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Autopilot: US-Behörde untersucht Tesla-Crashs mit Einsatzfahrzeugen

Fast ein Dutzend Mal haben Teslas im Autopilot-Modus Einsatzfahrzeuge nach Unfällen gerammt. Das will sich die NHTSA nun genauer anschauen.
/ Friedhelm Greis
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Beschädigter Streifenwagen nach einem Unfall mit einem Tesla. (Bild: Michigan State Police/Twitter)
Beschädigter Streifenwagen nach einem Unfall mit einem Tesla. Bild: Michigan State Police/Twitter

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat eine Untersuchung von Teslas Fahrassistenzsystemen eingeleitet. Wie die Behörde am 13. August 2021 mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , geht es dabei um Kollisionen von Tesla-Fahrzeugen der Modelle S, X, 3 und Y in Unfallsituationen, bei denen ein oder mehrere Fahrzeuge involviert waren. Seit Januar 2018 habe das Amt für Mängeluntersuchungen (Office of Defects Investigation (ODI)) elf solcher Kollisionen gezählt.

Die meisten Zusammenstöße hätten nach Einbruch der Dunkelheit stattgefunden. Allerdings seien die Unfallstellen durch die Lampen der Einsatzfahrzeuge, Warnleuchten, Sicherheitskegel und beleuchtete Pfeiltafeln gesichert gewesen. Die betroffenen Tesla-Fahrzeuge sollen in allen Fällen entweder den sogenannten Autopiloten oder einen Abstandsregeltempomaten verwendet haben.

Bereits im März 2021 hatte die NHTSA die Untersuchung zweier solcher Unfälle angekündigt .

Die Fahrassistenzsysteme nach Automatisierungsstufe 2 erfordern weiterhin die volle Kontrolle des Fahrers über das Fahrzeug und erlauben nicht, dass dieser sich vom Fahrgeschehen abwendet. Das ist erst ab Stufe 3 möglich, wie sie beispielsweise für den Staupiloten von Mercedes-Benz geplant ist.

ODI hat demnach eine vorläufige Evaluierung des Stufe-2-Systems der Modelljahre 2014 bis 2021 eröffnet. Das soll geschätzte 765.000 Fahrzeuge betreffen. Untersucht werden sollen die eingesetzten Techniken und Verfahren, die den Fahrer überwachen, ihn unterstützen und dessen Aufmerksamkeit sicherstellen sollen. Darüber hinaus will das Amt die Objekt- und Situationserkennung evaluieren sowie das operative Design einschätzen.

Beim Einsatz von Lenkassistenten der Stufe 2 ist beispielsweise eine sogenannte Freihanderkennung vorgeschrieben. Diese überwacht, ob der Fahrer mit seinen Händen das Lenkrad berührt. Ist dies längere Zeit nicht der Fall, leitet das Fahrzeug einen Nothalt ein. Hersteller wie Mercedes setzen inzwischen auch Infrarotkameras ein, um die Aufmerksamkeit des Fahrers zu überwachen.

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Tesla nutzt zu diesem Zweck seit einigen Monaten die Innenraumkameras im Model 3 und Y . Zuvor hatten Verbraucherschützer kritisiert, dass Tesla mit den Kameraufnahmen offenbar kontrolliere, ob Fahrer im automatisierten Modus noch das Fahrgeschehen verfolgten, jedoch keine Warnung bei zu starker Ablenkung ausgebe.

Anders als alle anderen Hersteller verzichtet Tesla zudem seit einiger Zeit auf den Einsatz von Radarsensoren für seine Assistenzsysteme und verlässt sich nur noch auf Kameras. Tesla-Chef Elon Musk lehnt zudem den Einsatz von Laserscannern (Lidar) für höhere Automatisierungsstufen ab. Für die Automatisierungsstufe 2 spielen Laserscanner aber noch keine Rolle.

Die NHTSA hat bereits zahlreiche Tesla-Unfälle untersucht, aber danach nie Maßnahmen ergriffen. Die US-Behörde für Transportsicherheit, das National Transportation Safety Board (NTSB), hat die NHTSA im Fabruar 2021 in einem Schreiben (PDF)(öffnet im neuen Fenster) kritisiert und verlangt, endlich Richtlinien, Anforderungen und Standards für automatisiertes Fahren zu definieren und einzuführen. In dem Schreiben wurde auch Tesla genannt.

Die NTSB untersucht Unfälle und kann lediglich Empfehlungen abgeben. Regularien und Sicherheitsstandards zu setzen, ist die Aufgabe der NHTSA.


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