Abo
  • IT-Karriere:

Avast: Ccleaner-Malware hat drei Stufen und verschont 64-Bit-PCs

Die Malware in einer Ccleaner-Version hatte mindestens drei Stufen - von der ersten waren 1,65 Millionen Personen betroffen. Wer ein 64-Bit-Windows nutzt, soll allerdings nichts zu befürchten haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Malware verteilt sich auf mindestens drei Stufen.
Die Malware verteilt sich auf mindestens drei Stufen. (Bild: Fanghong/Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0)

Auf der Sicherheitskonferenz Virus Bulletin in Madrid haben Jakub Křoustek und Jiří Bracek von Avast neue Erkenntnisse zur Malware vorgestellt, die im August und September für rund einen Monat mit Ccleaner verteilt wurde. Gute Nachrichten gibt es für Nutzer von 64-Bit-Systemen.

Stellenmarkt
  1. LOTTO Hessen GmbH, Wiesbaden
  2. BG-Phoenics GmbH, Hannover

Insgesamt habe es in dem Zeitraum 2,27 Millionen Installationen der infizierten Software gegeben, etwa 1,65 Millionen nahmen danach Kontakt mit dem Command-and-Control-Server auf. Die zweite Stufe der Malware sei auf etwa 40 Rechnern installiert worden, was Ciscos These eines gezielten Angriffs stützt. Neben der kostenfreien Ccleaner-Version für 32-Bit-Systeme soll auch die Version Ccleaner Cloud in der Version 1.7.0.3191 den Payload enthalten haben, allerdings in einer leicht modifizierten Version.

Die Malware in der einfachen Ccleaner-Version bricht den weiteren Installationsvorgang ab, wenn Nutzer keine Administratorrechte haben. Diese Einschränkung gibt es in der Cloud-Version nicht, die zweite Stufe der Malware wird dort demnach aktiviert, auch wenn Nutzer nur beschränkte Rechte haben. Auch bei der zweiten Stufe der Malware handelt es sich nur um ein Programm, das weitere Software nachlädt - es gibt also mindestens drei Stufen.

Auf die Inhalte der dritten Stufe wollte Avast aus Rücksicht auf noch andauernde Ermittlungen nicht eingehen. Es könne aber auch sein, dass es noch mehr Stufen gebe.

Einbruch bei Piriform schon im April

Die Angreifer haben die Operation offenbar sorgfältig vorbereitet. Das selbst signierte Zertifikat für den Command-and-Control-Server wurde am 4. Juli 2017 erstellt, bereits im April soll der Einbruch in die Infrastruktur von dem zu Avast gehördenden Ccleaner-Hersteller Piriform erfolgt sein. Der Einbruch erfolgte, bevor Avast das Unternehmen im Juli übernahm. Die Infrastruktur von Avast selbst soll nicht infiziert worden sein.

Der Command-and-Control-Server der ersten Stufe kommunizierte mit der Malware vor allem über eine hardcodierte IP-Adresse. Eine weitere dynamische Kontaktmöglichkeit, mit Hilfe eines Algorithmus generierte Domains, wurde in Zusammenarbeit mit Cisco eingedämmt. Das geschah durch Manipulation im DNS, sogenanntes sinkholing.

Die zweite Stufe der Malware verwendete einige leicht abgewandelte Domains wie adoble.net, außerdem fingierte Nutzeraccounts auf Wordpress und Githubs, die IP-Adressen für C-und-C-Server übermitteln. In dieser Stufe findet sich die harmlos aussehende neue Funktion get_tls_callback, die ihrerseits verschlüsselte Inhalte enthält. Der Code wird von dem Programm entschlüsselt und der Download für die nächste Stufe der Malware gestartet. Dabei läuft der Prozess als eigener Thread abseits der Ccleaner-Installation.

Bevor der Download gestartet wird, vergehen zehn Minuten. Dass sei eine gute Nachricht für Nutzer von 64-Bit-Systemen, so die Avast-Forscher. Denn wenn Nutzer auf diesen Systemen die 32-Bit-Version von Ccleaner nutzten, ließe diese sich zwar installieren, würde aber nur wenige Momente laufen und ein Update auf die 64-Bit-Version empfehlen.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. mit Gutschein: NBBX570

zilti 08. Okt 2017

Ein paar tausend kaputte Registryeinträge können schon mal ein .NET-Programm nicht mehr...

Bluejanis 05. Okt 2017

Avast hatte ja schon länger ähnliche Zusatzfunktionen, haben die ccleaner da schon...

Cok3.Zer0 05. Okt 2017

Auch leider fälschlicherweise eine Nebeninfo, wer jetzt eigentlich das Ziel des Angriffs...

onkel_joerg 05. Okt 2017

ICH BIN VEGANER!


Folgen Sie uns
       


Atari Portfolio angesehen

Der Atari Portfolio war einer der ersten Palmtop-Computer der Welt - und ist auch 30 Jahre später noch ein interessanter Teil der Computergeschichte. Golem.de hat sich den Mini-PC im Retrotest angeschaut.

Atari Portfolio angesehen Video aufrufen
iPad 7 im Test: Nicht nur für Einsteiger lohnenswert
iPad 7 im Test
Nicht nur für Einsteiger lohnenswert

Auch mit der siebten Version des klassischen iPads richtet sich Apple wieder an Nutzer im Einsteigersegment. Dennoch ist das Tablet sehr leistungsfähig und kommt mit Smart-Keyboard-Unterstützung. Wer ein gutes, lange unterstütztes Tablet sucht, kann sich freuen - ärgerlich sind die Preise fürs Zubehör.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. iPad Einschränkungen für Apples Sidecar-Funktion
  2. Apple Microsoft Office auf neuem iPad nicht mehr kostenlos nutzbar
  3. Tablet Apple bringt die 7. Generation des iPads

Rohstoffe: Lithium aus dem heißen Untergrund
Rohstoffe
Lithium aus dem heißen Untergrund

Liefern Geothermiekraftwerke in Südwestdeutschland bald nicht nur Strom und Wärme, sondern auch einen wichtigen Rohstoff für die Akkus von Smartphones, Tablets und Elektroautos? Das Thermalwasser hat einen so hohen Gehalt an Lithium, dass sich ein Abbau lohnen könnte. Doch es gibt auch Gegner.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Wasserkraft Strom aus dem Strom
  2. Energie Wie Mikroben Methan mit Windstrom produzieren
  3. Erneuerbare Energien Die Energiewende braucht Wasserstoff

Alexa: Das allgegenwärtige Ohr Amazons
Alexa
Das allgegenwärtige Ohr Amazons

Die kürzlich angekündigten Echo-Produkte bringen Amazons Sprachassistentin Alexa auf die Straße und damit Datenschutzprobleme in die U-Bahn oder in bisher Alexa-freie Wohnzimmer. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben Golem.de erklärt, ob und wie die Geräte eingesetzt werden dürfen.
Von Moritz Tremmel

  1. Digitaler Assistent Amazon bringt neue Funktionen für Alexa
  2. Echo Frames und Echo Loop Amazon zeigt eine Brille und einen Ring mit Alexa
  3. Alexa Answers Nutzer smarter Lautsprecher sollen Alexa Wissen beibringen

    •  /