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Die Software geht immer vom schlimmsten Fall aus

Nach einer kurzen Strecke kommt die erste Ampel. Wir halten an. Die Kameras erkennen, dass sie auf grün schaltet. Das Auto setzt sich in Bewegung. Halten, Anfahren, Linksabbiegen im fließenden Verkehr, anderen Autos oder Radfahrern ausweichen - all das beherrscht das Fahrzeug. Manchmal wird es etwas unsicher, dann zögert es.

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Auf dem Kontrollbildschirm sind Objekte um uns herum erkennbar: Große Zylinder repräsentieren die Ampeln. Je nach Phase sind sie rot oder grün. Stehende Hindernisse sind orange dargestellt. Fußgänger, Radfahrer und Autos erscheinen als verschieden große Quader. Die Planer-Software färbt sie unterschiedlich ein: Blau seien die Fahrzeuge um uns herum, die in die gleiche Richtung führen, erklärt Großjohann. Die bedürften keiner größeren Aufmerksamkeit.

Wichtig seien die roten und gelben Quader: Die roten sind Fahrzeuge, die unseren Fahrweg kreuzen. Die gelben fahren die gleiche Richtung, fädeln sich aber in unsere Spur ein. "Die kommen uns in der Zeit in die Quere, da halten wir besondere Abstände", erklärt Großjohann.

Zuweilen ist spürbar, dass das Fahrzeug zögert. In einer Situation nahe den Messehallen beispielsweise. Vor uns fährt ein anderes Auto, die Laternen stehen nah am Straßenrand. "Es gibt viele Gründe, warum der Planer doch manchmal ein bisschen vorsichtiger fährt", sagt Großjohann. Die Software gehe immer vom schlimmsten Fall aus, nämlich dass das vorausfahrende Auto eine Vollbremsung mache. Es berücksichtige die Latenz des Systems sowie der Aktoren und errechne daraus den Abstand.

Kein rollendes Hindernis mehr

Nicht immer seien die anderen Verkehrsteilnehmer damit einverstanden. Manche hupten oder überholten rechts, erzählt Großjohann. "Das passiert halt mal.". Ein rollendes Hindernis sei das Auto aber nicht - mehr: "Es geht. Es war schon schlimmer."

  • E-Golf, den VW für hochautomatisiertes Fahren ausgestattet hat. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Seit Frühjahr 2019 testet der Konzern Level-4-Fahren in Hamburg. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • In der Stadt muss das Auto Verkehrsschilder erkennen und mit Fußgängern klarkommen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Autos sind mit divesen Sensoren ausgestattet. Zu den wichtigsten zählen fünf Lidars auf dem Dach. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • An der Front gibt es mehrere Radars (weiß und unter dem Nummerschild) sowie Lidars (schwarz). (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • An der Seite befinden ebenfalls Lidars und Kameras. Weitere Kameras sind weniger auffällig angebracht. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Am Heck befinden sich an jeder Ecke zwei Radarsensoren. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Systeme für die Datenverarbeitung belegen derzeit den ganzen Kofferraum. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Wahrnehmung erfolgt in erster Linie durch die Fusion der Kamera- und Lidardaten. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Eine Planungssoftware klassifiziert die Objekte auf der Straße und versucht ihr Verhalten vorherzusagen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Teststrecke ist ein Projekt in Vorbereitung auf einen internationalen Verkehrskongress im Jahr 2021. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Helge Neuner, Leiter Automatisches Fahren bei VW (rechts) und Alexander Hitzinger, Chef der VW-Tochter Volkswagen Autonomy. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
E-Golf, den VW für hochautomatisiertes Fahren ausgestattet hat. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

In einigen Fällen erhält das System Hilfe von außen: Hamburg hat auf der Teststrecke einige Ampeln mit WLAN ausgestattet, erkennbar an den Hotspots mit vier Antennen. Auf dem Bildschirm sind sie daran erkennbar, dass nicht nur der Status der Ampel in der eigenen Fahrspur, sondern auch der der anderen Ampeln an einer Kreuzung dem Auto übermittelt wird.

Die WLAN-Ampel sagt dem Auto auch, wann sie umschaltet. "Das führt dazu, dass der Wagen schon früh anfährt", erzählen die VW-Mitarbeiter. Das Auto fährt bei Rot an und überquert bei Grün die Linie oder es fährt einfach auf die rote Ampel zu, einfach weil es weiß, dass diese im nächsten Moment umschaltet. "Das ist ein netter Effekt."

Um den Verkehr in der Stadt zu meistern, hat der Testwagen reichlich Technik an Bord.

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 Autonomes Fahren: Wenn der Wagen das Volk nicht verstehtLidar und Kameras 
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plutoniumsulfat 26. Nov 2019

Eben aufgrund der Verkehrsdichte :D Und die wenigsten Autofahrer dürften wissen, wann die...

plutoniumsulfat 19. Nov 2019

Nein, da es auch in den Autos vorhanden sein müsste, was es wieder teurer macht. Wer...

ichbinsmalwieder 19. Nov 2019

Für stehende Fahrzeuge hat sich das ROTE Licht der Bremsleuchte durchgesetzt...

cpt.dirk 15. Nov 2019

Genau und ich denke, durchschnittlich gute FahrerInnen werden mit solchen intelligenten...

amagol 12. Nov 2019

Hm, wenn ich mir die Realitaet ansehe habe ich so meine Zweifel, dass menschliche...


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