Strategien des Cloud-Anbieters, die für die Zukunft von Bedeutung sein könnten).

Einfachheitshalber wird im Folgenden die Rangfolge unter der Annahme, dass beide Dimensionen gleich gewichtet sind, ermittelt.

Amazon AWS: der etablierte Marktführer

Gartner stuft AWS 2018 als führenden Iaas-Anbieter ein. Das Unternehmen war einer der ersten Cloud-Anbieter überhaupt und ist in vielen westlichen Ländern Marktführer. Aktuell verfügt es über 57 sogenannte Availability Zones (Verfügbarkeitszonen) in 19 geographischen Regionen. Regionen haben mehrere Verfügbarkeitszonen, die zwar physisch getrennt, aber durch Netzwerke mit geringer Latenz und hohem Durchsatz miteinander verbunden sind. Die geographischen Regionen befinden sich in den Großräumen Asien-Pazifik (etwa Australien, Indien, Korea, Japan und Singapur), China, Europa, Kanada, Südamerika und USA.

Um ein AWS-Konto zu erstellen, begibt man sich auf die Registrierungsseite des AWS-Portals. Die AWS-Cloud besteht aus Hunderten vom Komponenten, über die man eine Übersicht auf der AWS-Cloud-Produktseite finden kann. Nach den Preisen der Komponenten kann man sich auf der AWS-Preisseite erkundigen. Wer Machine-Learning-Services von AWS einsetzen möchte, erhält eine Übersicht über entsprechende AWS-Komponenten.

Die Stärke der AWS-Cloud liegt darin, dass sie schon bei vielen Unternehmen etabliert ist und somit den Ruf hat, enterprise ready zu sein. Das heißt, etwaige Startschwierigkeiten sind überwunden, viele AWS-Komponenten gelten als erprobt und zuverlässig. Außerdem ist AWS, wie erwähnt, in vielen Regionen der Welt verfügbar.

Microsoft Azure: gutes Zusammenspiel mit anderen Microsoft-Produkten

Die Microsoft Azure Cloud ist laut Gartner die Nummer 2 nach AWS. Sie wächst schnell und holt auf AWS auf. Laut Forbes setzt Microsoft Azure auf die Hybrid Cloud. Dabei kann die Datenhaltung sowohl auf lokalen (privaten) Rechenzentren als auch in der Cloud erfolgen und beide können miteinander kombiniert werden. Ein Beispiel ist der Microsoft SQL Server 2016 und 2017, der mit der Azure-SQL-Stretch-Datenbank in der Cloud zusammenarbeiten kann.

Der Entwickler kann entscheiden, welche Zeilen oder Spalten einer Tabelle, abhängig von bestimmten Filterbedingungen, ausschließlich auf dem lokalen SQL-Server gespeichert werden und welche in der Cloud. Bei der Azure-SQL-Stretch-Datenbank sind die lokalen Daten dann für schnelle Abfragen verfügbar, während jene in der Cloud für langsamere Abfragen und Archivierungszwecke da sind.

Ähnlich wie AWS verfügt auch Microsoft Azure über Datenzentren in Australien, Asien, Europa, Nordamerika und Südamerika. Hat Man ein Azure-Konto erstellt, kann man die Komponenten mit dem Azure-Webportal verwalten. Alternativ dazu kann man Azure-Komponenten auch mittels Powershell-Skripten konfigurieren. Der Vorteil von Powershell ist, dass man damit auch detaillierte Einstellungen an Azure-Komponenten vornehmen kann, die in dem grafischen Azure-Webportal nicht verfügbar sind, und natürlich eignen sich Powershell-Skripte gut um Verwaltungsaufgaben zu automatisieren. Dennoch ist das Azure-Webportal ein wichtiges Instrument, weil es für Anfänger oft einfacher als PowerShell zu verwenden ist und zudem übersichtliche Darstellungen wie Dashboards bietet. Eine Übersicht über Azure-Komponenten ist auf der Azure-Produkt-Webseite verfügbar. Um die Preise für den Einsatz der Azure-Komponenten in unterschiedlichen Anwendungsszenarien zu schätzen, ist der Azure-Preisrechner ein sehr nützliches Tool.

Hands-on-Demos einiger Machine-Learning-Services von Azure, auch bekannt als Teil der Cortana Intelligence Suite, die neben diesen Machine-Learning-Services auch noch viele Entwicklungstools für eigene Machine-Learning-Systeme umfasst, sind auf der Azure Cognitive Services Webseite aufrufbar.

Eine Stärke von Azure ist das gute Zusammenspiel mit anderen Microsoft-Produkten wie Windows Active Directory, SQL Server und Visual Studio. Trotzdem beinhaltet Azure auch viele Open-Source-Technologien wie Linux-VMs und Python als Programmiersprache bei vielen Azure-Komponenten. Außerdem hat Microsoft ein mächtiges SaaS-Produkt im Angebot: Office 365. Es kann mit anderen Azure-Produkten wie Onedrive und Power BI, einer leistungsstarken und zugleich ergonomischen Reporting-Software, zusammenarbeiten.

Google Cloud Platform: im Reich der Mitte nicht präsent

Die Google Cloud liegt auf dem Magic Quadrant auf Platz 3 weit hinter hinter AWS und Azure. Eine ihrer Stärken ist der Einsatz von Open-Source-Technologien, was auch eine gewisse Portabilität ermöglicht. Interessant ist die Google Cloud auch für Geschäftsfelder, die einen starken Fokus auf Public Clouds legen. Jedoch hat die Google Cloud große Nachteile gegenüber AWS und Azure: Google betrat den IaaS-Markt ziemlich spät und hat allgemein weniger Services. Außerdem ist Google in China, mit Ausnahme von Hongkong und Taiwan, de facto nicht präsent und somit für Unternehmen, die dort einen Cloud-Anbieter benötigen, nicht interessant.

Ein Google-Cloud-Konto kann auf der Google-Cloud-Startseite erstellt werden. Die Google Cloud Console bietet Möglichkeiten für die Verwaltung der Komponenten. Welche das sind, zeigt die Übersichtsseite der Google-Cloud-Komponenten. Die Kostenschätzung beim Einsatz vom Cloud-Komponenten ist keine leichte Aufgabe. Um sie etwas zu vereinfachen, bietet Google das Tool Google-Cloud-Platform-Preisrechner.

Wer sich für den Einsatz von Machine-Learning-Services interessiert, kann einen Blick auf die Hands-on Demos von AutoML werfen, das die Services aus dem Bereich Maschinelles Lernen bereitstellt.

IBM Cloud: Ein neuer Aufholversuch zusammen mit Red Hat

Die IBM Cloud belegt im Magic Quadrant weit abgeschlagen den 6. Platz. Zwischen Google auf Platz 3 und IBM liegen noch die Alibaba Cloud und Oracle. Dennoch ist die IBM Cloud von Bedeutung. Zwar ist sie als IaaS-Anbieter (IBM Bluemix) relativ schwach, als PaaS-Anbieter spielt sie jedoch eine bedeutsame Rolle und ist insbesondere wegen der Watson Services bekannt. Zu diesen zählen mehrere Machine-Learning-Services, die in Konkurrenz mit den AWS Machine Learning Services, Azure Cognitive Services und Google AutoML treten.

Ein IBM-Cloud-Konto kann auf der Bluemix-Startseite erstellt werden. Eine Übersicht über IBM-Cloud-Komponenten ist im Bluemix-Katalog verfügbar. Um die Preiskalkulation beim Einsatz der IBM-Cloud-Komponenten zu vereinfachen, sollte man den IBM-Cloud-Preisrechner nutzen. Hands-on Demos der IBM Watson Service sind unter anderem auf folgenden Webseiten aufrufbar: Bilderkennung, Gemütszustandserkennung in Texten, Textanalyse.

Durch den Erwerb des bekannten Linux-Distributors und Software-Herstellers Red Hat für 34 Milliarden US-Dollar will IBM vermutlich versuchen, seine Position als Cloud-Anbieter zu stärken und dynamischer zu agieren. Ob dies gelingen wird, ist sehr schwierig vorherzusagen. Es würde zu weit führen, die einzelnen Vor- und Nachteile in diesem Grundlagenartikel zu diskutieren. Wer sich näher informieren möchte, dem sei eine Analyse der Crisp Research AG empfohlen.

Alibaba Cloud: Aufstrebende Cloud aus dem fernen Osten

Die Alibaba-Cloud befindet sich im Magic Quadrant auf Platz 4. Sie ist in westlichen Ländern bislang relativ wenig verbreitet, findet aber auch hierzulande immer mehr Nutzer. Wie man auf der Alibaba-Cloud-Karte sehen kann, ist ihre Domäne China, wo sich auch die meisten ihrer Datenzentren befinden. Insgesamt 33 Verfügbarkeitszonen sind in acht Regionen in China verfügbar. Dagegen hat die Alibaba Cloud nur je zwei Verfügbarkeitszonen in London (UK) und Frankfurt (EU Central). Ähnlich sieht die Situation in den USA aus: Dort sind es je zwei Verfügbarkeitszonen an der Ost- und Westküste. Außer in China ist die Alibaba Cloud auch im asiatisch-pazifischen Raum gut vertreten (Tokyo, Kuala Lumpur, Jakarta).

Wer die Alibaba-Cloud in Deutschland nutzen will, sollte sich nicht wundern, wenn manche Unterseiten auf der offiziellen Alibaba-Cloud-Webseite trotz der Spracheinstellung Deutsch nur auf Englisch verfügbar sind und man hin und wieder sogar chinesische Schriftzeichen präsentiert bekommt. Es wurde anscheinend noch nicht alles ins Deutsche übersetzt.

Ein Alibaba-Cloud-Konto kann auf der Alibaba-Cloud-Account-Webseite erstellt werden. Eine Übersicht über die Alibaba-Cloud-Produkte bietet die Alibaba Cloud Products & Services Webseite. Diese ist trotz Deutsch als gewählter Sprache zwar aktuell nur auf Englisch verfügbar, aber relativ übersichtlich strukturiert. Die Cloud-Komponenten sind nach ihrer Funktion (Elastic Computing, Storage & CDN, Analytics & Big Data, Networking, Internet of Things etc.) kategorisiert.

Informationen über die Preise der jeweiligen Produkte findet man auf der Product Pricing Webseite, die die Cloud-Komponenten ebenfalls nach ihrer Funktion kategorisiert. Zudem ist ein Preisrechner verfügbar, der die Kostenschätzung erleichtern könnte. Informationen über maschinelles Lernen samt kurzer Beschreibung der unterstützten Algorithmen, Quellcode-Beispielen und Best Practices findet man auf der Webseite der Machine Learning Platform for AI.

Die Alibaba-Cloud ist besonders für Nutzer interessant, die einen weit verbreiteten Cloud-Anbieter in China und/oder manchen nahegelegenen Ländern im asiatisch-pazifischen Raum suchen. Ob die Alibaba-Cloud auch in westlichen Ländern zu einem dominanten Marktteilnehmer werden kann, wird die Zukunft zeigen.

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Handle 24. Jan 2019

Einer der sinnvollsten Usecases ist denke ich, wenn man einen stark schwankenden oder...

BLi8819 23. Jan 2019

Also meinst du die Ausfallsicherheit. Schreib das doch einfach.

minnime 23. Jan 2019

Das ist ja der Punkt, so etwas kann nicht schwer zu kommunizieren sein, sonst stimmt bei...

rosix 23. Jan 2019

Ich arbeite bei einem Hosting Provider (Internex GmbH) und für uns ist die AWS/Azure...

systemnutzer 22. Jan 2019

Ich kann dir auch ein paar Gründe nennen. Die großen Unternehmen versuchen den Preis an...


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