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AWS: Airbus schickt sensible Daten in die französische Cloud

Airbus verlagert kritische Systeme von Amazon Web Services zum französischen Anbieter Scaleway.
/ Andreas Donath
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Airbus will digital souveräner werden. (Bild: Scaleway)
Airbus will digital souveräner werden. Bild: Scaleway

Airbus hat begonnen, eine erste Gruppe kritischer Anwendungen von Amazon Web Services zu Scaleway zu verlagern(öffnet im neuen Fenster). Der französische Cloudanbieter übernimmt damit einen Teil der Systeme im Rahmen von Airbus' Strategie zur digitalen Souveränität.

In dieser ersten Phase wechseln 70 Anwendungen in die französische Cloud. Insgesamt zählt Airbus rund 900 Systeme zu jenen, die für das Unternehmen als geschäftskritisch gelten, intern als Minimum Viable Company bezeichnet. Zu den betroffenen Anwendungen gehören ERP-Systeme, CRM-Werkzeuge sowie Programme für Fertigungssteuerung und Produktlebenszyklus-Management. Alle liefen bislang auf AWS.

Catherine Jestin, Digitalchefin von Airbus, erklärte, die Wahl von Scaleway sei das Ergebnis einer Ausschreibung, die Anfang 2026 gestartet wurde. Ausschlaggebend seien technische Leistung und finanzielle Konditionen gewesen, die im Vergleich zu großen Hyperscalern überzeugt hätten.

Jestin ergänzte, Scaleway habe zugesagt, Airbus in die Entwicklung seiner künftigen Produkt-Roadmap einzubinden. Dieser Punkt habe bei der Bewertung Gewicht gehabt. Airbus hatte zuvor darauf hingewiesen, dass europäische Cloudanbieter in der Regel deutlich kleiner sind als ihre amerikanischen Pendants. Einen passenden Partner für Verteidigungs- und Industrieanwendungen zu finden, sei deshalb keineswegs selbstverständlich gewesen.

Airbus belässt einen Teil der Systeme bei AWS

Nicht alle Anwendungen werden verlagert. Skywise, die Plattform von Airbus zur Sammlung und Auswertung von Luftfahrtdaten, bleibt ebenso bei AWS wie ein System zur Bearbeitung technischer Kundenanfragen.

Jestin beschrieb den Schritt als Versuch, kritische Datenbestände dem Zugriff ausländischer, extraterritorialer Gesetze zu entziehen, ohne dabei Leistung und Ausfallsicherheit für die Industrieprozesse zu gefährden.

Der US Cloud Act erlaubt es amerikanischen Behörden, auf Daten zuzugreifen, die im Ausland gespeichert sind, sofern das jeweilige Unternehmen seinen Hauptsitz in den USA hat. Der Standort der Server spielt dabei keine Rolle.

Die Spannungen zwischen den USA und mehreren europäischen Regierungen seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit fallen zeitlich mit einem wachsenden Interesse europäischer Unternehmen und öffentlicher Einrichtungen an digitaler Souveränität zusammen. Ein direkter ursächlicher Zusammenhang lässt sich daraus jedoch nicht zwingend ableiten.

AWS, Microsoft und Google haben jeweils versucht, diesen Bedenken mit eigenen souveränen Cloudangeboten für europäische Kunden zu begegnen. Ein Microsoft-Manager sagte dennoch vor einem französischen Gericht unter Eid aus, das Unternehmen könne Souveränität im Rahmen der bestehenden Vereinbarungen nicht vollständig garantieren.

Trotz des Wechsels zu Scaleway plant Airbus nicht, sich generell von nicht-europäischen Anbietern zu verabschieden. Das Unternehmen nutzt weiterhin Software von Microsoft und Google sowie Salesforce, Coupa und Workday für andere Funktionsbereiche.

Laut Jestin werden solche Entscheidungen einzeln getroffen. Ausschlaggebend sei vor allem, wie sensibel die jeweiligen Daten seien.


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