Abo
  • Services:
Anzeige
Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität (IFM) in Essen: ein Sachverständiger prüft die Sicherheit eines Elektrofahrzeugs
Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität (IFM) in Essen: ein Sachverständiger prüft die Sicherheit eines Elektrofahrzeugs (Bild: Tüv Nord Group)

Autos und TÜV: Moderne Fahrzeuge sind schwer zu prüfen

Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität (IFM) in Essen: ein Sachverständiger prüft die Sicherheit eines Elektrofahrzeugs
Institut für Fahrzeugtechnik und Mobilität (IFM) in Essen: ein Sachverständiger prüft die Sicherheit eines Elektrofahrzeugs (Bild: Tüv Nord Group)

Moderne Fahrzeuge sind rollende Computer, zunehmend kompliziert und immer online. Das ist ein Problem bei der Hauptuntersuchung. Denn Sicherheitsmängel lassen sich immer schwerer erkennen. Helfen soll ein Adapter.
Von Heiko Dilk

Früher, da konnte man die Verkehrssicherheit eines Autos noch mit einem Hammer überprüfen. Wenn kein Rost rieselte, war alles okay. Glückliche Zeiten. Zwar gehört die Elektronik nun schon seit geraumer Zeit zum Prüfumfang der Kfz-Hauptuntersuchung (HU), aber bei modernen Fahrzeugen wird es immer schwieriger, das Gefährt auf Sicherheitsmängel zu untersuchen. Assistenzsysteme sollen autonom bremsen, Autos halten selbsttätig die Spur, fahren ihrem Vordermann hinterher und erkennen Verkehrszeichen. Die Navis ziehen Live-Verkehrsdaten und die Passagiere Musik oder Videos aus dem Netz oder posten auf Twitter. Die HU muss sich weiterentwickeln. Helfen soll ihr dabei der sogenannte HU-Adapter, der seit dem 1. Juli bei den Prüfungen eingesetzt wird.

Der HU-Adapter wird mit der OBD-Schnittstelle (On Board Diagnose) des Autos verbunden und kann dann mit einem Notebook, einem Tablet oder dem Smartphone kommunizieren. Er erkennt anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) über den Abgleich mit einer Datenbank, welche Systeme ab Serie im Auto verbaut wurden. "Der Adapter kann dann die entsprechenden Steuergeräte ansprechen und bekommt die Rückmeldung, dass beispielsweise das automatische Kurvenlicht vorhanden ist", erklärt Thomas Schuster von der Sachverständigenorganisation KÜS.

Anzeige

Mit dem HU-Adapter werden keine Daten ausgelesen und gelöscht

Gibt es keine Rückmeldung, muss der Prüfer kontrollieren, ob der entsprechende Sensor überhaupt im Auto verbaut wurde. "Ist er da und wurde das System nicht willentlich und fachgerecht stillgelegt, ist das ein Mangel", sagt Schuster. Wobei es auch vorkommen kann, dass der Fehler in der Datenbank liegt, das System also nie vorhanden war. "In so einem Fall muss dann die Datenbank korrigiert werden." Grobe Fehler lassen sich so an allen verbauten Systemen ausschließen, kleinere nicht unbedingt. "Über den HU-Adapter werden keine in Fahrzeugsteuergeräten gespeicherten Fehler ausgelesen oder gelöscht", erklärt etwa René Babick vom TÜV Süd.

Die HU soll ja auch nicht die Werkstatt ersetzen, sondern hat einen streng davon getrennten Auftrag. Doch schon für teilautonome Systeme, wie es sie heute gibt, gilt: Kleine Fehler können sich unter Umständen verheerend im Verkehr auswirken. Umso mehr, wenn dereinst autonom durch die Städte und über die Autobahnen gefahren wird. Die Frage, ob ein autonomes Bremssystem wie geplant funktioniert oder sich womöglich "verrechnet" hat, wird spätestens dann genauso relevant für die Verkehrssicherheit sein wie heute der ordnungsgemäße Zustand der Bremsleitungen. Kaum zu unterschätzen ist auch die Gefahr, dass Systeme von außen manipuliert, also gehackt werden.

Sicherheitslücken erkennen und Hacks verhindern

Die Herausforderung wird also sein, Hacks zu verhindern, Fehlfunktionen zu entdecken, bevor sie sich auswirken - nicht nur seitens der Hersteller, sondern eben auch der HU-Prüforganisationen. "Mittel- bis langfristiges Ziel muss es auf jeden Fall sein, dass die Fahrzeugüberwacher solche Lücken im System im Rahmen der Hauptuntersuchung identifizieren können", sagt Wolfgang Sigloch von der Dekra. Und: "Welche Rolle der HU-Adapter in Zukunft hier spielen kann, ist natürlich ebenfalls zu diskutieren."

Allerdings werden die Hersteller dafür mehr Informationen teilen müssen, als ihnen womöglich lieb ist: über Software, über Algorithmen und andere Systemdaten. Um die Daten so unsensibel wie möglich zu halten, setzt Sigloch auf die Erarbeitung von Standards, die schon bei der Entwicklung und dann bei der Homologation erarbeitet werden. "Auf diesen dann unter Umständen bestehenden Standards könnte in Zukunft der HU-Adapter bestimmte Statusinformationen abfragen", sagt er. Heute sei das jedoch noch nicht möglich.

Der HU-Adapter wird in Dresden entwickelt

Entwickelt hat den HU-Adapter die FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH in Dresden, deren Gesellschafter die Prüforganisationen sind. Sie entwickelt und erarbeitet gemeinsam mit den Autoherstellern die künftigen Vorgaben für die Nutzung des Adapters. Nähere Auskünfte darüber, wie damit die anstehenden Herausforderungen bewältigt werden können und wie sichergestellt wird, dass die notwendigen Informationen zur Verfügung stehen, mochte die FSD Golem.de allerdings nicht geben.

Laut Thomas Schuster von der KÜS haben die Prüforganisationen mit dem HU-Adapter erstmal nur "einen Fuß in der Tür". Ob er dereinst auch gegen Hacks und fehlerhafte Software wird helfen können, ist eher fraglich. Einstweilen vereinfacht er die HU immerhin auf ganz konventionelle Weise. So lässt sich mit seiner Hilfe die Funktion der Bremsen besser überprüfen, indem der Bremsdruck im hydraulischen System mit der Bremskraft am Rad verglichen werden kann.

Künftig sollen auch adaptive Fahrwerke besser geprüft werden können. Und schon jetzt lassen sich Scheinwerfer, Blink- oder Rückleuchten über das mit dem Adapter verbundene Mobilgerät ansteuern. Der Prüfer kann dabei ganz bequem hinter dem Auto stehen und braucht niemanden, der hinterm Steuer sitzt. Schön, dass es noch Bereiche gibt, in denen die HU unkomplizierter wird.


eye home zur Startseite
cx348 23. Sep 2015

"Über den HU-Adapter werden keine in Fahrzeugsteuergeräten gespeicherten Fehler...

suicicoo 23. Sep 2015

jo, weil die Autos auf Grund der vielen zusätzlichen Systeme im Alter zu teuer werden...

TheUnichi 22. Sep 2015

Nur wenn es gezielt wäre, würde das Auto es _vielleicht_ nicht erkennen (ich glaube eher...

GaliMali 19. Sep 2015

Der TÜV sollte nicht übertreiben. Wenn so ein System nicht richtig funktioniert, meldet...

GaliMali 19. Sep 2015

Die APPS dau fürs Smartphone gibt's auch kostenlos in den APP-Stores. Ich wette - das...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Fresenius Medical Care Deutschland GmbH, Bad Homburg
  2. Made in Office GmbH, Köln
  3. Bundeskriminalamt, Wiesbaden
  4. HFO Telecom AG, Oberkotzau (Raum Hof)


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Fast & Furious 1-7 Blu-ray 24,29€, Indiana Jones Complete Blu-ray 14,76€, The Complete...
  2. (u. a. Reign, Person of Interest, Gossip Girl, The Clone Wars)
  3. 24,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Komplett-PC

    In Nvidias Battleboxen steckt AMDs Ryzen

  2. Internet

    Cloudflare macht IPv6 parallel zu IPv4 jetzt Pflicht

  3. Square Enix

    Neustart für das Final Fantasy 7 Remake

  4. Agesa 1006

    Ryzen unterstützt DDR4-4000

  5. Telekom Austria

    Nokia erreicht 850 MBit/s im LTE-Netz

  6. Star Trek Bridge Crew im Test

    Festgetackert im Holodeck

  7. Quantenalgorithmen

    "Morgen könnte ein Physiker die Quantenmechanik widerlegen"

  8. Astra

    ZDF bleibt bis zum Jahr 2020 per Satellit in SD verfügbar

  9. Kubic

    Opensuse startet Projekt für Container-Plattform

  10. Frühstart

    Kabelnetzbetreiber findet keine Modems für Docsis 3.1



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Computerspiele und Psyche Wie Computerspieler zu Süchtigen erklärt werden sollen
  2. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  3. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn

Vernetzte Hörgeräte und Hearables: Ich filter mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt
Vernetzte Hörgeräte und Hearables
Ich filter mir die Welt widdewiddewie sie mir gefällt
  1. Polar Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung
  2. The Dash Pro Bragis Drahtlos-Ohrstöpsel können jetzt auch übersetzen
  3. Beddit Apple kauft Schlaf-Tracker-Hersteller

Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

  1. Völliger Schwachsinn

    Signator | 05:42

  2. Bei der KI würde ich mich fragen wer davon...

    Signator | 05:25

  3. Re: ... Kabel Deutschland schon heute ausschlie...

    GenXRoad | 04:58

  4. Re: 1400W... für welche Hardware?

    Ach | 04:49

  5. Virtual Reality News zur Rift scheinen niemand...

    motzerator | 04:33


  1. 18:08

  2. 17:37

  3. 16:55

  4. 16:46

  5. 16:06

  6. 16:00

  7. 14:21

  8. 13:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel