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Die neue Mayflower soll später Meeresforschung machen

Die Systeme, die an Bord installiert sind, arbeiten mit künstlicher Intelligenz (KI oder AI). Das Kommando hat ein System mit dem Namen AI Captain, das Promare zusammen mit dem IT-Unternehmen IBM entwickelt hat. Es steuert das Schiff nach Auswertung der Sensordaten, des Wetters sowie eines Regelauswertungssystems.

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Zunächst werden die Daten der Sensoren verarbeitet: Wo befindet sich das Schiff, welchen Kurs läuft es und mit welcher Geschwindigkeit? Was erfassen die Kameras und das Radar? Welche Informationen liefert das AIS über andere Schiffe in der Umgebung?

Anhand von Modellen, die das Team über mehrere Jahre aus Daten und Bildern von Wasserfahrzeugen erstellt hat, kann die Mayflower identifizieren, ob die Sensoren ein Segelboot, ein Kreuzfahrtschiff oder einen Containerfrachter erfasst haben. Über die Daten aus dem AIS wird das verifiziert.

Das Schiff beachtet Kollisionsverhütungsregeln

Die Modelle enthielten unter anderem Metadaten darüber, wie sich Schiffe und Boote auf dem Wasser bewegen, erklärt Phaneuf. So könne das Schiff Vorhersagen treffen, ob das erfasste Objekt auf es zukomme, seinen Kurs kreuze oder sich entferne. Bei den ersten beiden Varianten muss zusätzlich geprüft werden, welches Wasserfahrzeug ausweichen muss. Dafür gibt es die Kollisionsverhütungsregeln (KVR), die 1972 in Kraft getreten sind.

Ein System aus der Finanzwelt, das Operational Decision Management (ODM) von IBM, bewertet die Lage. "Statt Finanzregeln haben wir dem System Kollisionsverhütungsregeln beigebracht", sagt Phaneuf. Das ODM prüft, wie sich die Mayflower entsprechend der KVR verhalten muss und gibt diese Information an den AI Captain weiter. Der berechnet dann den Kurs für das Schiff, unter Einbeziehung aktueller Wetterdaten und -prognosen und natürlich der eigenen Bedingungen wie Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit.

"Mal wird das Schiff verzögern, mal beschleunigen, mal ausweichen, mal wird es einfach weiterfahren. Das hängt alles von der Situation ab, in die es gerät", sagt Phaneuf. Aber mit Hilfe der Modelle und ausgefeilter Berechnungen finde es den richtigen Kurs. Das System werde stets die sicherste Wahl treffen, aber so, dass der Kurs das Schiff auch näher zum Ziel bringe.

Später solle das System noch erweitert werden, wobei später heißt: nach der Mayflower-Jubiläumsfahrt. Denn das MAS ist als Wissenschaftsvehikel konzipiert. Schon jetzt ist es mit diversen Umweltsensoren ausgestattet, die beispielsweise die Temperatur, den pH-Wert und die chemische Zusammensetzung des Wassers erfassen. Hydrofone horchen auf Töne von Walen und anderen Meerestieren. In Zukunft soll noch ein holografisches Mikroskop dazu kommen, das Plankton erfasst.

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Das Schiff kann Umwege fahren

Dann soll das Schiff auch selbstständig Objekte ansteuern können, die ihm interessant erscheinen. Es plant dann die Route entsprechend, um solche Objekte genauer zu betrachten. Denkbar ist auch, dass das Schiff von außen auf solche Dinge hingewiesen wird. Dass also zum Beispiel ein Satellit, der einen treibenden Container im Wasser entdeckt, dies dem Schiff meldet, und dieses dann entscheidet, ob es das Objekt ansteuert: Das alles könnte komplett ohne menschlichen Eingriff geschehen.

"Es geht nicht um den einen Trip. MAS wird viel Zeit auf See verbringen", sagt Phaneuf. Derzeit sei es teuer, Daten auf See zu sammeln. Autonome Systeme wie das MAS könnten Kosten senken und dabei helfen, Daten an Stellen auf dem Globus zu sammeln, die höchst selten besucht werden, etwa im Indischen Ozean. "Niemand fährt dahin. Aber wir brauchen Daten darüber, was dort passiert. Nur so lernen wir mehr über unseren Planeten, mehr über unsere Umwelt und wie wir sie besser schützen können."

Das sei die Zukunft, sagt Phaneuf. "Jetzt geht es darum, zu sehen, ob wir das schaffen können."

Und wie stehen die Chancen?

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 Autonomes Schiff auf Kurs der Mayflower: AI, AI, Captain!Sorgen macht sich der Mayflower-Erfinder nur wegen des Wetters 
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Der mit dem Blubb 19. Apr 2021 / Themenstart

Dazu brauchts aber keine KI, oder? Da wird ja nicht gelernt, sondern eben "einfach" mit...

andkleves 16. Apr 2021 / Themenstart

Die erste unbemannte Weltumsegelung gab es übrigens schon vor 20 Jahren ("Relationship...

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