Autonomes Fahren: VW entscheidet sich für Wayve statt Nvidia
Volkswagen hat sich einem Bericht des Spiegel zufolge für das britische KI-Start-up Wayve(öffnet im neuen Fenster) entschieden. Damit setzt sich Wayve gegen den US-Chiphersteller Nvidia durch, der sich ebenfalls um den Auftrag beworben hatte.
Vor einigen Wochen ließ Volkswagen Wayve, Nvidia und etwa ein Dutzend weiterer Anbieter in einer süddeutschen Großstadt gegeneinander antreten, wie der Spiegel berichtet, wobei das Angebot von Wayve sowohl technisch als auch finanziell überzeugt haben soll. Nvidia könnte dennoch als Chiplieferant ins Boot kommen, da der Konzern bereits Großinvestor bei Wayve ist.
Besserer Preis, bessere Technik
Für Volkswagen ist die Entscheidung vor dem Hintergrund wachsenden Zeitdrucks zu sehen. Fahrerassistenzsysteme, die in engen Innenstädten praktisch ohne Eingriff von Start zu Ziel navigieren, werden von zahlreichen Akteuren entwickelt.
Ende-zu-Ende-KI, die wie ein Mensch fährt
Wayve setzt ähnlich wie Tesla auf eine Ende-zu-Ende-KI, die mit großen Datenmengen trainiert wurde. Anders als frühere Ansätze von VWs Technologiepartnern soll das System ähnlich wie ein Mensch fahren können. Bei einer Testfahrt habe ein Audi A6 e-Tron mit der Software selbstständig erkannt, dass ein entgegenkommender Fahrer per Lichthupe auf seine Vorfahrt verzichtete. Das Fahrzeug sei daraufhin autonom in eine Parklücke eingefahren.
Kein Ersatz, sondern Ergänzung zu Cariad
Die Zusammenarbeit mit Wayve ersetzt ein Bündnis der VW-Softwaretochter Cariad mit Bosch, das die Wolfsburger im Juni aufgekündigt hatten. Für Cariad gelte die Vorentscheidung dennoch als ein positives Signal, berichtet der Spiegel, da Wayve lediglich die KI-Software liefere. Cariad integriert sie anschließend in die mit Bosch entwickelte Hardwarelösung. Eine Wahl von Nvidia hätte bedeutet, dass das komplette Selbstfahrsystem extern entwickelt wird. Die 1.200-köpfige Cariad-Abteilung fürs autonome Fahren wäre weitgehend überflüssig geworden.
Dennoch ist die Lage bei Cariad angespannt. Cariad-Chef Peter Bosch kündigte auf einer Betriebsversammlung den Abbau von 1.000 der derzeit mehr als 4.000 Stellen an. Die Tochter Vaiva mit 160 Beschäftigten wird komplett geschlossen. Für die Mitarbeiter gilt eine Jobgarantie bis 2029.
Machtpoker im Hintergrund
Der VW-Aufsichtsrat hat zudem beschlossen, in den gemeinsam mit Rivian entwickelten Fahrzeugen die Infotainment-Software der Amerikaner einzusetzen. Als treibende Kraft dabei gilt laut Spiegel-Bericht Audi-Chef Gernot Döllner. Er leitet ein neues Gremium namens Steuerkreis Tech. In der Frage des Partners fürs autonome Fahren hat er sich jedoch nicht durchgesetzt, da er als Verfechter der Nvidia-Variante galt.
Mercedes-Benz will die Software von Wayve ebenfalls in die Serienproduktion eines Fahrzeugs integrieren. "Dadurch wird die Verfügbarkeit fortschrittlicher Level-2-Fahrassistenzsysteme für den Stadt- und Autobahnverkehr von Punkt zu Punkt auf einen größeren Kundenkreis ausgeweitet", teilte Entwicklungschef Jörg Burzer im September 2026 mit. Die bereits bestehenden Kooperationen mit Nvidia und Momenta blieben davon unberührt.
- Anzeige Hier geht es zu Autonomes Fahren und die Zukunft der Mobilität bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

