Autovermietung: Daten von Millionen Buchbinder-Kunden offen im Netz

Schweres Datenleck bei der Autovermietung Buchbinder: Persönliche Daten von drei Millionen Kunden waren im Netz zugänglich. Auch ein bekannter Politiker ist betroffen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Daten von drei Millionen Buchbinder-Kunden standen ungeschützt im Netz.
Die Daten von drei Millionen Buchbinder-Kunden standen ungeschützt im Netz. (Bild: Buchbinder.de)

Bei der Regensburger Autovermietung Buchbinder hat es ein schweres Datenleck gegeben. Über einen offenen Port sei der Zugriff auf einen Backup-Server möglich gewesen, berichteten die Wochenzeitung Die Zeit und das Computermagazin c't am Mittwoch. Dadurch hätten persönliche Daten von drei Millionen Kunden wochenlang ungeschützt im Netz gestanden. Dazu gehörten auch Adressen und Telefonnummern von Prominenten und Politikern wie Grünen-Chef Robert Habeck.

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Die beiden Medien wurden von dem IT-Sicherheitsexperten Matthias Nehls auf die Lücke aufmerksam gemacht. Dessen Firma Deutsche Gesellschaft für Cybersicherheit war demnach bei Routine-Scans auf den offenen Server gestoßen. Nehls habe sich zunächst zweimal per Mail an Buchbinder gewandt, jedoch nach eigenen Angaben keine Antwort erhalten. Daraufhin habe er die Medien und den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten in Bayern informiert.

Offener Port 445

Ursache des Lecks sei ein Konfigurationsfehler bei einem Backup-Server gewesen. Der offene Port 445 habe Zugriffe über das Netzwerkprotokoll SMB erlaubt. Jeder Internet-Nutzer hätte die auf dem Server abgelegten Dateien mit einem Volumen von 10 Terabyte herunterladen können. Ein Passwort sei nicht erforderlich gewesen.

Die Backups enthielten dem Bericht zufolge mehr als fünf Millionen Dateien mit umfangreicher Firmenkorrespondenz sowie eingescannte Rechnungen, Verträge, Mails und Schadensbilder von Autos. Es handele sich offenbar um die komplette Microsoft-SQL-Firmendatenbank. Enthalten waren zudem mehr als neun Millionen Mietverträge im Zeitraum von 2003 bis heute. Neben den Mietern seien auch die Fahrer mit Namen, Adresse, Geburtsdatum, Führerscheinnummer und -Ausstellungsdatum aufgeführt. Viele hätten zudem Mobilfunknummern und E-Mail-Adressen angegeben. Kreditkartennummern sollen nicht in der Datenbank gestanden haben, hingegen Zahlungsinformationen und Bankverbindungen auf PDF-Scans von Rechnungen.

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Die Autovermietung soll die Lücke nach Hinweisen der Medien inzwischen geschlossen haben. Dem zur Europcar Mobility Group gehörenden Unternehmen könnte wegen des schweren Verstoßes gegen die Datenschutzbestimmungen ein hohes Bußgeld drohen. Seit 2017 gehört auch die Berliner Autovermietung Robben & Wientjes zu dem Unternehmen. Dem Bericht zufolge fanden sich in der Datenbank auch Angaben von Kunden, die ein Auto über billiger-mietwagen.de und Car Del Mar gemietet hatten.

Wer wissen will, ob seine Informationen von dem Leck betroffen sind, kann dies bei Buchbinder erfragen. Ein Formular für eine datenschutzrechtliche Selbstauskunft kann zu diesem Zweck an die Adresse Charterline Fuhrpark Service GmbH, Kulmbacher Str. 8.10, 93057 Regensburg oder per E-Mail an datenschutz@buchbinder.de geschickt werden.

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Proctrap 23. Jan 2020

Schriftliche Anweisung einfordern mit Hinweis auf das Problem, damit übernimmt er die...

maci23 23. Jan 2020

Habe die keine Firewall? Jeder sticknormaler Router aus dem billigsten Segment hat der...

redmord 23. Jan 2020

Es war wohl das zentrale Backup. Also fast alles.



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