Autos mit Alibi: Plugin-Hybride begünstigen umweltfeindliches Verhalten

Plugin-Hybride verbrauchen mehr Sprit, als die Hersteller zugeben. Zudem sorgt die Konstruktion für wenig elektrische Fahrten.

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Mercedes-Benz GLE 350 de 4MATIC (Symbolbild)
Mercedes-Benz GLE 350 de 4MATIC (Symbolbild) (Bild: Daimler)

Eine Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) und des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) zeigt, dass Plugin-Hybride deutlich mehr Kraftstoff verbrauchen, als von den Herstellern angegeben. Außerdem werden sie gerade von geschäftlichen Nutzer zu selten elektrisch gefahren. Die Forscher haben aber Ideen, wie das geändert werden kann, auch wenn dies nicht nur konstruktive Details betrifft, sondern auch drastische staatliche Maßnahmen.

Für ihre statistischen Analysen nutzten die Forscherinnen und Forscher unter anderem anonymisierte Daten, die Fahrzeughalter freiwillig an Online-Portale wie Spritmonitor.de oder im Rahmen früherer Befragungen übermittelt hatten. Auch Daten von Firmenflotten wurden einbezogen.

Größere Verbrauchsabweichungen als bei reinen Verbrennern

Daraus ergibt sich ein erschreckendes Bild. Die realen Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen von Plugin-Hybridfahrzeugen bei privaten Haltern fallen mehr als doppelt so hoch aus wie im offiziellem Testzyklus. Bei Dienstwagen sind sie sogar viermal so hoch. Das Problem: Die Autos werden zu selten geladen und zu selten elektrisch gefahren. Zudem ist die elektrische Reichweite gering.

Abweichungen zwischen Normverbrauch und realem Verbrauch sind nichts Neues, aber bei den Plugin-Hybriden sind sie besonders hoch, findet Patrick Plötz, Leiter des Geschäftsfeldes Energiewirtschaft am Fraunhofer ISI und Hauptautor der Studie: "Damit ist die Abweichung zwischen offiziellen Angaben und realen Erfahrungswerten bei Plugin-Hybridfahrzeugen sehr viel größer als bei Fahrzeugen mit konventionellem Verbrennungsmotor."

Private Plugin-Hybridfahrzeuge werden statistisch gesehen lediglich an drei von vier Tagen geladen, Dienstwagen im Mittel sogar nur ungefähr an jedem zweiten Fahrtag. In Deutschland erbringen rein privat genutzte Plugin-Hybridfahrzeuge im Durchschnitt etwa 43 Prozent ihrer Fahrleistung im elektrischen Modus, bei Dienstwagen sind es lediglich 18 Prozent.

Steuerliche Förderung gegen Überwachung?

ICCT-Direktor Peter Mock empfiehlt der Bundesregierung, "bei der Förderung von Plugin-Hybridfahrzeugen die Modelle zu bevorzugen, die über eine hohe elektrische Reichweite und gleichzeitig eine geringe verbrennungsmotorische Leistung verfügen".

Außerdem sollten Kaufprämien und reduzierte Dienstwagenbesteuerung an den Nachweis von überwiegend elektrischer Nutzung im realen Betrieb geknüpft sein. Dies würde aber bedeuten, dass die Finanzbehörden diese Daten auch erheben müssten.

Elektrische Reichweite erhöhen

Es gibt aber auch leichter umsetzbare Änderungen. So sollte die elektrische Reichweite der Plugin-Hybridmodelle erhöht werden. Das Fraunhofer Institut schlägt vor, die elektrische Reichweite von durchschnittlich 50 Kilometer auf etwa 90 Kilometer zu erhöhen und die verbrennungsmotorische Leistung zu beschränken.

Außerdem sollten Flottenmanager bei Firmenfahrzeugen das Budget für Benzin- beziehungsweise Diesel-Kraftstoff für Tankkarten limitieren und das Nachladen von Plugin-Hybridfahrzeugen verstärkt ermöglichen.

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Hukatoni 28. Okt 2020

Ich konnte mich mit dem Hotel verständigen, dass ich dort ebenfalls laden darf...

David64Bit 01. Okt 2020

Nein, weil auf der Autobahn das Mehrgewicht nicht ins Gewicht fällt, schon gar nicht bei...

orsg2 30. Sep 2020

Dem gegenüber steht dass ein größerer Akku proportional höhe Stromflüsse erlaubt, d.h...

Ach 30. Sep 2020

Die Leute sollen die Hybride nutzen, von denen sie am meisten überzeugt sind. Die...



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