Autonomes Fahren: VW vergrault Softwareexperten beim Rückzug aus Argo AI

Argo-AI-Mitarbeiter berichten von zunehmender Frustration durch den Umgang von VW mit ihnen. Ford, das gemeinsam mit VW das Unternehmen betrieben hat , scheint laut internen Zahlen erfolgreicher darin zu sein, gefragte Talente an sich zu binden, berichtet das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .
Argo war zu seinen Hochzeiten mehr als sieben Milliarden US-Dollar wert und beschäftigte über 2.000 Mitarbeiter, darunter viele Software-Ingenieure und KI-Experten. Nach der Ankündigung, das Argo-Investment abzuschreiben, machte VW noch ein Übernahmeangebot, jedoch herrscht bei den Mitarbeitern vor allem Frust. Interne Meetings verliefen ohne konkrete Informationen, hochrangige VW-Manager ließen sich kaum blicken und es gebe kaum Arbeit nach dem Argo-Ende, berichtet das Handelsblatt.
VW-Talente erhalten täglich Angebote von anderen Unternehmen
Die Mitarbeiter in Deutschland berichteten dem Handelsblatt von fehlenden interessanten Aufgaben in absehbarer Zeit. Einige Entwickler werden voraussichtlich die Software des neuen VW-Partners Mobileye aus Israel testen, während andere bei Projekten der VW Nutzfahrzeuge und der VW-Softwaretochter Cariad eingesetzt werden könnten. Für viele bedeutet dies, dass sie im Moment wenig zu tun haben und auf bessere Zeiten warten müssen, doch das entwickelt eine eigene Dynamik: Eine zweistellige Zahl an Mitarbeitern habe bereits von sich aus gekündigt.
Bei Ford wurde hingegen nach dem Aus des Joint-Ventures Tabula rasa gemacht. Die Hälfte der Mitarbeiter wurde entlassen, vor allem aus Verwaltungsjobs und aus dem Testbereich. 85 Prozent der Software-Ingenieure von Argo AI in den USA hätten Fords Übernahmeangebot angenommen, während es bei VW nur 60 Prozent waren. Mitarbeiter von Argo AI in Deutschland sollen täglich Angebote von anderen Unternehmen erhalten. Ein Insider meinte, dass nur wenige bei der VW Software-Tochter Cariad landen würden: "Wer gute Angebote bekommt, geht" , wird der Mitarbeiter zitiert. Cariad gelte in der Branche als zweitklassig.