Autonomes Fahren: Waymo Robotaxi fährt mit Koffer eines Kunden davon
Der Geschäftsreisende Di Jin hat am San José Mineta Airport in Kalifornien eine Fehlfunktion eines autonomen Fahrzeugs gemeldet, wie unter anderem die NY Post meldet(öffnet im neuen Fenster). Nach Abschluss seiner Fahrt in einem fahrerlosen Taxi des Anbieters Waymo beabsichtigte der Passagier, sein Gepäck aus dem Kofferraum zu entnehmen. Das Fahrzeug reagierte jedoch nicht auf die Betätigung des Knopfes zum Öffnen der Heckklappe.
Statt die Verriegelung zu lösen, setzte das Robotaxi die Fahrt unmittelbar fort. Jin blieb ohne seine Arbeitsunterlagen und seine Kleidung am Terminal zurück. Da das Fahrzeug nicht stoppte, musste der Betroffene seinen Weiterflug nach San Diego ohne sein Eigentum antreten.
Ein direkter Kontakt mit dem Support des Unternehmens brachte keine sofortige Lösung. Die Mitarbeiter teilten dem Kunden mit, dass das Auto bereits auf dem Weg in ein Depot sei und eine Umkehr nicht eingeleitet werden könne.
Einstufung als gewöhnliche Fundsache
Laut Medienberichten behandelte Waymo den Vorfall zunächst nach den Standardrichtlinien für vergessene Gegenstände. Das Unternehmen informierte den Kunden per E-Mail darüber, dass sich das Gepäckstück sicher in einem Waymo-Depot befinde. Eine Übernahme der Kosten für einen Kurierdienst oder den postalischen Versand lehnte der Betreiber in der ersten Kommunikation jedoch ab.
Stattdessen unterbreitete das Unternehmen dem Passagier das Angebot, zwei kostenlose Fahrten in Anspruch zu nehmen, um den Koffer eigenständig am Standort in San Francisco abzuholen. Jin wies diesen Vorschlag zurück, da die Anreise zum Depot mehr als zwei Stunden Zeit beansprucht hätte. Der Reisende kritisierte die Einordnung des Vorfalls als persönliches Versäumnis. Er stellte klar, dass ein technischer Defekt am Fahrzeug den Zugriff auf sein Eigentum verhindert habe.
Einlenken nach Medienberichten
Erst nachdem die Presse über den Vorfall berichtet hatte, änderte das Unternehmen seine Position. Am Freitagnachmittag erfolgte eine telefonische Kontaktaufnahme durch einen Mitarbeiter des Mobilitätsdienstleisters. In diesem Gespräch bestätigte das Unternehmen, dass die Versandkosten für den Koffer nun vollständig übernommen würden.
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