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Technische Vor- und Nachteile der Cloud

Clouds haben gegenüber eigenen Rechenzentren mehrere Vorteile. Die Ressourcen sind nahezu unendlich. Man kann innerhalb kurzer Zeit - je nach Produkt und Service sind es Sekunden bis Stunden - Hardware-Ressourcen wie etwa die Rechenleistung (CPUs, GPUs, FPGAs), RAM und Storage erhöhen. Die Ressourcen können darüber hinaus nahezu in Echtzeit skaliert werden. Oft gibt es Fälle, bei denen zu gewissen Uhrzeiten oder Jahreszeiten besonders viel Leistung erforderlich ist. Man denke etwa an Batch-Läufe zu bestimmten Uhrzeiten oder an das besonders hohe Kundenaufkommen zur Weihnachtszeit. In der Cloud kann man die benötigten Ressourcen nach Bedarf hoch- oder herunterskalieren. Das funktioniert bei manchen Komponenten sogar nahezu in Echtzeit. Das heißt: Während ein Batch-Datenlauf ausgeführt wird, kann man im Programmablauf selbst unmittelbar vor besonders rechenintensiven Operationen die Leistungsklasse der beanspruchten Komponente in der Cloud erhöhen und nach dem Abschluss der rechenintensiven Operationen die Leistungsklasse verringern. Dadurch kann man auch Kosten optimieren, indem man versucht, die Ressourcen nach aktuellem Bedarf zu allozieren.

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In der Cloud sind Hardware-Komponenten für besondere Projekte erhältlich, die man im eigenen Rechenzentrum nur schwer oder gar nicht bekommen würde, weil sie nicht zum Hausstandard des Unternehmens zählen. Man denke zum Beispiel an ein neues Machine-Learning-Projekt, für das man TESLA-Beschleunigungskarten von Nvidia oder FPGAs von Xilinx benötigt, die aber im eigenen Unternehmen nicht als Standardkomponenten verfügbar sind. Exotische Betriebssysteme oder Tools können in isolierten Netzwerken in der Cloud getestet werden, ohne das eigene Firmennetzwerk wegen potenzieller Inkompatibilitäten zu gefährden oder firmeninterne Sicherheitsrichtlinien zu verletzen. Man kann Daten in der Cloud weltweit redundant halten und so kurze Zugriffszeiten für Kunden und Partner vor Ort ermöglichen. Für viele Unternehmen ist das kostengünstiger, als eigene Rechenzentren in fernen Ländern aufzubauen. Das Unternehmen selbst kann sich auf seine Kernkompetenzen fokussieren. Eine Handelsfirma könnte sich etwa die Frage stellen: Brauchen wir unbedingt ein eigenes großes Rechenzentrum oder sollten wir uns lieber auf unser eigentliches Geschäft, den Handel, konzentrieren und die primären Computerkapazitäten in der Cloud kaufen? Das bedeutet nicht, dass man nicht auch ein eigenes, kleineres Rechenzentrum im eigenen Gebäude haben sollte. Man kann beide, das private Rechenzentrum und die Ressourcen in der Cloud, miteinander kombinieren.

Nachteile der Cloud - Internetverbindung und Datenschutz

Trotz der Vorteile ist die Cloud nicht für alles geeignet, ihr Einsatz hat auch gewisse Nachteile. So sind die Cloud-Ressourcen zwar schier unendlich, häufig gibt es aber einen Flaschenhals: die oft beschränkten Internetverbindungen zwischen Unternehmen und Cloud-Anbieter sowie die Response-Zeiten, die sich aus der räumlichen Distanz ergeben. In Fällen, in denen nicht die Rechenleistung oder der Speicher, sondern Internetbandbreite und Response-Zeiten die Limitierung darstellen, lohnt es sich aus Sicht der Performance, bestimmte Daten lokal im eigenen Rechenzentrum zu halten, um sie so innerhalb des LAN schneller abzurufen.

Beim Upload von Daten in die Cloud und/oder Download der Daten aus der Cloud entstehen Traffic-Kosten, die je nach Cloud-Anbieter unterschiedlich hoch sein können. Diese Kosten müssen bei der Kalkulation berücksichtigt werden. Auch die Datenschutzaspekte dürfen nicht vergessen werden. Diese haben zunächst einmal nichts mit der Sicherheit von Daten zu tun. Ein System in der Cloud kann, sofern es gut konfiguriert wurde, sogar sicherer sein als manch ein System im eigenen Unternehmensnetzwerk. Jedoch werden die Daten in der Cloud bei einem Drittdienstleister gespeichert und das muss datenschutzrechtlich geprüft werden. Ein weiterer Aspekt ist die geografische Lage der Cloud-Datenzentren. Bei manchen Cloud-Anbietern kann man diese nach Ländern oder Regionen einschränken und so zum Beispiel gewährleisten, dass die Daten innerhalb der EU gespeichert werden, was datenschutzrechtlich in manchen Fällen bedeutsam sein kann.

Zum letzten Punkt: Allgemein unterschiedet man zwischen Public, Hybrid und Private Cloud. Die Public Cloud wird von einem Cloud-Anbieter öffentlich im Internet angeboten. Die Datenhaltung erfolgt auf diversen, meistens auf mehrere Länder verteilten Rechenzentren, die Daten vieler Kunden gleichzeitig halten, diese aber über Berechtigungskonzepte voneinander trennen können. Beispiele für solche Cloud-Angebote sind Google Docs oder Microsoft Office 365. Das Gegenteil der Public Cloud ist die Private Cloud, bei der die Daten und Anwendungen auf eigenen, lokalen Rechenzentren des Kunden oder auf individuell zugeordneten Servern eines Cloud-Anbieters gehalten werden. Das kann in manchen Fällen aus datenschutzrechtlichen Aspekten interessant sein.

Manche Cloud-Anbieter bieten auch sogenannte Hybrid-Cloud-Lösungen an. Dabei können bestimmte Komponenten oder Daten privat im eigenen Rechenzentrum statt in der Public Cloud gespeichert werden. Dadurch können nicht nur Datenschutzprobleme vermieden, sondern auch Performance-Optimierungen durchgeführt werden. Die obigen Vor- und Nachteile gelten generell für alle Clouds. Den einen oder anderen Aspekt betreffend gibt es jedoch durchaus Unterschiede zwischen den Cloud-Anbietern.

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Handle 24. Jan 2019

Einer der sinnvollsten Usecases ist denke ich, wenn man einen stark schwankenden oder...

BLi8819 23. Jan 2019

Also meinst du die Ausfallsicherheit. Schreib das doch einfach.

minnime 23. Jan 2019

Das ist ja der Punkt, so etwas kann nicht schwer zu kommunizieren sein, sonst stimmt bei...

rosix 23. Jan 2019

Ich arbeite bei einem Hosting Provider (Internex GmbH) und für uns ist die AWS/Azure...

systemnutzer 22. Jan 2019

Ich kann dir auch ein paar Gründe nennen. Die großen Unternehmen versuchen den Preis an...


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