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Die rechtliche Seite

Wer in die Steuerungselektronik seines Fahrzeuges eingreift, kann mit einer ganzen Reihe von Gesetzen und Verordnungen in Konflikt kommen, etwa mit dem Urheberrecht, der Straßenverkehrszulassungsordnung und dem Pflichtversicherungsgesetz. Probleme mit dem Urheberrecht bestehen allerdings eher theoretisch, wenn ein Reverse Engineering oder die Dekompilierung von Objektcode einer Motorsteuerung stattfindet.

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Denn solange keine kompletten Dumps von Firmware-Images verbreitet werden und die Vorgehensweise zur Analyse nur qualitativ beschrieben wird, droht wenig Gefahr seitens der Hersteller von Fahrzeug und Steuergerät. Erst recht, wenn es sich um Liebhaberfahrzeuge handelt, bei denen Hersteller insolvent sind oder nach Eigentümerwechseln von Zulieferern schlicht weder Ersatzteile noch Dokumentation vorhanden sind.

Reverse Engineering kann ausdrücklich erlaubt sein

Existiert keine andere Möglichkeit, das System lauffähig zu erhalten, sieht das EU-Recht ausdrücklich den Einsatz von Reverse Engineering vor. Wer eine ECU (Engine Control Unit) als Blackbox betrachtet und im Betrieb Sensorwerte und Signale an Aktoren mitloggt, um ein Kennfeld rekonstruieren zu können, befindet sich immer auf der sicheren Seite.

Urheberrechtsexzesse wie in den USA, wo das Urheberrechtsgesetz Digital Millenium Copyright Act (DMCA) dazu verwendet wird, Fahrzeugeigentümer von der Reparatur auszuschließen, sind in der EU schon dank GVO 1400/2002 sehr unwahrscheinlich.

Relevanter sind die Folgen von Modifikationen an der Motorsteuerung für die Betriebszulassung eines Fahrzeugs. Prinzipiell erfordert jede Änderung eine Einzelabnahme durch den TÜV (alte Bundesländer) oder die Dekra (neue Bundesländer). Sonst droht der Entzug der Betriebserlaubnis, da das Fahrzeug nicht mehr dem Zustand der Typzulassung entspricht, und in der Folge der Verlust des Versicherungsschutzes.

Immer mit den Prüfstellen sprechen

Daher sollte jede Modifikation vorher mit den zuständigen Prüfstellen abgesprochen werden. TÜV und Dekra unterhalten hierfür eigene Büros, die sich auf Oldtimer und Liebhaberfahrzeuge an der Schwelle zum Klassiker spezialisiert haben. Grundsätzlich ist die Modifikation der Motorsteuerung von Fahrzeugen aus der Vor-Euro-1-Ära relativ einfach zu begutachten und muss lediglich durch eine Abgasuntersuchung bestätigt werden, wenn Drosselklappenquerschnitte (Luftbegrenzung) und maximale Einspritzmengen gleich bleiben.

Neuere Fahrzeuge brauchen in der Regel ein Abgasgutachten und ein Lärmgutachten. Das kann mehrere Tausend Euro kosten. Das mag für einzelne Fahrzeugeigentümer eine immense Hürde sein, allerdings relativiert sich der Betrag, wenn Oldtimer-Clubs für die Nachfertigung von Karosserie- und Technikteilen zusammenlegen. Was heute für diese Clubs das Nachpressen von Kotflügeln ist, entspricht vielleicht in zehn Jahren dem Clean-Room-Nachbau von ECUs im Originalgehäuse nebst Implementierung von Diagnosesoftware und Erlangung der Abgasgutachten.

 Was bringt die Zukunft?
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Peter(TOO) 09. Apr 2016

Eigentlich kann kein Entwickler so blöd sein, nicht an einen Reifenwechsel zu denken...

LCO1 06. Apr 2016

Zeit für neue Hardware :D

sd (Golem.de) 05. Apr 2016

Hallo, vielen Dank für das Lob! Das geschilderte Problem ist ein Fehler den wir...

AllDayPiano 05. Apr 2016

Danke für diesen tollen Beitrag! Er hat mir zwar meine ganze Mittagspause gekostet, aber...

LordSiesta 04. Apr 2016

Ehrlich? Dann mach doch ;)


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