Autonomes Fahren: Xpeng startet Chinas erste Serienproduktion von Robotaxis
Der chinesische Elektroautohersteller Xpeng folgt beim autonomen Fahren dem Kurs von Tesla und setzt nur auf Kameras. Zum Start der Serienproduktion seines ersten Robotaxis schrieb das Unternehmen(öffnet im neuen Fenster): "Im Gegensatz zu vielen bestehenden Robotaxi-Lösungen verzichtet Xpeng vollständig auf Lidar-Sensoren und hochauflösende Karten." Auf Anfrage von Golem teilte der Hersteller mit, dass es derzeit keine Pläne gebe, die Fahrzeuge auf den deutschen Markt zu bringen.
Der Mitteilung zufolge startete Xpeng "als erster Automobilhersteller in China die Massenproduktion eines Robotaxi auf Basis einer vollständig selbst entwickelten Full-Stack-Technologieplattform". Das Fahrzeug basiere auf dem Xpeng GX und erfülle die Anforderungen für autonomes Fahren auf Level 4. Das bedeutet, dass das Fahrzeug ohne menschlichen Sicherheitsfahrer unterwegs sein kann. Bis Anfang 2027 will Xpeng "einen vollständig autonomen Betrieb ohne Sicherheitsfahrer an Bord" umsetzen.
Xpeng entwickelte dazu die Hard- und Software selbst. Vier sogenannte Turing-KI-Chips ermöglichten eine effektive Rechenleistung von bis zu 3.000 Tera-Operationen pro Sekunde (Tops/Teraflops). Das sind zusätzliche 800 Teraflops im Vergleich zum Xpeng G7, der im Juni 2025 vorgestellt wurde. Zum Vergleich: Das Drive-Hyperion-System von Nvidia auf der Basis des Drive AGX Thor liefert derzeit 2.400 Teraflops(öffnet im neuen Fenster).
VLA-Modell für Ende-zu-Ende-KI
Ebenso wie andere Anbieter setzt auch Xpeng auf ein sogenanntes Vision-Language-Action-Modell (VLA) mit Ende-zu-Ende-KI. Das bedeutet, dass die Systeme vollständig auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren. Xpeng hat dabei nach eigenen Angaben klassische VLA-Zwischenschritte eliminiert und die Latenz des Systems auf weniger als 80 Millisekunden reduziert. Zudem ermögliche das Konzept "eine deutlich verbesserte Generalisierung für urbane und sogar grenzüberschreitende Einsatzszenarien".
Im Gegensatz zu praktisch allen anderen Herstellern mit Ausnahme von Tesla verzichtet Xpeng auf Laserscanner als zusätzliches Sensorsystem. Auf Nachfrage von Golem machte der Hersteller keine Angaben zum vollständigen Sensorset. Ein Sprecher teilte lediglich mit: "Fahrzeuge von Xpeng sind mit rein bildbasierten intelligenten Fahrsystemen ausgestattet. Die Anzahl der Kameras variiert je nach Modell."
Es gebe derzeit keine Pläne, das Robotaxi auf Märkten außerhalb Chinas anzubieten. Zudem seien diese nicht für Privatkunden gedacht. Allerdings sei vorgesehen, noch in diesem Jahr Fahrzeuge mit dem Automatisierungsstufe 2 auf Basis der UN/ECE-Regelung 171 (DCAS) auf ausländischen Märkten einzuführen. Solche Systeme könnten künftig auch das überwachte autonome Fahren nach Level 2++ ermöglichen, wie es von Tesla schon in den Niederlanden und in Litauen zugelassen und von Mercedes für Ende 2026 in Deutschland geplant ist.
Xpeng bietet aktuell in Deutschland die Modelle G6, G9, P7+ und X9 an. Trotz gehobener Ausstattungsmerkmale wie beim P7+ versteht sich der Hersteller noch nicht als Premiummarke.
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