Autos: Elektro, Brennstoffzelle oder Diesel?

Elektroautos ermöglichten eine emissionsarme Mobilität, sagen die einen. Die anderen behaupten, durch die Herstellung der Akkus seien diese Autos nicht sauberer als ein Verbrenner. Fraunhofer-Forscher haben Elektroautos, Brennstoffzellenautos und einen Diesel unter verschiedenen Aspekten verglichen.

Artikel veröffentlicht am ,
Brennstoffzellenauto an einer Wasserstofftankstelle (Symbolbild): schneidet auch mit schwarzem Wasserstoff gut ab
Brennstoffzellenauto an einer Wasserstofftankstelle (Symbolbild): schneidet auch mit schwarzem Wasserstoff gut ab (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Sind Elektroautos umweltfreundlich? Und wie sieht es mit Brennstoffzellenautos aus? Fragen, die auch im Golem.de-Forum in letzter Zeit heiß diskutiert wurden. In einer Studie hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE die beiden Fahrzeugtypen untereinander und mit einem Diesel-Pkw verglichen.

Stellenmarkt
  1. Kubernetes Engineer (m/w/d)
    LexCom Informationssysteme GmbH, München
  2. IT Systemadministrator (m/w/d)
    Königsteiner Services GmbH, Stuttgart
Detailsuche

Die Freiburger Forscher untersuchten die Emissionen von Treibhausgasen, die über den ganzen Betriebszyklus eines Fahrzeugs auftreten, das heißt bei der Produktion, im Betrieb und schließlich bei der Entsorgung. Betrachtet wurden ein Brennstoffzellenfahrzeug mit einem 95 Kilowatt starken Antrieb und 5,6 Kilogramm großen Tank, der eine Reichweite von rund 500 Kilometern hat, zwei Elektroautos - eines mit einem 90-Kilowattstunden-Akku (kWh) und einer Reichweite von 400 km, das andere mit einem 60-kWh-Akku und einer Reichweite von über 300 km - sowie ein Dieselfahrzeug.

Für die Brennstoffzellenautos setzten die Forscher die Erdgasdampfreformierung als schlechteste Möglichkeit zur Gewinnung des Wasserstoffs an, die Elektrolyse mit Windstrom als beste sowie einen Mix aus jeweils der Hälfte aus beiden Verfahren. Beim Strom nahmen sie als beste Möglichkeit Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage an, als schlechteste den aktuellen deutschen Strommix. Die Laufleistung betrug jeweils 150.000 km.

Dabei habe sich gezeigt, dass für den Zeitraum von 2020 bis 2030 die Emissionen eines Brennstoffzellenautos, selbst wenn es ausschließlich mit Wasserstoff aus der Erdgasreformierung betrieben wird, geringer sind als die eines Elektroautos mit 90-kWh-Akku, das mit Strom nach dem aktuellen Mix geladen wird. Im Vergleich mit dem Auto mit dem 60-kWh-Akku sind sie bei 150.000 km etwas höher.

Golem Akademie
  1. Einführung in die Programmierung mit Rust: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    21.–25. März 2022, Virtuell
  2. LDAP Identitätsmanagement Fundamentals: virtueller Drei-Tage-Workshop
    , Virtuell
Weitere IT-Trainings

Werden die Elektroautos mit Solarstrom geladen, schneiden sie besser ab als das Brennstoffzellenauto, wenn es mit dem Wasserstoffmix betrieben wird. Die wenigsten Treibhausgase emittiert aber das Brennstoffzellenauto, wenn es ausschließlich mit sogenanntem grünem Wasserstoff betankt wird.

Der Strommix ändert sich

Für das darauffolgende Jahrzehnt ändert sich die Rangfolge: Dann schneiden die mit Strom aus der Steckdose geladenen Elektroautos besser ab als das mit sogenanntem schwarzem Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenauto. Grund ist neben verbesserten Akkus auch ein veränderter Strommix. Durch Verbesserungen in der Technik sinken die Emissionen insgesamt. Am besten schneidet das Auto mit dem 60-kWh-Akku ab, das ausschließlich mit Solarstrom geladen wird, dicht gefolgt vom Brennstoffzellenauto, das mit grünem Wasserstoff betrieben wird.

Das Dieselfahrzeug hingegen ist bei der Produktion besser als die Konkurrenten. Durch seine Emissionen verspielt es diesen Vorsprung aber wieder. Bei einer Laufleistung von 150.000 km ist nur noch das Elektroauto mit dem großen Akku etwas schlechter. Aber schon nach wenigen Tausend gefahrenen Kilometern ist der Diesel Spitzenreiter bei den Emissionen.

"Die Studie zeigt auch, dass sich Batterie- und Brennstoffzellenfahrzeuge in idealer Weise ergänzen. Für große Reichweiten sind Brennstoffzellenfahrzeuge klimafreundlicher und für geringe Reichweiten Batteriefahrzeuge", sagte Christopher Hebling, Bereichsleiter Wasserstofftechnologien am Fraunhofer ISE. Die Forscher schränken allerdings ein, dass in der Studie eine Reihe von Punkten nicht berücksichtigt wurde, darunter das Second Life für Akkus, Auswirkungen von synthetischen Treibstoffen beim Diesel oder die Auswirkungen von Flächen- und Wasserverbrauch.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


VigarLunaris 25. Jul 2019

Das Wasserstoff = beser ist, wenn man es mal für die Umwelt betrachtet, war mir schon...

cpt.dirk 22. Jul 2019

Das kommt auf das verfügbare Wartungsbudget an und darauf, welches Auto welcher Marke mit...

cpt.dirk 22. Jul 2019

Soweit ich es von Wikipedia ableite, geht H2 ab einer bestimmten Temperatur vom flüssigen...

cpt.dirk 21. Jul 2019

+1 Zu Pumpspeicherkraftwerken muss man aber noch Übertragungsverluste und Betriebskosten...

osolemiox 18. Jul 2019

Verhältnismäßig länger hält er nur, wenn er für das entsprechende Fahrzeug...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Fälschung
Wieder Abmahnungen wegen Youporn-Streaming

Diesmal hat sich ein besonders dummer Betrüger an Abmahnungen zum Streaming bei Youporn versucht. In dem Brief stimmt fast keine Angabe.

Fälschung: Wieder Abmahnungen wegen Youporn-Streaming
Artikel
  1. Zweirad-Elektromobilität: Erscheinungsdatum des E-Bikes Sondors-Metacycle verkündet
    Zweirad-Elektromobilität
    Erscheinungsdatum des E-Bikes Sondors-Metacycle verkündet

    Das Elektromotorrad Metacycle von Sondors fährt 130 km/h, kommt 130 km weit und wird teurer als gedacht. Auch das Produktionsdatum steht fest.

  2. Deutsche Telekom: Netflix, Facebook und Amazon sollen für Netzausbau zahlen
    Deutsche Telekom
    Netflix, Facebook und Amazon sollen für Netzausbau zahlen

    Deutsche Telekom, Vodafone und 11 weitere große europäische Netzbetreiber wollen jetzt Geld von den Content-Konzernen aus den USA sehen.

  3. 800 MHz: Bundesnetzagentur dürfte nächste Auktion absagen
    800 MHz
    Bundesnetzagentur dürfte nächste Auktion absagen

    1&1 wird sich das neue Vorgehen nicht gefallen lassen. 800 MHz bietet wichtige Flächenfrequenzen auf dem Lande.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Nur noch heute: Bis zu 75% auf Switch-Spiele • Bis zu 300€ Direktabzug auf TVs, Laptops uvm. bei MM/Saturn • Blizzard-Geschenkkarten für WoW uvm. • AMD Ryzen 7 5800X 348€ • Bis 50% auf beyerdynamic + Gratis-Kopfhörer [Werbung]
    •  /