Autonomes Fahren: Volvo plant Großversuch mit 100 Autos in China

Es ist kein Zufall, dass der schwedische Autokonzern Volvo einen Großversuch mit autonomen Autos in China plant. Google hingegen testet in einem weiteren US-Bundesstaat.

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Ein autonomes Testfahrzeug von Volvo: der XC90 Drive Me
Ein autonomes Testfahrzeug von Volvo: der XC90 Drive Me (Bild: Volvo)

Der schwedische Autokonzern Volvo will in China einen Großversuch mit 100 autonomen Autos starten. Das sagte Firmenchef Hakan Samuelsson laut Pressemitteilung am Mittwoch in Peking. Die Autos sollten auf öffentlichen Straßen unter unterschiedlichen Bedingungen getestet werden. Volvo wolle Gespräche mit der chinesischen Regierung führen, um Städte auszuwählen, die in Sachen Infrastruktur und Regulierung am besten für die autonomen Autos geeignet seien.

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Volvo Cars sieht sich als einer der Vorreiter in der Branche bei der Entwicklung autonomer Autos und will vom kommenden Jahr an 100 solcher Fahrzeuge in Göteborg testen. Das Unternehmen hat angekündigt, dass in einem neuen Volvo, der nach dem Jahr 2020 verkauft wird, kein Insasse mehr durch Unfälle schwer verletzt oder getötet werden soll.

Auf diesem Weg sollen autonome Autos ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. "Je eher autonome Autos auf den Straßen unterwegs sind, desto schneller können Leben gerettet werden", sagte Samuelsson. Im vergangenen Oktober hatte er zudem gesagt, dass Volvo die Haftung übernehmen werde, wenn künftig autonom fahrende Autos einen Schaden verursachen sollten.

Volvo drängt auf rechtliche Erlaubnis

Das starke Engagement in China dürfte auch damit zusammenhängen, dass das schwedische Traditionsunternehmen im Jahr 2010 von der chinesischen Geely Holding übernommen worden war. Zudem könnten autonome Autos nach Ansicht von Volvo den chinesischen Straßenverkehr "revolutionieren" und Probleme auf mehrere Gebieten lösen: Sicherheit, Stau, Verschmutzung und Zeitersparnis.

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Möglicherweise hofft Volvo darauf, in China schneller eine Genehmigung für den Einsatz autonomer Autos zu erhalten. Samuelsson appellierte an die Regierungen, nicht nur in China, die rechtlichen Bedingungen zu schaffen, "um autonome Autos so schnell wie möglich auf die Straße zu bringen". Die Autoindustrie könne das nicht selbst erledigen. "Wir brauchen die Hilfe der Regierungen."

Google testet Wüstenbedingungen

Einem Bericht der New York Times zufolge hat der chinesische Internetkonzern Baidu, der mit BMW kooperiert, bereits die Unterstützung lokaler chinesischer Regierungen gewonnen. Dabei soll es um den Einsatz autonomer Kleinbusse gehen. Die Zeitung zitiert eine Studie der Boston Consulting Group, wonach China in 15 Jahren der weltweit größte Markt für autonome Autos sein soll.

Der US-Suchmaschinenkonzern Google hat unterdessen die Tests seiner autonomen Autos auf einen weiteren Bundesstaat ausgedehnt. Nach den sonnigen Kalifornien und Texas sowie dem regnerischen Washington folgt nun der Wüstenstaat Arizona. "Im Gebiet um Phoenix herrscht ein ausgeprägtes Wüstenklima. Damit können wir testen, wie unsere Sensoren und Autos mit hohen Temperaturen und staubiger Luft fertig werden", sagte Google-Mitarbeiterin Jennifer Haroon der Nachrichtenagentur Reuters. Inzwischen hätten Testfahrer damit begonnen, mit vier autonomen Lexus RX450h detaillierte Karten von Phoenix und Umgebung zu erstellen.

Internationale Verträge verbieten noch autonomes Fahren

Im vergangenen Februar hatte ein autonomes Google-Auto erstmals einen Unfall verursacht. Im Mai 2015 hatte das Unternehmen noch öffentlichkeitswirksam darauf hingewiesen, dass seine autonomen Autos in ihrer sechsjährigen Testphase noch keinen Unfall verursacht hätten. Diese Behauptung musste später etwas revidiert werden, weil nur die Eingriffe der menschlichen Fahrer Schlimmeres verhindert hatten.

Google wirbt derzeit intensiv dafür, für seine rein autonomen Fahrzeuge ohne Lenkrad und andere Bedienelemente eine Zulassung zu erhalten. Das Unternehmen argumentiert, dass menschliche Eingriffsmöglichkeiten die Autos eher unsicherer als sicherer machten.

Im vergangenen März hat eine internationale Vereinbarung zum Straßenverkehr, das Wiener Übereinkommen, den Weg für vollautomatisierte Autos freigemacht. Die USA und China sind allerdings dem Genfer Übereinkommen über den Straßenverkehr beigetreten. Dieses lässt derzeit weder vollautomatisierte noch autonome Fahrzeuge zu. Experten rechnen aber damit, dass die Vereinbarung ebenfalls bald geändert wird.

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Dwalinn 08. Apr 2016

Dachte ich auch erst, aber gerade Volvo war schon immer für seinen unverwüstlichen...

matok 08. Apr 2016

Am Ende könnte sich die Übernahme Volvos für sie sogar als Glücksgriff entpuppen. Da hat...



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