Autonomes Fahren: Volkswagen setzt künftig auf Qualcomm-Chips

Nicht nur BMW, auch der VW-Konzern will sich offenbar die Chips für autonomes Fahren von Qualcomm liefern lassen.

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Qualcomm bietet mit dem Snapdragon Ride eine eigene autonome Plattform an.
Qualcomm bietet mit dem Snapdragon Ride eine eigene autonome Plattform an. (Bild: Qualcomm)

Der Autokonzern Volkswagen setzt beim autonomen Fahren in Zukunft die Chips des US-Herstellers Qualcomm ein. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Konzernkreise. Von 2026 an solle ein entsprechender SoC (System on a chip) weltweit über alle VW-Marken hinweg eingesetzt werden, hieß es weiter. VW-Chef Herbert Diess bestätigte am 3. Mai 2022 die Pläne.

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Der Vertrag mit Qualcomm hat dem Bericht zufolge eine Laufzeit bis 2031. Die ersten Chips würden 2025 an VW geliefert. Das Vertragsvolumen solle sich auf gut eine Milliarde Euro belaufen. Dem Handelsblatt zufolge kommt der Vertrag zwischen VW und Qualcomm überraschend. Bislang sei die Intel-Tochter Mobileye als Favorit gehandelt worden. Da der Vertrag für alle Marken gelten soll, müsste die Firmentochter Audi ihre bisherige Kooperation mit Nvidia beenden.

Zuletzt hatte der Münchner Hersteller BMW eine langfristige Kooperation mit Qualcomm beim autonomen Fahren angekündigt. Zusammen mit der Qualcomm-Tochter Arriver wollen die Firmen eine gemeinsame Plattform entwickeln, die auch andere Hersteller nutzen können.

Für Level 3 und Level 4 geplant

VW dürfte jedoch nicht zu deren Kunden gehören. Denn der zweitgrößte Autokonzern der Welt will die Software von der Firmentochter Cariad zusammen mit dem Autozulieferer Bosch entwickeln lassen. Dazu hat VW im Januar 2022 eine Kooperation mit Bosch vereinbart.

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Dem Handelsblatt zufolge sollen die Qualcomm-Chips bereits für hochautomatisierte Systeme (Level 3) zum Einsatz kommen, die Cariad zusammen mit Bosch programmiert. In einem zweiten Schritt könnte diese auch für vollautomatisierte Fahraufgaben (Level 4) eingesetzt werden.

Bosch sei in die Entscheidung zum Chipeinkauf einbezogen worden, schreibt das Handelsblatt unter Berufung auf Konzernquellen. Denn die Software müsse eng mit der Hardware abgestimmt werden, um aus dem Chip bei möglichst geringem Stromverbrauch die meiste Leistung herausholen zu können.

Keine Umsatzbeteiligung für Qualcomm

Im Gegensatz zum Autohersteller Mercedes-Benz, der mit Nvidia kooperiert, soll VW mit Qualcomm keine Umsatzbeteiligung vereinbart haben. Dem Bericht zufolge sollen teilweise mehr als 40 Prozent der Einnahmen, die Mercedes mit Softwarepaketen für automatisierte Fahrfunktionen generiere, an Nvidia überwiesen werden. VW hingegen zahle an Qualcomm nur pro Chip.

Zudem wolle der Autohersteller künftig selbst Halbleiter entwickeln, um sie je nach Bedarf einsetzen zu können. Eine Ankündigung dieses Vorhabens könnte es noch in diesem Jahr geben. Offen sei hingegen noch, wer künftig den Chip für VWs neues Betriebssystem liefern solle. Darüber verhandele VW derzeit mit allen drei großen US-Anbietern Nvidia, Qualcomm und Intel.

Nachtrag vom 3. Mai 2022, 15:35 Uhr

VW-Chef Diess bestätigte am 3. Mai 2022 in einem Beitrag auf Linkedin die Vereinbarung. "2026 werden wir mit unserem Volkswagen-Projekt Trinity bereit sein für das automatisierte Fahren auf Level 4 - dafür braucht es einen Hochleistungschip. Ich freue mich sehr, dass wir von Qualcomm, einem Experten für Chipdesign mit mehr als 140.000 Patenten, System-on-Chips (SoCs) erhalten, die assistierte und automatisierte Fahrfunktionen bis Level 4 ermöglichen", schrieb Diess.

Die Chips aus dem Snapdragon-Ride-Portfolio kämen von Mitte des Jahrzehnts an in allen Konzernfahrzeugen mit der einheitlichen Cariad-Software-Generation zum Einsatz. Laut Diess wird die bisherige Zusammenarbeit mit Intel und Mobileye weiter fortgesetzt. In der nächsten Generation der von Audi und Porsche eingesetzten Software solle Mobileye stärker implementiert werden, "um den Autos komfortables und zuverlässiges automatisiertes Fahren der Stufe 2++ zu ermöglichen".

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