Derzeit nur zwölf Kanäle üblich

Dazu würden meist separate Sende- und Empfangsantennen verwendet. Als Trägerfrequenzen kommen beispielsweise 24 GHz, 77 GHz oder 96 GHz zum Einsatz. Der chinesische Elektroautohersteller Nio kündigte zuletzt den Einsatz von Radarsensoren mit 5 mm Wellenlänge (60 GHz) an.

Laut Infineon werden für größere radiale Auflösungen und gleichzeitig gute Reichweiten steile und lange Frequenzrampen (Chirp) über 1 bis 2 GHz benötigt. Daher würden typischerweise Frequenzbereiche von 76 bis 81 GHz verwendet.

Während die Minimalkonfiguration aus einer Sendeantenne und zwei Empfangsantennen besteht, verfügen aktuelle Mittelbereichsradare nach Angaben des Zulieferers ZF typischerweise über drei Sender und vier Empfänger, was zwölf Kanäle ergibt. Neben der verfügbaren Antennenfläche bestimme die Zahl der Kanäle die Auflösung des Radars.

MIMO-Systeme sind die Zukunft

Auf Anfrage von Golem.de räumte Infineon-Entwickler Matthias Halsband ein, dass die bisherigen Radarsysteme hinsichtlich Reichweite und Auflösung noch nicht den Anforderungen des autonomen Fahrens genügten. "Hier stehen besonders Radarsensoren mit Auflösungen von weniger als 0,5 Grad im Fokus, was zu anderen Architekturen, höheren Datenraten und einem stärkeren Einsatz von Rechenleistung und KI-basierter Datenauswertung, vornehmlich auf zentralen Rechnerarchitekturen, führt", sagte Halsband. Die Industrie arbeite "mit Hochdruck an Systemen mit einer hohen Anzahl von Sende- und Empfangskanälen, mit denen die Auflösung erhöht werden kann".

Um ein solches bildgebendes Radar ("Imaging Radar") zu ermöglichen, setzen die Entwickler auf sogenannte MIMO-Systeme (Multiple Input Multiple Output), wie sie auch bei WLAN-Routern zum Einsatz kommen. Nach Angaben des FHR arbeiten die Radarhersteller bereits an MIMO-Systemen mit 12 Sende- und 16 Empfangsantennen.

Lokalisierung im dreidimensionalen Raum

ZF hat ein solches Radarsystem mit 192 Kanälen bereits angekündigt. Der israelische Anbieter Vayyar präsentierte im Mai 2021 sogar einen Radar-Chip mit einem Feld von 48 Antennen. Der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei stellte im April 2021 ein sogenanntes 4D-Bildgebungsradar mit einem Großantennenarray vor, das über 12 Sende- und 24 Empfangsantennen (12T24R) verfügt. Das entspricht 288 Kanälen.

Solche Radarsysteme sind in der Lage, Objekte nicht nur auf einer zweidimensionalen Ebene, sondern auch im dreidimensionalen Raum zu lokalisieren. Dies wird als 4D-Imaging bezeichnet, da der Radarsensor auch die Geschwindigkeit des Objekts als vierte Dimension (Zeit) erfasst. Dazu verfüge der Sensor über "zusätzlich mehrere versetzte Antennen in der Elevation und kann so Detektionen im Höhenwinkel trennen", erläutert der Radarhersteller Innosent.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Autonomes Fahren: Was Elon Musk auf dem Radar haben sollteMehrere tausend Datenpunkte pro Messzyklus möglich 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


chefin 06. Okt 2021

Im gegensatz zu Tesla sagt aber keine Autofirma das sie einen Autopilot haben, bzw Full...

chefin 06. Okt 2021

Das heist du willst, das jedes Auto seine Daten rundstrahlt und für alle erkennbar. Wie...

superdachs 04. Okt 2021

Nein, völlig realistisch.

Eheran 02. Okt 2021

Siehe hier: 1:18 will in den Verkehr reinfahren 3:00 will die an der Ampel wartenden...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Zbox Pico PI430AJ
Flotter Mini-PC mit Solid-State-Kühlung

Die fast lautlosen Kühler von Frore Systems funktionieren gut. Mehr Leistung auf so kleinem Raum ist kaum möglich. Eine ARM-CPU wäre aber spannend.
Ein Test von Martin Böckmann

Zbox Pico PI430AJ: Flotter Mini-PC mit Solid-State-Kühlung
Artikel
  1. Kernfusion: US-Fusionslabor erreicht konsistent Zündungen
    Kernfusion
    US-Fusionslabor erreicht konsistent Zündungen

    Vor einem Jahr gelang der US-Forschungseinrichtung NIF ein wichtiger Fortschritt bei der Kernfusion. Der wurde inzwischen mehrfach wiederholt.

  2. Groups: Google stellt Usenet-Support ein
    Groups
    Google stellt Usenet-Support ein

    Das Usenet wird laut Google von File-Sharing und Spam dominiert. Nach mehr als 20 Jahren ist deshalb Schluss in Google Groups.

  3. Energiewende: Deutsche Stromnetze im Dornröschenschlaf
    Energiewende
    Deutsche Stromnetze im Dornröschenschlaf

    IT ist der Game Changer der Energiewende - nur nicht in Deutschland.
    Eine Analyse von Gerd Mischler

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /