Avegant Glyph ausprobiert: Netzhaut-Projektion trifft Trommelfell-Beschallung

Die Avegant Glyph verbindet einen gut klingenden Kopfhörer mit einer Datenbrille, die das Bild direkt auf die Netzhaut projiziert - Golem.de hat einen frühen Prototyp des Hybriden aufgesetzt.

Artikel veröffentlicht am ,
Der zweite Prototyp der Glyph kombiniert ein Headset mit einer Datenbrille.
Der zweite Prototyp der Glyph kombiniert ein Headset mit einer Datenbrille. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Wäre Geordi La Forge eine reale Person statt Commander auf der fiktiven USS Enterprise, so würde er vermutlich eine Glyph von Avegant nutzen. Wie uns Firmengründer Edward Tang erklärte, hat sich sein Unternehmen nach der Gründung 2012 auf die Entwicklung des Datenbrillen-Kopfhörer-Hybriden Glyph konzentriert und hierbei einen Fokus auf Detailanpassungen gelegt, um auch Menschen mit großen Sehschwächen eine befriedigende virtuelle Realität zu bieten.

Stellenmarkt
  1. System Engineer Network Design & Operations*
    SCHOTT AG, Mainz
  2. Innovations-Manager (m/w/d) für digitale Strategie in München
    Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München
Detailsuche

Der erste aufsetzbare Alpha-Prototyp der Brille kommt aus dem 3D-Drucker, ermöglicht die horizontale Korrektur der Pupillenabstände sowie eine Dioptrienanpassung von -8 bis +2, über eine vertikale Korrektur denkt Avegant nach - Tang gibt jedoch zu bedenken, dass dies die Komplexität und Kosten deutlich nach oben treibt. Die auf der Unterhaltungselektronikmesse CES 2014 gezeigte und von uns ausprobierte Version ist etwas eingeschränkter. Zwischen beiden liegt eine Entwicklungszeit von drei Monaten, final ist aber auch die zweite Glyph-Brille nicht. Am 22. Januar startet Avegant eine 30-tägige Kickstarter-Kampagne, mit dieser soll das Budget für einen leichteren und kompakteren Datenbrillen-Kopfhörer-Hybriden sichergestellt werden.

Die Glyph kann in zwei Modi genutzt werden: einerseits als reiner Kopfhörer, der sein Audiosignal über MHL oder Klinke erhält, und andererseits als Datenbrille mit Ton. Das Bild wird hierbei per HDMI oder MHL eingespeist, die beiden Kabel der Anschlussbox werden laut Tang später vereint. Der Akku für die 3D-Darstellung von Filmen oder Spielen soll rund drei Stunden halten, die Headtracking-Funktion dürfte die Laufzeit weiter verringern - Details nannte uns Tang nicht.

  • Die Glyph als Datenbrille und Kopfhörer. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Alternativ spielt das Gerät nur Musik ab. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Bild- und Tonsignal werden per HDMI eingespeist. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Links der aktuelle Prototyp, rechts der alte. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die finale Glyph soll leichter und schlanker werden. (Bild: Avegant)
  • Das Bild wird auf die Netzhaut projiziert. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Die Glyph ist für unterschiedliche Augenabstände, Dioptrien und Kopfgrößen anpassbar. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das projizierte Bild bietet eine höhere Pixeldichte als ein Retina-Display. (Bild: Avegant)
  • Der bei gewöhnlichen Panels hohe Schwarzanteil fällt zudem nahezu weg. (Bild: Avegant)
Die Glyph als Datenbrille und Kopfhörer. (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)

Die Datenbrille ist offen, somit sind Teile der Umgebung im peripheren Sehfeld wahrnehmbar - für Nutzer, die es lieber komplett dunkel möchten, soll es später eine Art Blende geben. Einmal an die Kopfgröße, den Augenabstand und die Dioptrien angepasst, projiziert die Glyph pro Auge ein 720p-Bild auf die Netzhaut. Rund 2 Millionen winzige Spiegel leiten ähnlich wie bei DLP um, so entsteht die dreidimensionale Darstellung.

Golem Akademie
  1. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24.–25. Januar 2022, virtuell
  2. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    17. Februar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Diese beeindruckt durch eine sehr hohe Pixeldichte, da der Abstand zwischen den einzelnen Bildpunkten nicht wahrnehmbar ist. Zudem fehlt der großflächige Schwarzanteil im Bild, der bei Panels zu sehen ist, dadurch wirken Farben und Kontraste sehr intensiv. Glyph ähnelt eher der Cinemizer OLED denn der Oculus Rift, denn statt eines ausgefüllten Sichtfeldes hat der Anwender den Eindruck, auf eine virtuelle Leinwand zu schauen - gewöhnungsbedürftig, aber angenehm überzeugend.

Pro Ohr verbaut Avegant einen 40-Millimeter-Treiber, der unserem ersten Probehören zufolge an gute PC-Headsets wie das Beyerdynamic MMX 300 erinnert - Tang betonte, mehrere Audiospezialisten im Team zu haben. Am rechten Ohr befindet sich übrigens eine Lautstärkeregulierung. Wie gut die Glyph klingt und ob die projizierte Darstellung auch im Test gefällt, wird sich im Herbst 2014 zeigen. Bis dahin soll der Datenbrillen-Kopfhörer-Hybrid für 499 US-Dollar mit Headtracking verfügbar sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Slurpee 09. Jan 2014

[ ] Du hast den Unterschied zwischen emittiertem und reflektiertem Licht verstanden.

Ayamus 09. Jan 2014

mag sein aber das spiel ist scheiße

Anonymer Nutzer 08. Jan 2014

Google Glass & Co. werden es schon "richten". Eure Sicht auf die Welt, die ihr bereits so...

ms (Golem.de) 08. Jan 2014

Waren wir auch, geht bald online.

ms (Golem.de) 08. Jan 2014

Wir haben unsere Eindücke geschildert. Für weitere sind Tests mit mehr Zuspielmaterial...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Corona-Warn-App
Jede geteilte Warnung kostete 100 Euro

Die Bundesregierung hat für die Corona-Warn-App bisher mehr als 130 Millionen Euro ausgegeben. Derzeit gibt es besonders viele rote Warnungen.

Corona-Warn-App: Jede geteilte Warnung kostete 100 Euro
Artikel
  1. Activision Blizzard: Was passiert mit Call of Duty, Diablo und Xbox Game Pass?
    Activision Blizzard
    Was passiert mit Call of Duty, Diablo und Xbox Game Pass?

    Playstation als Verlierer und Exklusivspiele für den Xbox Game Pass: Golem.de über die bislang größte Übernahme durch Microsoft.
    Eine Analyse von Peter Steinlechner

  2. Dice: Update-Roadmap für Battlefield 2042 vorgestellt
    Dice
    Update-Roadmap für Battlefield 2042 vorgestellt

    Ob das reicht? Das Entwicklerstudio Dice hat seine Pläne für Battlefield 2042 vorgestellt. Der Shooter hat extrem niedrige Spielerzahlen.

  3. Glasfaser in Freiburg: Telekom kommt wegen wirrer Auflagen nicht weiter
    Glasfaser in Freiburg
    Telekom kommt wegen wirrer Auflagen nicht weiter

    Um Bauwurzeln zu schonen, sollte die Telekom in Freiburg Glasfaser im Zickzack ausbauen. Das dortige Tiefbauamt lehnte den Plan des Gartenbauamtes aber ab.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED 55" 120Hz 999€ • MindStar (u.a. NZXT WaKü 129€, GTX 1660 499€) • Seagate Firecuda 530 1TB inkl. Kühlkörper + 20€ PSN-Guthaben 189,90€ • HP Omen Gaming-Stuhl 319€ • Sony Pulse 3D Wireless PS5 Headset 79,99€ • Huawei MateBook 16,1" 16GB 512GB SSD 709€ [Werbung]
    •  /