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Mobile Plattformen bringen die Autos zu den Stationen

"Wir sind ein Software- und Robotikunternehmen", sagt Rusitschka. Arculus baut also nicht nur die Roboter, sondern auch die nötige Software für die Prozesssteuerung.

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Assembly Priority Chart, kurz APC, heißt das zentrale Dokument für ein Werkstück. Darin sind alle Arbeitsschritte, die dieses durchlaufen muss, festgehalten. Der Kern sind Vorgänger- und Nachfolgerbeziehungen für jeden Schritt. Die Reihenfolge kann dabei variieren, sie muss nur logisch sein. So ist es bei einer Getränkeflasche egal, ob das Etikett vor oder nach dem Befüllen oder zwischen dem Befüllen und Verschließen aufgeklebt wird. Nur sollte der Deckel erst dann aufgesetzt werden, wenn die Flüssigkeit drin ist.

Das APC sei der Bauplan und der Input für den Steuerungsalgorithmus, beschreibt Rusitschka: "Immer dann, wenn eine Station abgeschlossen ist, schauen wir: Was sind die möglichen nächsten Stationen? Dann funktioniert der Abgleich zwischen Produkt und Produktion. Wir schauen uns an, wie die Auslastung an den Stationen ist, die in Frage kommen, und nehmen dann die mit der geringsten Auslastung, so dass wir die Last auf den Stationen gleichmäßig halten."

Die Arbeitskräfte an einer Station werden vom Steuerungssystem informiert, welches Werkstück angeliefert wird, und welche Aufgaben daran zu erledigen sind. Das zentrale System sorgt auch dafür, dass die nötigen Teile an der Station verfügbar sind.

Die Werkstücke werden von mobilen Plattformen, den Autonomous Mobile Robots (AMR), zu den Stationen transportiert. Da die AMRs autonom fahren und navigieren, müssen sie mit entsprechenden Systemen ausgestattet sein. Die Sensorik ähnele jener der autonomen Autos auf der Straße, sagt Rusitschka. Die AMRs sind mit Kameras, Lidar, Odometern und Beschleunigungssensoren ausgestattet. Lediglich ein Radar fehle - die Fahrzeuge sind in der Halle unterwegs, wo es keinen Nebel oder Regen gibt. Die Datenverarbeitung übernimmt eine Steuereinheit, die von Arculus entwickelte Robotic Control Unit (RCU).

Die Entscheidung, welches Produkt zu welcher Station gebracht wird, fällt die zentrale Software und gibt sie an die RCU weiter, welche die Transportplattform zur bezeichneten Stelle steuert. Dabei ist sie auf sich selbst gestellt. Ein Indoor-Navigationssystem setzt Arculus bewusst nicht ein: "Für uns ist es sehr wichtig, die Fabrik rekonfigurieren zu können. Wenn das Volumen hoch geht oder der Varianten-Mix sich verschiebt, wollen wir schnell in der Lage sein, neue Stationen dazu zu nehmen, Stationen abzuschalten und Stationen neu zu belegen. Dementsprechend wollen wir völlig ohne Infrastruktur auskommen", begründet Rusitschka dies.

Das Prinzip, das Arculus einsetzt, wird seit einigen Jahren unter dem Begriff Industrie 4.0 vermarktet. Gemeint ist die Fertigung individueller Produkte in einer Massenfertigung. Mit der Einführung der Dampfmaschine in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts konnten Produkte maschinell in großen Mengen hergestellt werden.

1913 erfand Henry Ford das Fließband, das eine Massenproduktion ermöglichte, allerdings ohne individuelle Merkmale. Von Ford ist das Zitat überliefert, seine Autos seien in jeder Farbe zu haben, wenn es nur Schwarz sei. Im nächsten Schritt wurde die Steuerung der Prozesse am Band an Computer übergeben. Mit der vierten industriellen Revolution wird die Produktion dezentralisiert und individualisiert.

Die Autoindustrie ist dafür prädestiniert.

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 Autoproduktion: Das Ende des FließbandsDas System funktioniert auch mit Heizkörpern 
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plutoniumsulfat 19. Jun 2020

Wenn der ÖPNV autonom fährt, ist das dann auch Individualverkehr?

cruse 17. Jun 2020

Nope, das ist kein Problem. Viele Arbeiter hier können mehrere Serien(bzw Produkte) und...

Edgar_Wibeau 15. Jun 2020

Drei fallen mir spontan ein: Meine Nachbarfamilie hat zwei, meine Ex eins. Ok, sie sind...

Taylsch 15. Jun 2020

Gut, dass hier jeder seine subjektive Sicht drauf hat. Nur weil dir der Ford in schwarz...

norinofu 15. Jun 2020

Das ist mir beim anlesen des Golemartikels sofort durch den Kopf gegangen. So neu ist die...


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