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Avi Loeb: Analysen bestätigen erstes interstellares Objekt

Hunderte Male so viel Uran, Beryllium und Lanthan wie im Sonnensystem: Analysen bestätigen den Erstkontakt mit einem interstellaren Objekt.
/ Peter Steinlechner
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Von der Nasa auf Basis von Hubble-Aufnahmen generiertes Bild der Sombrerogalaxie (Bild: -/NASA/HHT/AFP via Getty Images)
Von der Nasa auf Basis von Hubble-Aufnahmen generiertes Bild der Sombrerogalaxie Bild: -/NASA/HHT/AFP via Getty Images

Nicht mit Teleskopen, sondern mit Mikroskopen haben Wissenschaftler möglicherweise erstmals Belege für Material mit interstellarer Herkunft auf der Erde gefunden. Es handelt sich um winzige Kügelchen, die der Harvard-Astrophysiker Avi Loeb im Juni 2023 im Pazifik sammelte.

Diese Kügelchen haben sich seiner Theorie zufolge von einem Objekt mit der Bezeichnung IM1 abgespalten. Der geschätzt rund 500 Kilogramm schwere Meteorit war am 8. Januar 2014 nahe Papua-Neuguinea abgestürzt.

Seitdem wurden die Kügelchen per Elektronenmikroskop an vier Standorten in aller Welt weiter untersucht – in Harvard in den USA, aber auch in einem Labor in Deutschland.

Dabei stellte sich heraus, dass der Anteil der Elemente Beryllium, Lanthan und Uran mehrere hundertmal so hoch ist wie sonst in unserem Sonnensystem üblich. Bestimmte Metalle hingegen kommen viel weniger vor, etwa Rhenium.

Loeb schreibt in einem Artikel auf Medium(öffnet im neuen Fenster) , diese Zusammensetzung sei ein sehr starkes Anzeichen dafür, dass die Kügelchen nicht aus unserem Sonnensystem stammten: "Der Geburtsort von IM1 könnte eine differenzierte Kruste eines Exoplaneten mit einem Eisenkern und einem Magmaozean gewesen sein."

Einige der anderen Eigenschaften könnten durch die lange Reise des Objekts durch den interstellaren Raum sowie durch den Eintritt in die Atmosphäre der Erde erklärt werden. Loeb hat die Analysen für die Untersuchung durch andere Wissenschaftler veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) .

Der Astrophysiker hält es sogar für denkbar, dass die Materialzusammensetzung nicht auf natürlichem Weg entstanden ist, sondern dass IM1 von intelligenten Wesen zusammengesetzt wurde.

Schöne Grüße von Oumuamua

Loeb hatte bereits bei dem 2017 am Rande unseres Sonnensystems aufgetauchten Objekt mit der Bezeichnung Oumuamua (g+) mit der Vermutung, es könnte sich um eine Sonde von Außerirdischen handeln, Schlagzeilen gemacht.

Der Forscher wurde auf IM1 aufmerksam, weil unter anderem die Luftüberwachung des US-Militärs eine extrem hohe Geschwindigkeit des geschätzt rund 500 Kilogramm schweren Objektes feststellte. Deswegen vermutete Loeb, dass es nicht aus dem Sonnensystem stammt, sondern aus dem interstellaren Raum.

Im Sommer suchte Loeb mit dem Projekt Galileo mit seinem Team an Bord des Forschungsschiffs Silver Star im Pazifik nach Überresten von IM1, indem ein Magnetschlitten, der metallische Gegenstände anzieht, in einer Tiefe von rund 1.700 Metern über den Meeresgrund gezogen wurde.


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