Autonomes Fahren: Wayve liefert Software für Mercedes-Benz
Der Autohersteller Mercedes-Benz will die Software des Start-ups Wayve in die Serienproduktion eines Fahrzeugs integrieren. "Dadurch wird die Verfügbarkeit fortschrittlicher Level-2-Fahrassistenzsysteme für den Stadt- und Autobahnverkehr von Punkt zu Punkt auf einen größeren Kundenkreis ausgeweitet", teilte Entwicklungschef Jörg Burzer auf Linkedin mit(öffnet im neuen Fenster). Die bereits bestehenden Kooperationen mit Nvidia und Momenta blieben davon unberührt.
Nach Angaben des in London ansässigen Start-ups Wayve(öffnet im neuen Fenster) soll die verbindliche Produktionsvereinbarung "innerhalb der nächsten zwei Jahre fortschrittliche Fahrassistenzsysteme für Punkt-zu-Punkt-Fahrten im städtischen Raum ermöglichen."
Mercedes beteiligte sich Anfang 2026 bereits an einer Finanzierungsrunde für Wayve. Das Start-up verzichtet bei seinem AI Driver genannten System auf die Nutzung hochauflösender Karten oder standortspezifischer Systeme. Dieser Ansatz wird als Ende-zu-Ende-KI bezeichnet.
VLA-Modelle im Einsatz
Ebenso wie Nvidia und Momenta setzt Wayve auf ein sogenanntes Vision-Language-Action-Modell (VLA). Solche Modelle sollen optische Wahrnehmung und logisches Denken miteinander verknüpfen. Zudem nutzen die Anbieter KI-Modelle, um Trainingsdaten zu generieren. Damit ist es deutlich schneller und einfacher möglich, das erforderliche Datenmaterial zu beschaffen. Mit einem solchen Modell erzeugt Wayve nach eigenen Angaben realistische Fahrvideos aus Text-, Aktions- und Videoeingaben. Das soll das Training und die Validierung des VLA-Modells beschleunigen, insbesondere für seltene Ereignisse.
Laut Burzer baut die Kooperation "auf einer mehrjährigen technischen Partnerschaft zwischen unseren Teams auf". Beim Test der neuen elektrischen C-Klasse im August 2026 fiel uns auf, dass ein Wayve-Fahrzeug auf dem Werksgelände in Sindelfingen unterwegs war. Dieses trug einen Laserscanner auf dem Dach.
Markteinführung in den USA und Europa geplant
Wayve nutzt nach eigenen Angaben die KI-Infrastruktur von Nvidia und die Clouddienste von Microsoft Azure. Der AI Driver sei dafür konzipiert, "das gesamte Spektrum der Autonomie abzudecken – von fortschrittlichen Fahrerassistenzsystemen bis hin zu vollautonomen, fahrerlosen Lösungen".

Auf der IAA 2025 in München zeigte Mercedes erstmals eine Punkt-zu-Punkt-Navigation im urbanen Raum. Diese Automatisierungsstufe wird als Level-2++ bezeichnet, weil das Fahrzeug zwar die komplette Steuerung übernehmen kann, aber noch vom Fahrer überwacht werden muss. Tesla bezeichnet dieses System als Autonomes Fahren (überwacht), auf Englisch Full Self-Driving (supervised) (FSD).
Der Marktstart für den MB.Drive Assist Pro steht laut Burzer in den USA und in Europa kurz bevor. In China sei das System bereits im Einsatz. Bei den Fortschritten auf diesem komplexen Gebiet gehe es nicht darum, "einen Weg einem anderen vorzuziehen, sondern darum, die am meisten versprechenden Verfahren zu kombinieren und zu integrieren".
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