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Autonomes Fahren: VWs Vollbremsung bei Level 3

VW hat die Kooperation mit Bosch beim autonomen Fahren beendet. Cariad testet schon neue KI-Modelle, doch es gibt keine offiziellen Zeitpläne.
/ Friedhelm Greis
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Ein Testauto von Cariad für autonomes Fahren (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Ein Testauto von Cariad für autonomes Fahren Bild: Friedhelm Greis/Golem
Inhalt
  1. Autonomes Fahren: VWs Vollbremsung bei Level 3
  2. Cariad testet bereits VLA-Modelle
  3. Wie geht es weiter mit Level 3?

Es ist noch nicht so lange her, dass Audi weltweit Vorreiter für das hochautomatisierte Fahren nach Level 3 war. Im Sommer 2015 waren wir mit einem selbstfahrenden A7 auf der Autobahn unterwegs. Die Serienzulassung schien weniger eine Frage der Technik als eine Sache der Regulierung zu sein. Doch elf Jahre später gibt es immer noch kein Auto im VW-Konzern, das diese Funktion beherrscht.

Stattdessen hat vor wenigen Tagen die Meldung Aufsehen erregt, dass VW und die Softwaretochter Cariad eine Kooperation beenden, die genau für Level 3 vorgesehen war. Doch die zusammen mit dem Automobilzulieferer Bosch entwickelte Software ist auf Level 2 beschränkt.

Neues Entwicklungszentrum in Berlin

Der große Unterschied: Während in der Stufe 2 die Fahrer noch den Verkehr überwachen müssen, können sie in Stufe 3 eine andere Tätigkeit übernehmen und beispielsweise Videos schauen oder E-Mails beantworten. Allerdings ist die Nutzung auf bestimmte Umgebungen wie im Stau oder auf der Autobahn begrenzt.

Dass VW dennoch an Level 3 festhält, bekam einige Tage zuvor sogar Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zu hören. Anlässlich der offiziellen Eröffnung des Entwicklungszentrums von Cariad in Berlin erläuterte das Unternehmen der CDU-Politikerin die Pläne beim autonomen Fahren. Bei der anschließenden Präsentation vor Journalisten sagte der Entwicklungschef für Assistenzsysteme, Manuel Birke: "Bei Cariad konzentrieren wir uns auf die ersten Level des automatisierten Fahrens. Gerade die Bereiche Level 2 und 3 sind momentan für uns im Fokus."

Konkurrenz pausiert bei Level 3

Dieser Fokus verwundert auf den ersten Blick, denn die Konkurrenz von Mercedes-Benz und BMW hat die Angebote für Level 3 wieder vom Markt genommen. Das betrifft den sogenannten Drive Pilot von Mercedes und den Personal Pilot von BMW. Deren Nutzung war in der Praxis stark eingeschränkt, so dass für die Kunden nur ein geringer Mehrwert damit verbunden war. Wirklich sinnvoll wäre etwa ein Autobahnpilot, der unter fast allen Wetterbedingungen bis 130 km/h fahren und selbstständig überholen kann.

Aktuell konzentrieren sich viele Hersteller auf das überwachte autonome Fahren nach Level 2++ oder setzen gleich auf Level 4. In dieser Stufe können Fahrzeuge unter bestimmten Voraussetzungen komplette Fahraufgaben übernehmen und eine Strecke von Start bis Ziel steuern.

Die Arbeitsteilung im VW-Konzern sieht derzeit so aus, dass Funktionen nach Level 4 für Robotaxis wie Moia entwickelt werden. Dafür ist Cariad nicht zuständig. Bei der Kooperation mit Bosch setzte sich offenbar die Erkenntnis durch, dass der bisherige Ansatz nicht zum Ziel führt: eine Mischung aus Expertensystemen in Verbindung mit KI-basierter Umgebungserkennung.

Neue KI-Modelle sollen den Durchbruch bringen.


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