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So stellt sich Daimler die Funktion seiner Car-to-X-Warnungen vor.
So stellt sich Daimler die Funktion seiner Car-to-X-Warnungen vor. (Bild: Daimler)

Kaum ein Monat ohne gehackte Autos

Zu guter Letzt gibt es Überlegungen, die Straßen selbst mit einer Infrastruktur auszustatten, die mit den automatisierten Fahrzeugen kommunizieren kann. So sieht das Pilotprojekt Digitales Testfeld Autobahn vor, dass eine Strecke sowohl mit Funktionen zur Kommunikation zwischen Auto und Straße als auch für die Autos untereinander ausgerüstet wird. Ebenso wie bei den anderen genannten Kommunikationssystemen ist eine solche "voll digitalisierte" Straße, wie sie das Bundesverkehrsministerium nennt, keine Voraussetzung für den Einsatz autonomer Fahrzeuge.

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Die Digitalisierung soll offenbar vor allem der Verkehrssteuerung oder der schnelleren Warnung vor Falschfahrern dienen. "Bereits in Auftrag gegeben ist ein Pilotprojekt, das Falschfahrten im Bereich der Anschlussstellen automatisch erkennt und den Falschfahrer visuell und akustisch warnt", schreibt das Ministerium. Viel wichtiger als auf der Autobahn könnte die digitale Straße allerdings im städtischen Umfeld werden. Hier hoffen die Hersteller darauf, dass die Verkehrszeichen beispielsweise mit den Autos kommunizieren können. "Die Städte müssen sich ändern", sagte der Leiter der Forschungsgruppe hochautomatisiertes Fahren bei BMW, Werner Huber, im Gespräch mit Golem.de. Das Autobahnprojekt der Bundesregierung wird von den Herstellern eher belächelt und als PR-Aktion betrachtet.

Telematik-Dienste bereits gehackt

Doch die vernetzten Autos brauchen die externe Kommunikation nicht nur aus Sicherheitsgründen. Hochautomatisierte Autos werden sicherlich über die gleichen Unterhaltungsdienste verfügen, die bereits jetzt im Angebot sind. So wirbt BMW für seine neue 7er-Serie damit, dass mit den Diensten von ConnectedDrive die "Fahrer optimal vernetzt" sind. Dazu gehören auch der Dienst Real Time Traffic Information (RTTI) sowie verschiedene Apps, mit denen der Fahrer beispielsweise über sein Smartphone die Autotüren öffnen oder verriegeln kann.

Zudem gibt es Telematik-Dienste externer Anbieter, die einen Zugriff auf die Borddaten verlangen und über ein Mobilfunkmodul verfügen. US-Forscher haben kürzlich nachgewiesen, dass die Telematik-Steuereinheit eines Versicherungsunternehmens per SMS gehackt werden konnte. Das Unternehmen rechnet den Tarif auf Kilometerbasis ab und braucht dazu einen Zugriff auf die Daten der On-Board-Diagnose.

Hoher Sicherheitsaufwand erforderlich

Leider muss man davon ausgehen, dass alle genannten Dienste auch Einfallstore für Manipulationen sein können und werden. Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht über einen erfolgreichen Angriff auf vernetzte Autos berichtet wird. Im Januar 2015 wurde beispielsweise ConnectedDrive gehackt. Sogar über das digitale Autoradio können Fahrzeuge manipuliert werden, wie Sicherheitsexperten im Juli berichteten. Auf der Hackerkonferenz Black Hat schilderte ein Forscher im August, wie die Funktion Onstar Remotelink in Fahrzeugen des Konzerns General Motors (GM) manipuliert werden kann. Von dem Hack auf den Cherokee Jeep ganz zu schweigen. Der Sicherheitsexperte Thilo Schumann erwartet sogar eine Zunahme an Autohacks in den kommenden Jahren.

Hinzu kommt, dass einige der vernetzten Techniken wie Car-to-X oder Car-to-Car noch gar nicht soweit im Einsatz sind, dass sie überhaupt angegriffen werden können. Wie soll ein Auto überprüfen, dass die Meldung über einen Unfall hinter der nächsten Kurve stimmt und nicht von einem manipulierten Sender kommt? Daimler-Vertreter Hugo versicherte, dass auf Basis der Car-to-X-Technik nicht in die Fahrzeugsteuerung eingegriffen werden soll. "Es gibt keine Notbremsung auf Funkbasis", sagte Hugo. Die Aussage von Daimler-Chef Dieter Zetsche, wonach der Kartendienst Here auch gekauft wurde, um die Sicherheit der Daten gewährleisten zu können, wirkt vor dem Hintergrund der jüngsten Sicherheitslücken durchaus glaubhaft.

Es klingt daher paradox: Automatisierte Autos brauchen keine Internetanbindung, um sicher fahren zu können. Dennoch werden sie auf mehrfacher Ebene mit der Außenwelt vernetzt sein, um möglicherweise noch ein bisschen sicherer sein zu können. Die Hersteller werden auf jeden Fall jeden erdenklichen Aufwand betreiben müssen, damit nicht ausgerechnet diese vernetzten Sicherheitssysteme selbst zu neuen Gefahren werden. Eines scheint zumindest sicher: Um auf den Straßen überholen zu können, brauchen Autos keine Überholspuren im Netz.

In einer vierteiligen Artikelserie hat Golem.de den derzeitigen Entwicklungsstand autonomer Fahrzeuge dargestellt. Die weiteren Artikel der Serie lauten:

Teil 1: Auf dem Highway ist das Lenkrad los (Golem.de testet hochautomatsierte Autos)

Teil 2: Wer hat die besten Karten? (Wie genau und aktuell müssen Karten für autonome Autos sein)

Teil 4: Die neue Autonomiebehörde (Rechtliche Hürden für autonome Autos)

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quineloe 14. Sep 2015

wie Nokia sie im Bild 2 herbeiphantasiert? Mal abgesehen davon, dass es ziemlich schwer...

Bachsau 11. Sep 2015

Interessant ist nur, welche Lobby solche Argumente bringt. Die der Autohersteller...

Atalanttore 11. Sep 2015

Die Städte schwimmen auch in Geld und reparieren z.B. die städtischen Straßen nur...

blobhopp 10. Sep 2015

Danke :) Ich als absoluter Liebhaber des fahrens begrüße ich den Umschwung zum Autonomen...

tingelchen 08. Sep 2015

Das passiert automatisch. Auch ohne Manipulation ;) Es wird sicher ein paar Menschen...



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