Autonomes Schiff: Yara muss noch viel lernen

Eigentlich sollte die Yara Birkeland schon allein fahren. Da alles aber komplexer ist als gedacht, fährt das Frachtschiff noch mit Crew, sammelt Daten und lernt.

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Autonomes Elektroschiff Yara Birkeland: Die Crew geht abends nach Hause.
Autonomes Elektroschiff Yara Birkeland: Die Crew geht abends nach Hause. (Bild: Knut Brevik Andersen, Wilhelmsen Ship Service)

Es war ein ehrgeiziger Plan: Ab diesem Jahr sollte der elektrisch betriebene Frachter Yara Birkeland autonom zwischen der Fabrik des norwegischen Düngemittelherstellers Yara und den Häfen von Brevik und Larvik pendeln. Doch so weit ist es noch nicht - das Projekt hat sich als viel komplexer erwiesen als geplant. Die Coronapandemie sorgt ebenfalls für Verzögerung.

Inhalt:
  1. Autonomes Schiff: Yara muss noch viel lernen
  2. Die Algorithmen werden getestet
  3. Die Crew soll an Land arbeiten

Ende vergangenen Jahres absolvierte das Schiff seine Jungfernfahrt. Seit April dieses Jahres ist sie im regulären Einsatz - allerdings mit einer Crew an Bord: "Sie fährt mit Fracht für Yara-Dünger in Containern von deren Produktionsstätte zum Hafen von Brevik, wo die Fracht weiter in die Lieferkette gelangt", erzählt Pia Meling im Gespräch mit Golem.de. Sie arbeitet bei Massterly, dem nach eigenen Angaben ersten Unternehmen, das autonome Frachtschiffe betreibt. Massterly baut die Leitzentrale auf, von der aus die Yara Birkeland und weitere autonome Schiffe überwacht und gesteuert werden sollen.

Ziel des Projekts ist, den Transport des Düngers von der Straße aufs Wasser zu verlegen. Derzeit werden diese Transporte mit Lastwagen abgewickelt - im Jahr sind es rund 40.000 Fahrten. Um Anwohner und Umwelt zu entlasten, soll der E-Frachter diese Aufgabe übernehmen.

Die Prozesskette wird automatisiert

Allerdings geht es bei diesem Projekt nicht nur um das Schiff, sondern um die komplette Prozesskette bei Yara. "Man versucht, alle Schritte zu automatisieren, vom Verlassen der Fabrikhalle bis zum Verladen auf das Schiff", erzählt An-Magritt Tinlund Ryste von Kongsberg Maritime im Gespräch mit Golem.de. "Man strebt also eine integrierte Logistikkette an, von der Yara Birkeland ein Teil sein soll." Das norwegische Technologieunternehmen Kongsberg Maritime (KM) hat das Konzept für das autonome Schiff erstellt.

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Einmal in der Woche fährt das Schiff derzeit mit Fracht von der Fabrik zum Verladehafen nach Brevik - der zweite Hafen Larvik ist nicht mehr Teil des Projekts. "Aber wir fahren im Moment mit einer fünfköpfigen Besatzung", schränkt Meling ein. Sie besteht aus zwei Navigatoren, einem Technischen Offizier und zwei Deckhands. Für die Crew wurde eigens eine provisorische Brücke auf dem Schiff errichtet, die abmontiert werden soll, wenn niemand mehr an Bord ist und sie nicht mehr gebraucht wird.

Schifffahrt im 21. Jahrhundert

Yara Birkeland soll energieeffizient sein

Die Strecke von der Produktions- und Verladungsstätte in Herøya zum Hafen in Brevik beträgt etwa sieben nautische Meilen, das sind knapp 13 Kilometer. Die Fahrzeit beträgt etwa eine Stunde. Das Schiff sei absichtlich langsam unterwegs, sagt Meling. "Es geht auch darum, energieeffizient zu sein." Geladen wird in Herøya, nur dort gibt es die nötige Infrastruktur. Da die Strecke hin und zurück nur noch 14 Seemeilen (knapp 26 Kilometer) und nicht mehr wie ursprünglich geplant 60 Seemeilen (etwa 111 Kilometer) beträgt, reicht die Kapazität des vom Schweizer Unternehmen Leclanché gelieferten Akkus aus.

Die Fahrtdauer ist im Moment nicht der limitierende Faktor: Derzeit dauert das Be- und Entladen des Frachters allein noch Stunden. Der Vorgang soll ebenfalls automatisiert werden und der Kran muss noch lernen.

Für Yara geht es im Moment um das Sammeln von Daten.

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Die Algorithmen werden getestet 
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