Praxisprobleme oder: Nutze niemals den Lichtschalter!

Smart-Lampen haben einen Nachteil: Sie sind so intelligent, dass ein normaler Lichtschalter nicht ausreicht. Daher empfiehlt es sich, die Striimlight nicht per Lichtschalter abzuschalten. Sonst hat sie keine Stromzufuhr mehr und kann keine Musik mehr ausgeben. Dieses Smarthome-Ärgernis ist prinzipbedingt. Wir hatten einige Schwierigkeiten, uns die Nutzung des Lichtschalters abzugewöhnen: Von je her wurden wir mit Schaltern sozialisiert - und jetzt sollen wir sie nicht mehr nutzen?

Stellenmarkt
  1. System Issue Analyst (m/w/d) Fahrerassistenzsysteme
    Valeo Schalter und Sensoren, Braunschweig
  2. Quality Engineer* Natural Mainframe
    Software AG, Darmstadt
Detailsuche

Solche konservativen Gedankengänge dürften nicht nur alternde IT-Redakteure hegen. Nützlich wären smarte Lichtschalter, wie sie beispielsweise Philips entwickelt hat. Doch Awox-Lampen haben nur eine kleine, batteriebetriebene Infrarotfernbedienung, die der Nutzer leicht verlegt und mit der die Lampe ausgeschaltet werden kann. Eine kleine LED zeigt an, dass trotzdem noch eine Verbindung zum Stromnetz vorhanden ist, um etwa Musik abzuspielen. Die WLAN-Variante hat noch zwei Sonderfunktionen: Sie kann per Fernbedienung gedimmt und mit einer App gesteuert werden. Die Bluetooth-Variante ist für die Smarthome-Funktionalität hingegen nur ein Lautsprecher.

  • Awox Striimlight gibt es in zwei Varianten. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die WLAN-Variante bietet die meisten Funktionen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Ein kleiner, kaum erkennbarer Knopf... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... ist für den Reset des Leuchtmittels zuständig. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Bluetooth-Variante bietet kaum Funktionen, kostet aber auch nur die Hälfte. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Für Leuchtmittel sind die Awox-Lampen ziemlich groß. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Selbst Philips' Hoch-Lumen-Lampe, erkennbar an den gelben Remote-Phosphor-Schalen, ist noch klein im Vergleich. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die WLAN-App für die Awox-Lampen sieht zwar den DLNA-Verstärker, kann aber nichts mit ihm anfangen. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Lautstärke kann nur über die App geregelt werden. Die Hardwaretasten des iPhones werden nicht unterstützt. (Screenshot: Golem.de)
  • Auswahl der Radiostationen, die die Lampe über das Internet empfangen kann (Screenshot: Golem.de)
  • Die Lampe ist auch ein DLNA-Server. (Screenshot: Golem.de)
  • Wer will, kann die Lampe auch als DLNA-Client betreiben. (Screenshot: Golem.de)
  • Hier greifen wir auf einen Windows Media Player zu. (Screenshot: Golem.de)
Die WLAN-App für die Awox-Lampen sieht zwar den DLNA-Verstärker, kann aber nichts mit ihm anfangen. (Screenshot: Golem.de)

Doch die Bedienung ist nicht durchdacht: Wenn wir vom Wohnzimmer in die Küche gehen, nehmen wir in der Regel nicht das Smartphone mit, finden im Dunkel der Nacht auch nicht die Fernbedienung. Wir sind also beim abendlichen Gang zum Kühlschrank auf Restlicht angewiesen, wenn wir vergessen, das Smartphone mitzunehmen, zu entsperren und die App aufzurufen. Zwar würde auch ein Lampen-Reset (einmal aus und wieder an) zum Ziel führen. Doch die Lampe ist mitteilungsbedürftig und meldet sprachlich ihren WLAN-Status in der Bootphase. Das nervt auf Dauer.

Kopplung von Lautsprecher-Lampen mit der App möglich

Die WLAN-Lampen ermöglichen eine Gruppierung von Lautsprechern. Das funktioniert aber nicht so flexibel, wie wir es uns erhofft hatten. Die iOS-App von Awox, die dafür nötig ist, kann die Lampen und unseren AV-Receiver (Yamaha RX-A820) nicht gruppieren, denn die Geräte müssen zeitlich exakt aufeinander abgestimmt werden, und die Yamaha-Verstärker reagieren etwa bei Apples Airplay etwas zögerlich auf Signale. Die App kann den Verstärker einzeln per DLNA ansprechen - in der Theorie. Abspielversuche wurden mit einer Fehlermeldung quittiert. Das sollte nicht sein, schließlich beherrscht das Yamaha-Gerät neben Airplay auch die Funktion als DLNA Render Target.

Golem Akademie
  1. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    21.–22. März 2022, Virtuell
  2. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.–16. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Mit ein bisschen Trickserei und einem guten Zeitgefühl ist es aber dennoch möglich, WLAN-Lampe und AV-Receiver gleichzeitig Musik abspielen zu lassen, denn die Awox-App und die iOS-integrierte Musiksteuerung arbeiten unabhängig voneinander. Mit iOS-Kontrollen gestartete Musik läuft weiter, während die Awox-App Musik zum Lautsprecher schickt.

Nach zwei bis drei Unterbrechungen des Musikstücks sind die beiden Abspielgeräte - eines per Airplay, eines per DLNA, normalerweise nahezu synchron. Auch die Lautstärkekontrolle ist dann unabhängig. Die App unterstützt grundsätzlich nicht die Lautstärkeregelung des iOS-Geräts. Das ist ungewöhnlich, wir sind vom Amazon Cloudplayer oder auch Soundhound anderes gewöhnt. Die Integration der Awox-App in iOS ist mangelhaft.

Der Sound bleibt leider nur ein Musikstück lang synchron: Der Yamaha-Verstärker via Airplay überholt die Awox-App mit rund 4 Sekunden je Stück. Durch die Einschränkungen der offiziellen App ist es zudem nicht möglich, Musik von Drittanbietern auf den Awox-WLAN-Lampen abzuspielen. Die App kann weder auf iTunes Radio noch auf die lokalen Inhalte vom Amazon Music-Player zugreifen. Und in der Apple-Welt werden DLNA Render Targets, wie die Lampe eines ist, nicht unterstützt.

Da Awox insbesondere den Apple-Markt bedient, würden wir uns eine Airplay-Unterstützung wünschen. Die wäre jedenfalls besser als die jetzige schlechte Integration unter iOS. Wie uns Awox mitteilte, ist eine Airplay-Unterstützung jedoch nicht geplant. Dazu fehlt dem Hersteller zufolge ein Chip in der Lampe. Eine Chromecast-Unterstützung ist allerdings ebenfalls nicht in der Planung.

Die Bluetooth-Variante hat diese Probleme natürlich nicht, diese Lampen können jedoch nicht gruppiert und auch nicht gedimmt werden. Sie ist letztendlich nur ein einfacher Bluetooth-Lautsprecher mit unabhängiger Lampenfunktion. Dafür reagiert diese einfache Lampe deutlich schneller als die WLAN-Variante auf Steuerbefehle wie den Wechsel eines Musikstücks oder die Lautstärkeregelung. Ein leichter Lag bei WLAN-Audio ist nach unserer Erfahrungen normal und auch nicht störend. Dedizierte Audio-Protokolle direkt an der Hardware haben Vorteile. Das zeigt sich im direkten Vergleich der beiden Awox-Angebote.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Awox Striimlight im Test: Musik aus der LampeWindows und Android mit DLNA Render Targets 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7.  


Moe479 17. Jul 2014

die leds selber gehen selbst eigentlich sogut wie nie von selbst kaputt, die vorgelagerte...

schipplock 16. Jul 2014

Im ersten Moment dachte ich: oh! gute Idee! Dann habe ich gemerkt, dass man Licht ja auch...

PiranhA 16. Jul 2014

Also mir fällt glaube ich kein sinnvoller Einsatz für solche Lampen ein. Dann doch lieber...

TheNightflight 16. Jul 2014

Sicher das diese Deckenspots (danach hört es sich jedenfalls an) mit einer E27 Fassung...

Djinto 15. Jul 2014

"...keine 7.1-Anlage..." Selbst wenn, seit wann taugt eine 7.1 Anlage um Stereo Musik in...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesservice Telekommunikation
Schlecht getarnte Tarnorganisation praktisch enttarnt

Inzwischen ist offensichtlich, dass der Bundesservice Telekommunikation zum Bundesamt für Verfassungsschutz gehört.

Bundesservice Telekommunikation: Schlecht getarnte Tarnorganisation praktisch enttarnt
Artikel
  1. Digitalisierung: 500-Euro-Laptops für Lehrer leistungsfähig und gut nutzbar
    Digitalisierung
    500-Euro-Laptops für Lehrer "leistungsfähig und gut nutzbar"

    Das Land NRW hat seine Lehrkräfte mit Dienst-Laptops ausgestattet. Doch diese äußern deutliche Kritik und verwenden wohl weiter private Geräte.

  2. Volkswagen Payments: VW entlässt Mitarbeiter wohl wegen Cybersicherheits-Bedenken
    Volkswagen Payments
    VW entlässt Mitarbeiter wohl wegen Cybersicherheits-Bedenken

    Volkswagen entlässt einem Bericht nach einen Mitarbeiter, nachdem dieser Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit von Volkswagen Payments äußerte.

  3. Frequenzen: Bundesnetzagentur erfüllt Forderungen der Mobilfunkkonzerne
    Frequenzen
    Bundesnetzagentur erfüllt Forderungen der Mobilfunkkonzerne

    Jochen Homann könnte vor seinem Ruhestand noch einmal Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica erfreuen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 Ti 12GB 1.699€ • Intel i9-10900K 444,88€ • Huawei Curved Gaming-Monitor 27" 299€ • Hisense-TVs zu Bestpreisen (u. a. 55" OLED 739€) • RX 6900 1.449€ • MindStar (u.a. Intel i7-10700KF 279€) • 4 Blu-rays für 22€ • LG OLED (2021) 77 Zoll 120Hz 2.799€ [Werbung]
    •  /