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Autonomes Fahren: VW-Chef Blume streicht offenbar Audi-Projekt Artemis

Nicht nur das VW -Projekt Trinity, auch das geplante Audi -Vorzeigemodell Artemis fällt den Softwareproblemen des VW-Konzerns zum Opfer.
/ Friedhelm Greis
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Der auf der IAA 2021 vorgestellte Audi Grandsphere ist schon auf Level 4 ausgelegt. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Der auf der IAA 2021 vorgestellte Audi Grandsphere ist schon auf Level 4 ausgelegt. Bild: Friedhelm Greis/Golem.de

Der VW-Konzern verabschiedet sich offenbar von einem weiteren Prestigeprojekt der Fahrzeugentwicklung. Wie die Automobilwoche(öffnet im neuen Fenster) und das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) übereinstimmend berichten, hat der neue VW-Chef Oliver Blume die Entwicklung einer vollautomatisierten Elektrolimousine nach Level 4 durch die Konzerntochter Audi gestoppt. Die bisher geplanten Artemis-Modelle sollen der Automobilwoche zufolge ohne die bisher geplante Software VW.OS 2.0 als Landjet und Landyacht kommen.

Audi integrierte das Artemis-Projekt im Mai 2021 in die technische Entwicklung . Der ursprünglich für 2024 angepeilte Marktstart des Fahrzeugs war zuletzt auf 2027 verschoben worden .

Hintergrund der Verzögerungen sind Probleme bei der Softwaretochter Cariad. Das Fahrzeug sollte über selbstfahrende Funktionen nach Level 4 verfügen, was bislang lediglich von Mercedes-Benz für das automatisierten Einparken angeboten wird.

Anders als vom Handelsblatt berichtet muss Audi laut Automobilwoche jedoch nicht die gesamte Verantwortung für das autonome Fahren innerhalb des Konzerns abgeben. Diese Zuständigkeit habe ohnehin bei Cariad gelegen . Volkswagen Nutzfahrzeuge sei wie gehabt lediglich für autonome Fahrdienste zuständig, die künftig mit dem vollelektrischen ID.Buzz umgesetzt werden sollen.

Priorität liegt auf autonomen Shuttle-Diensten

Autonom fahrende Audi-Modelle könnten sich hingegen auf unbestimmte Zeit verzögern. Ziel sei unverändert die zweite Hälfte des Jahrzehnts, heißt es in dem Bericht. Stattdessen werde Cariad die Software für autonom fahrende Autos zunächst Volkswagen Nutzfahrzeuge liefern. Eine erste Testflotte des mit Partner Mobileye entwickelten, autonom fahrenden ID.Buzz soll nach Angaben der Automobilwoche bereits in Tel Aviv unterwegs sein.

Wegen der Verzögerung der Software 2.0 müssen dem Handelsblatt zufolge die vorhandenen Softwarearchitekturen 1.1 und 1.2 weiterentwickelt werden. So werde die Softwareversion 1.2, die vor allem für Porsche und Audi wichtig sei, nun für eine Laufzeit bis Ende des Jahrzehnts aufgerüstet und erhalte mit Software Premium einen neuen Namen. Ziel ist es demnach, diese beiden alten Softwarearchitekturen für die zweite Hälfte des Jahrzehnts wettbewerbsfähig zu halten. Dazu muss der Konzern rund eine Milliarde Euro investieren.

Keine Abstriche soll es jedoch bei der Hardwareplattform SSP 61 geben, einer sportlichen Version der Scalable Systems Platform (SSP) von VW. Diese von Audi und Porsche gemeinsam entwickelte Plattform sollen unter anderem der Panamera und der A8-Nachfolger Landjet nutzen. Auf Basis dieser Plattform sollen Motorleistungen von bis zu 1.000 Kilowatt erreicht werden.


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