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Avatar: The Way of Water: James Cameron revolutioniert das Kino - erneut

Es kommt selten vor, dass man auf eine Fortsetzung 13 Jahre warten muss. Ebenso selten ist, dass gleich vier Fortsetzungen am Stück gedreht werden. Bei James Camerons Avatar ist vieles eine Ausnahme.
/ Peter Osteried
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Der Hype um Avatar 2 ist groß, und zwar zu Recht. (Bild: Disney)
Der Hype um Avatar 2 ist groß, und zwar zu Recht. Bild: Disney

Um überhaupt Gewinn mit dem zweiten Teil seiner Avatar-Saga machen zu können, sagte James Cameron, müsse der Film einer der drei oder vier erfolgreichsten aller Zeiten werden. Ein ziemlich großes Ziel, aber eines, das er wohl erreichen wird. Denn es ist James Cameron, es ist die lang erwartete Fortsetzung von Avatar - und der Hype rund um das visuell prächtige Werk ist gerechtfertigt(öffnet im neuen Fenster) . So wie James Cameron 2009 das Kino revolutionierte und zeigte, was mit 3D möglich ist, tut er es mit Avatar: The Way of Water erneut. 3D-Technik wird in Filmen oft schlecht eingesetzt- bei Cameron ist sie stets der Schlüssel zu einem immersiven Erlebnis.

Ein gutes Jahrzehnt später

Mehr als ein Jahrzehnt nach den Ereignissen des ersten Films erzählt Avatar: The Way of Water (Kinostart: 14. Dezember) die Geschichte der Familie Sully, bestehend aus Jake, Neytiri und ihren Kindern - von den Mühen, den Problemen und den Gefahren, die auf Pandora herrschen.

Cameron bringt hier nicht nur die zu erwartenden Figuren des Originalfilms zurück, sondern auch unerwartete. Den schurkischen Quaritch etwa, der im Original starb, dessen Darsteller Stephen Lang der Regisseur aber schon damals sagte, dass seine Figur eine Zukunft haben werde. Auch Sigourney Weaver ist wieder dabei - in einer Teenager-Rolle.

Cameron nennt sein Werk einen Familienfilm. Aber nicht im Sinne eines Disney-Films, sondern eher so, wie die Sopranos auch eine Familie sind.

Höhere Bildrate - nein, danke

Technisch gesehen hatte Cameron darüber nachgedacht, die Avatar-Sequels mit einer höheren Anzahl von Bildern pro Sekunde (Higher Frame Rate) zu drehen. 24 Bilder sind der Standard, man kann aber auch auf 48, 60 oder sogar 120 Bilder pro Sekunde gehen. Der Regisseur entschied sich für 48 fps in schnellen und 24 fps in langsameren Szenen. "3D ist ein Fenster in eine andere Realität, eine höhere Bildrate würde das Fensterglas jedoch entfernen" , sagte er.

Avatar: The Way of Water - Trailer
Avatar: The Way of Water - Trailer (02:28)

Also verzichtete Cameron teils auf die HFR-Technologie. Obwohl er sie für bahnbrechend hält, folgte er seinem Gefühl, dass Menschen an eine bestimmte Art, Filme zu sehen, gewöhnt sind, und die höhere HFR Zuschauer eher aus dem Film "heraustransportiert" . Nur in einigen wenigen Szenen kommt HFR zum Einsatz.

Die neue Kamera

Beim Drehen der Sequels griff Cameron auf die neue Venice-Kamera von Sony zurück. Bis dahin hatte er fast zwei Jahrzehnte mit der Sony Cine Alta gedreht. Sony arbeitete sehr eng mit Camerons Firma Lightstorm zusammen, um die Venice den Anforderungen des Regisseurs anzupassen.

Cameron, sein Produktionsteam und die Ingenieure von Sony trafen einander regelmäßig. Neal Manowitz, der Vice President of Digital Imaging bei Sony Electronics, sagte: "Unser Ziel ist es, bei dieser kontinuierlichen Entwicklung sicherzustellen, dass das Team von Lightstorm die Vision von James Cameron umsetzen kann."

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Cameron war voll des Lobs(öffnet im neuen Fenster) : "Die Venice-Kamera liefert das eindrucksvollste Bild, das ich je gesehen habe. Das Schwarz ist extrem intensiv, die Highlights und Lichter sind unglaublich ausdrucksstark. Zum ersten Mal sieht man hier wirklich, was High Dynamic Range leisten kann."

Aufnahmen von ober- und unterhalb der Wasseroberfläche vereinigt

Das neue Kamerasystem erlaubte es dem Team, stereoskopisches 3D mit weit mehr Flexibilität und Freiheit umzusetzen. Es wurde auch ein Motion-Capture-System entwickelt, das in der Lage ist, separate Aufnahmen von ober- und unterhalb der Wasseroberfläche zu nehmen und sie zu einem virtuellen Bild zu vereinigen.

Wie aufwendig das war, illustriert eine einzelne Effektaufnahme, die Cameron dem Magazin GQ zeigte(öffnet im neuen Fenster) . Sie hatte die Nummer 405, was bedeutet, dass es 404 Versionen dieser Aufnahme gab, bevor sie überhaupt bei James Cameron landete.

Das MCU komme Avatar ''nicht einmal nahe'', sagt Cameron

Kürzlich gab es Meldungen, die Avatar: The Way of Water in die Nähe von Marvel-Produktionen rückten. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein, sagte der Regisseur(öffnet im neuen Fenster) . Die CGI-Gestaltung eines Thanos komme seinem Film "nicht einmal nahe."

Cameron benutzte eine Mixtur aus Motion Capture, VFX und CGI-Animationen - und das in einer Dichte und Schlagzahl, die den Film von praktisch jedem anderen unterscheidet. Er erklärte aber auch: "Ich möchte gar nicht schlecht über die Filme von Marvel oder DC reden. Sie haben auf rein technischer Ebene sehr viel vorangetrieben. Es gibt jetzt mehr erstklassige Künstler, mehr Tools, mehr Plug-ins und mehr Codes, mit denen man arbeiten kann."

Zugleich lobte er Weta FX, das für Avatar: The Way of Water verantwortlich war und weit mehr leistete als beispielsweise bei den letzten beiden Avengers-Filmen, an denen die neuseeländische Firma ebenfalls arbeitete. "Weta FX sind die Besten. Industrial Light & Magic leistet großartige Arbeit, aber wenn es um Gesichter und die Gefühle darin geht, übertrifft niemand Weta FX. Thanos? Also bitte. Sehen Sie sich Avatar: The Way of Water an. Hier zeigt sich, wozu Weta FX fähig ist," sagte Cameron(öffnet im neuen Fenster) .

Unter Wasser

Revolutionär sind auch die Unterwasseraufnahmen des neuen Films. Erstmals gab es Performance-Capture-Arbeiten, die unter Wasser stattfanden. Die Schauspieler trainierten, so lange wie möglich die Luft anzuhalten(öffnet im neuen Fenster) , Kate Winslet soll sieben Minuten schaffen.

Die Kombination aus CGI und echten Unterwasseraufnahmen lässt die Grenzen verschwinden - die Schauspieler, die CGI-Erweiterungen, die Kreaturen und die Landschaften werden wahrlich eins. Auch wegen der Unterwasseraufnahmen verzögerte sich der Drehstart des Films immer wieder. Weil Cameron hart daran arbeitete, die Technik dorthin zu bringen, wo er sie für seinen Film brauchte(öffnet im neuen Fenster) .

Ein gigantisches Budget

Mit einem Budget von mehr als einer Milliarde US-Dollar arbeitete James Cameron über Jahre hinweg an gleich vier Fortsetzungen seines Films. Der Plan war immer, sie alle back-to-back zu drehen, da alles andere ein logistischer Albtraum gewesen wäre.

Über sieben Monate hinweg entwickelte Cameron mit den Autoren Rick Jaffa, Amanda Silver, Shane Salerno und Josh Friedman die Drehbücher. Jede Szene wurde ausfabuliert, bevor mit dem Schreiben begonnen wurde. Erst als alle Geschichten standen, wies Cameron die einzelnen Drehbücher den Autoren zu, weil er wusste, dass sie sich ansonsten aus der Diskussion ausgeklinkt und nur auf ihre eigenen Filme konzentriert hätten.

So jedoch hoffte er, eine große Geschichte entwickeln zu können, die aus einem Guss ist. Ursprünglich für 2015 angedacht, verschob sich das Startdatum immer weiter, weil Cameron die Möglichkeiten der Technik im Sinne seiner Vision weiter vorantrieb.

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Vier Filme sind es nun geworden, das erste Sequel debütiert jetzt, 13 Jahre nach dem Original. Die weiteren Filme kommen 2024, 2026 und 2028.

Danach muss mit der Avatar-Saga nicht zwangsläufig Schluss sein. Cameron macht sich schon jetzt Gedanken über einen sechsten und siebten Film(öffnet im neuen Fenster) , bei denen er den Staffelstab aber weiterreichen und nur noch als Produzent fungieren will.

Einen Kandidaten für die Regie habe er noch nicht, aber auch noch genügend Zeit, sich darüber Gedanken zu machen. Jetzt beginnt erstmal die neue Ära von Avatar, die uns alle in den 2020ern beschäftigen wird.


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