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Avatar 3: Das teuerste Selbstplagiat der Filmgeschichte

James Camerons Avatar-Filme werden immer länger, ähneln einander aber immer einfallsloser. Fire and Ash ist kaum mehr als eine teure Kopie von Teil 2.
/ Daniel Pook
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Artwork von Avatar: Fire and Ash (Bild: 20th Century Studios)
Artwork von Avatar: Fire and Ash Bild: 20th Century Studios

Wir setzen in dieser Rezension Grundkenntnis über bisherige Avatar-Filme voraus, verraten aber keine großen Spoiler über den neuen Teil.

13 Jahre mussten Fans auf eine Fortsetzung von Avatar: Aufbruch nach Pandora warten. Weitere drei Jahre später wird die Sci-Fi-Reihe jetzt zur Trilogie. Bei anhaltendem Erfolg soll 2029 Teil 4 kommen, auch einen fünften Film hat Regisseur James Cameron bereits geplant. Über eine mögliche Serie denkt er nach.

Jetzt startet aber erst einmal Avatar: Fire and Ash im Kino und erhärtet unsere Zweifel daran, ob Cameron je genug gute Ideen für mehr als eine Filmfortsetzung im Sinn hatte.

Ursprünglich war Avatar sehr offensichtlich nur als Adaption der Pocahontas-Legende angelegt. Es erinnerte außerdem an ähnliche Geschichten wie Der mit dem Wolf tanzt(öffnet im neuen Fenster) oder The Last Samurai(öffnet im neuen Fenster) – nur eben im Sci-Fi-Setting des Jahres 2154, auf dem fiktiven Mond Pandora, mit blauen Na'vi als einheimischem Naturvolk.

Avatar: Fire and Ash (Filmtrailer)
Avatar: Fire and Ash (Filmtrailer) (02:35)

Es war einmal Sci-Fi-Pocahontas

Die Handlung um Soldat Jake Sully (Sam Worthington), der sich in eine indigene Prinzessin verliebt, ihre Kultur kennenlernt, die Seiten wechselt und sich im Krieg gegen die rücksichtslose Kolonialmacht stellt, der er selbst mal angehörte, wurde innerhalb des ersten Films mit viel Action nach bekanntem Muster erzählt. Das war nur futuristisch neu verpackt und um eine gegenwartsnahe Öko-Message angereichert. Immerhin stehen sich hier Naturverbundenheit und Planetenausbeutung, beziehungsweise Pfeil und Bogen aus Holz und Maschinengewehre sowie gezähmte Reittiere und blecherne Mech-Roboter gegenüber.

Am interessantesten war dabei noch das Konzept der titelgebenden Avatare, also der wie seelenlose Hüllen im Labor gezüchteten Na'vi-Körper. Menschen können sie im Schlaf aus speziellen Vorrichtungen heraus fernsteuern. Held Jake gibt sich zum Schluss als Mensch auf, knüpft durch ein Ritual eine so starke Bindung zu seinem Avatar, dass er mit ihm verschmilzt und seither als Na'vi weiterlebt. Mit Abweichungen im Detail, etwa mehr Fingern an den Händen, als sie ein Original-Na'vi hätte.

Avatar 1 ist heute immer noch der finanziell erfolgreichste Film aller Zeiten(öffnet im neuen Fenster). Sein weltweites Einspielergebnis von fast 3 Milliarden US-Dollar machte Fortsetzungen nach gängiger Hollywoodlogik unausweichlich. Und wie solch eine unausweichliche Fortsetzung war Avatar 2 dann entsprechend gestrickt.

Probleme aus der Vorgängergeschichte sind plötzlich wieder da, müssen erneut gelöst werden. Alles ist größer, alles ist teurer produziert und die Laufzeit ist etwas länger. Dennoch sehen wir unterm Strich nur die weniger kompakte, dramaturgisch zerfahren erzählte Neuverfilmung des ansonsten gleichen Films wie zuvor, an anderen Schauplätzen, mit zusätzlichen Charakteren.

Dann folgte die Marvelfizierung

Jake Sully musste sich im zweiten Film schon wieder in eine fremde Kultur einleben, weil er mit Frau Neytiri und ihren gemeinsamen Kindern zu einem anderen Na'vi-Clan umgezogen ist. Wieder kommt die RDA (Resources Development Administration) von der Erde mit Kriegsgeräten, Rohstoffsammlern und Schürfanlagen, um Flora und Fauna von Pandora auszubeuten. Neuerdings ist besonders ein Anti-Aging-Mittel, das aus Walen gewonnen wird, hochbegehrt.

Erzfeind Colonel Quaritch ist selbstverständlich von den Toten zurückgekehrt, als Klon in einem Avatar verankert. Nun will er sich persönlich an Familie Sully rächen. Die hat mittlerweile Quaritchs leiblichen Sohn, einen Menschen, quasi adoptiert. Um Spider (Jack Champion), so heißt der Junge, der am liebsten selbst ein Na'vi wäre und als einer der wenigen Menschen zwischen den Animationsfiguren oft ziemlich deplatziert aussieht, gibt es fortan ständig Gezanke.

Wir ahnten beim ersten Sequel schon, was James Cameron offenbar auch gemerkt hat: Der übergeordnete Konflikt des ersten Avatar-Films ist nicht komplex genug, um darauf mehrfach eine neue Dramaturgie aufzubauen. Persönliche Befindlichkeiten, Patchwork-Familiendynamik und private Rachegelüste des Bösewichts nehmen in The Way of Water, im Stile von Disneys Marvel-Filmuniversum, den Interessenmittelpunkt ein.

Es soll für uns Zuschauer nicht mehr um Pandora, den Krieg um diese Welt oder ihre Geheimnisse gehen, auch nicht um Na'vi-Kultur oder Eskapismus in eine bunte Sci-Fi-Welt, sondern zuallererst um Familie Sully und deren cartoonhafte Privatfehde mit Antagonist Quaritch.

In der gebotenen Form kann James Cameron Avatar wie eine Fernsehserie, mit ständig offenem Ende, immer weiter spinnen, solange das Franchise noch genug Milliarden Dollar einspielt, um die riesigen Produktionsbudgets von mehr als 400 Millionen US-Dollar pro Film(öffnet im neuen Fenster) für Rechteinhaber Walt Disney wirtschaftlich zu rechtfertigen.

Gegner werden nie komplett besiegt, schließlich müssen sie wiederkehren. Probleme werden oft nur halb gelöst, damit sie im nächsten Film noch mal im Wege stehen können. Verbundenheit mit den bekannten Figuren und eine schöne Präsentation sollen davon ablenken, dass die Autoren um James Cameron erzählerisch längst nicht mehr auf einem Kaugummi, sondern bereits auf ihren eigenen Zungen herumkauen. Diesen zweifelhaften Höhepunkt haben sie mit Fire and Ash bereits im dritten Film erreicht.

Feuer und Asche, aber wieder im Wasser

Der Weg des Wassers hatte 2022 als erstes Avatar-Sequel, trotz enttäuschender Handlung, im Vergleich zu Teil 1 doch ein neues, spektakuläres Element zu bieten. Wasser, sehr viel Wasser. Der Wechsel vom reinen Urwald ins Strand- und Küstensetting, eine wunderschöne Unterwasserwelt voller bunter Pflanzen und Fische, das Finale mit einer gewaltigen Schlacht zwischen Riesenwalen, Na'vi und Kampfschiffen der RDA, bot wenigstens optisch neue Reize.

Vom dritten Teil, Fire and Ash, haben wir deswegen erneut einen Wechsel der Kulissen, Kämpfe zwischen Vulkanen und beeindruckenden Lavaflüssen, erwartet. Eine Aschewüste mit ungewöhnlichen Gewächsen, vielleicht Tempelanlagen mit Feuer-Thematik, felsige Panoramen.

Aber nein, die im Trailer in Aussicht gestellte Heimat des neuen Na'vi-Clans mit Asche-Faible wird im richtigen Film kaum öfter gezeigt als in den Werbeclips. Stattdessen bleiben wir meistens beim Strandvolk aus Teil 2, erleben Schlag um Schlag die gleiche Handlung rund um Familie Sully als zähneknirschend geduldete Außenseiter beim Metkayina-Stamm noch einmal, mit nur dezent veränderten Gründen für ihre persönlichen Differenzen zwischen einander und ihren Nachbarn.

Ein Déjà-vu nach dem anderen

Schon wieder geht es in einer Nebenhandlung um einen ausgestoßenen Wal, der vergeblich versucht, alle anderen vor einem bevorstehenden Angriff zu warnen. Erneut ist der zurückgekehrte Colonel Quaritch übermäßig fixiert auf seine Jagd nach Jake, droht mit Ermordung von Wasser-Na'vi, wenn die ihm Familie Sully nicht freiwillig ausliefern. Das ist fast identisch, wie wir es in Der Weg des Wassers gesehen haben.

Und auch jetzt versucht Quaritch seinen Sohn Spider zu sich zurückzuholen, ihn gegen die Na'vi zu instrumentalisieren. Manchmal kamen wir uns im Kino vor wie in einer Zeitschleife. Ein andermal wollten wir den Charakteren verzweifelt zurufen: Habt ihr denn Teil zwei schon wieder vergessen? Da hattet ihr eure Differenzen längst ausgeräumt, diese oder jene Lektion bereits gelernt!

Abweichungen des Kernplots oder gar neue Erkenntnisse sind marginal und hätten auch im Vorgängerfilm problemlos untergebracht werden können. Im Nachhinein wirkt es so, als wären bewusst ein paar Enthüllungen und Charakterentwicklungen aus Avatar 2 herausgeschnitten und nun in Teil 3 platziert worden, um nur ja den Anschein zu erwecken, als wäre die Gesamthandlung in diesen sechseinhalb Stunden tatsächlich ein wenig voran gekommen. Das betrifft besonders Sigourney Weavers Charakter Kiri, deren Herkunft und ihre besondere Verbindung zu Eywa, dem kumulativen Mutter-Natur-Bewusstsein von ganz Pandora.

Aus Teil 2 mach 2 und 3

James Cameron selbst bestätigt unseren Verdacht in einem Interview(öffnet im neuen Fenster) sogar. Er habe ursprünglich nur drei neue Avatar-Drehbücher schreiben wollen, die Handlung des zweiten jedoch nachträglich aufgeteilt, um einen Film mehr daraus machen zu können. Das haben wir Fire and Ash sehr negativ angemerkt.

Regelrecht schockiert waren wir, als die große Seeschlacht aus Avatar 2 jetzt einfach noch einmal ausgetragen wurde. Ein paar Sequenzen mit neuen RDA-Tauchfahrzeugen sind hinzugekommen, der Großteil dieses langen Kampfes kam uns allerdings so vor, als sei hier Copy & Paste aus Der Weg des Wassers betrieben worden. Nicht von ungefähr hat Teil 3 mehr als 2.000 VFX-Shots mit Wasseranimationen – laut Pressetext in etwa so viele wie sein Vorgänger, der das Wort Wasser im Untertitel trägt.

Avatar: The Way of Water – Trailer
Avatar: The Way of Water – Trailer (02:28)

James Cameron, der mit Terminator 2 und Aliens zwei der einflussreichsten Actionfilme aller Zeiten geschaffen hat und anschließend die Titanic(öffnet im neuen Fenster) meisterhaft inszeniert untergehen ließ, hat offenbar sein Gespür für packend konzipierte Actionszenen total verloren.

Die groß angelegten Kampfsequenzen in Avatar 3 sind wahllos aneinandergereihte Clips von Menschen und Na'vi im Kampf gegeneinander – wie ein Supercut separater Todessequenzen aus einem Videospiel. Daran krankte schon der Vorgänger, während Teil 1 seine Actionszenen noch sorgfältiger choreografiert anging.

Anspruchsvoll per Montage ausgespielte Kampfdramatik, spannend zu verfolgende Situationen über mehrere Schnitte hinweg, sind uns in Fire and Ash kaum vergönnt. Es ist ein unbefriedigendes Durcheinander, das nur durch Reizüberflutung zu punkten versucht.

Möglichst viele Na'vi auf ihren Ikran-Flugtieren schwirren gleichzeitig durcheinander, je nach Projektion butterweich in High-Frame-Rate. Überall knallen schick animierte Explosionen, hüpfen Riesenwale an Deck von Schlachtschiffen und zerbrechen sie in viele Einzelteile. Menschen werden durch die Luft geschleudert. Es sind wiederholt fast dieselben Bilder. Spektakulär computerberechnet, aber als lieblos aufgereihte Collage präsentiert, lässt uns das innerlich kalt.

Das wenige Neue geht in Kämpfen unter

Nur ein paar Szenen vom Beginn des Films haben kurz mal etwas Originelles, verhältnismäßig Fantasievolles gezeigt. Die schwebende Karawane der Wind Trader, die mit gigantischen Quallen wie mit Heißluftballons reisen, gezogen von fliegenden Riesenrochen. Schade, dass selbst so eine schöne Sequenz nach wenigen Minuten in wirres Kampfchaos ausartet.

Dafür verantwortlich zeichnet das neu eingeführte Feuer-Volk mit Na'vi, die zum ersten Mal auch Krieg gegen Artgenossen führen. Deren Anführerin Varang (Oona Chaplin) hat richtig Lust am Fiessein, genießt Mord und Kämpfen geradezu leidenschaftlich, wird vom Drehbuch jedoch zum Sidekick von Quaritch degradiert.

Wäre es nach uns gegangen, hätten wir lieber auf Letzteren ganz verzichtet und dafür mehr über Varang und ihren Mangkwan-Clan erfahren, deren Kultur tiefer ergründet, statt bloß ein paar Sätze Hintergrundinfos am Rande erzählt zu bekommen. Hier gab es Potenzial für eine viel spannendere neue Avatar-Geschichte, die dem Filmtitel hätte gerecht werden können.

Mal atemberaubend echt, dann wieder nur ein Videospiel

Gemessen an seinen bisherigen Avatar-Sequels kommt uns James Cameron heutzutage nicht mehr in erster Linie wie ein Filmemacher vor, sondern wie ein Technikfanatiker, der sich mit schier unbegrenzten Mitteln im totalen Exzess austoben darf. Der echt anmutende Animationsfilme in vollem Umfang mit Schauspielern und virtuellen Kameras per Performance-Capture so dreht, als wären es Realfilme, anstatt sich alles komplett am Computer animieren oder gar per KI generieren zu lassen. Er liebt die Performance-Capture-Technik im virtuellen Studio, möchte deren Möglichkeiten an immer neue Grenzen führen. Und er bekommt das so aufwändig tatsächlich bezahlt.

Gerade in Zeiten, in denen große Studios Effekte immer schneller, immer günstiger fordern, werden Avatar-Filme bemerkenswert ambitioniert gefertigt. Auch Fire and Ash bietet wieder viele beeindruckende Momente, die ohne hart arbeitende VFX-Spezialisten und deren Renderfarmen, trotz echt eingefangener Schauspielleistungen, nicht wie selbstverständlich auf der Leinwand erscheinen würden.

In einzelnen Szenen saßen wir mit offenem Mund im Imax-Kino, angesichts des Detailgrades komplett animierter Figuren in Nahaufnahme, in absolut echt aussehender Fantasie-Kulisse, bei optimaler Ausleuchtung, dazu mit knackigem Kontrast, tollen Farben, überzeugender Simulation von Tiefenschärfe und allem, was größtenteils extra für die Avatar-Filme entwickelte Effektsysteme hier so ausgereift und sauber abliefern, wie es zum Zeitpunkt des Filmstarts wohl nirgends sonst geboten wird. In dieser Filmlänge eine Mammutaufgabe für Weta FX, das laut Produktionsnotizen für 94 Prozent der computereffekthaltigen Aufnahmen von Fire and Ash verantwortlich ist.

Avatar: Fire and Ash (Behind the Scenes mit Stephen Lang)
Avatar: Fire and Ash (Behind the Scenes mit Stephen Lang) (14:19)

Sein Hang, das alles trotz inhaltlichen Leerlaufs über mehr als drei Stunden zu erstrecken, immer groß und mit vielen Details gefüllt, lässt Avatar jedoch selbst als reinen Animationskunst-Showcase scheitern. Wie schon bei seinen Vorgängern, vielleicht sogar noch etwas mehr, sind uns immer wieder qualitative Unterschiede zwischen verschiedenen Szenen, manchmal aber selbst innerhalb einer einzelnen Szene aufgefallen.

Auf hochgradig fotorealistische Ansichten folgen manchmal Aufnahmen, die wieder mehr wie ein modernes Computerspiel in Unreal Engine 5 aussehen. Normale Menschen fügen sich nicht homogen ein, sehen im Gesamtbild unechter aus als die sie umgebenden Kunstfiguren. Wer in High-Frame-Rate guckt, stellt erneut fest, dass nicht jede Aufnahme mit erhöhter Bildrate abläuft. Unser Gehirn muss sich ständig beim Verarbeiten der Bilder zwischen normaler und erhöhter Framerate umgewöhnen, sodass uns der Film manchmal plötzlich stotternd oder umgekehrt für Sekunden künstlich schneller abgespielt vorkommt.

Opfert Cameron Qualität für neue Kinokassenrekorde?

Story hin oder her: Wir würden einen solch aufwändig produzierten Animationsfilm aus Prinzip viel mehr genießen, wäre er nur halb so lang, dafür von konstant gleich hoher Qualität, ohne wahrnehmbare Schwankungen im Fotorealismus und der gebotenen Grundoptik. Und entweder durchgehend in hoher oder dauerhaft mit handelsüblicher Bildwiederholrate vorgeführt.

Kürzere Filme wären mit Sicherheit etwas günstiger produzierbar, was den Verlust des Überlängezuschlags an den Kinokassen auffangen dürfte. Es sei denn, James Cameron, 20th Century Studios und Walt Disney geht es schlussendlich eher ums Prestige, mit der Marke Avatar wieder und wieder die finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten hervorzubringen. Hierbei spielen Extra-Einnahmen wie der 3D-Zuschlag eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Obwohl der Box-Office-Erfolg eine andere Sprache spricht und die Zuschauermassen über Weihnachten garantiert wieder in den neuesten Avatar-Film strömen werden, ziehen wir im modernen Vergleich ganz klar die glaubwürdigere Optik und faszinierenderen Bildstrecken von Denis Villeneuves Science-Fiction-Filmen vor. Seien es beide Dunes, Blade Runner 2049 oder Arrival(öffnet im neuen Fenster).

Hier stimmt einfach auch die Bildsprache. Wir werden unterbewusst in fremde Welten transportiert, bevor wir überhaupt anfangen können, uns Gedanken darüber zu machen, welche Elemente im Bild VFX und welche Practical Effects sind. Die Gesamtwirkung ist rund, das Erlebnis hochimmersiv. Obwohl Villeneuves Filme nur den Bruchteil eines Avatars kosten, werden hier alle Sinne viel feiner angesprochen.

Fire and Ash macht uns fassungslos

Nach zwei sehr langen Avatar-Filmen dürften die meisten Zuschauer inzwischen selbst ganz gut wissen, ob ihnen ein weiterer langer Ausflug nach Pandora ihre Zeit wert ist. Ob sie Pandora als Schauplatz reizvoll genug finden, die wunderbar animierten Na'vi als Volk verschiedener Öko-Sekten und auch Familie Sully als Protagonisten ins Herz geschlossen haben.

Etwas Neues sollte vom dritten Teil jedoch niemand erwarten. James Cameron kommt uns merkwürdig unmotiviert vor, seine eigene Pandora-Welt weiter zu erkunden, als nur mal kurz für ein paar Szenen woanders hin und dann gleich wieder an den Hauptort von Teil 2 zurückzuspringen. Warum gibt es nur so wenig neue Spezies und Pflanzengattungen auf der Leinwand zu sehen, die besonders beim ersten Pandora-Besuch aus Avatar 1 noch einen höheren Anteil der Laufzeit ausgemacht haben? Obwohl dessen Gameplay sehr redundant ist, bietet momentan nur noch Ubisofts Lizenzspiel Frontiers of Pandora solch ein Entdeckererlebnis für Fans dieser naturbetonten Sci-Fi-Welt.

Uns hat bei Fire and Ash aber nicht nur hollywoodtypischer Mangel an Inspiration gestört. Die Ausmaße, mit denen Avatar 3 plump aus dem Vorgängerfilm kopiert oder kaum verändert wiederholt, fangen bei dem ziemlich identisch abgespulten Plot an und finden ihren Höhepunkt darin, dass für diesen Film mit so gigantischem Budget noch nicht mal eine eigene große Schlacht fürs Finale konzipiert wurde.

Als wir die Wale wieder genau wie in Der Weg des Wassers auf die Schiffe plumpsen sahen, dachten wir fassungslos: Dies muss wohl das teuerste Selbstplagiat der Filmgeschichte sein.

Avatar: Fire & Ash erscheint am 17. Dezember 2025 in den deutschen Kinos.


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