Autonomes Fahren: US-Post testet Überlandfahrten ohne Fahrer

Der Brief kommt mit dem selbstfahrenden Truck: Die US-Post (US Postal Service, USPS) testet in den US-Bundesstaaten Texas und Arizona den Transport von Sendungen mit Sattelzügen, die von automatisiert fahrenden Sattelschleppern gezogen werden.
Fünf Mal innerhalb von zwei Wochen soll ein USPS-Sattelzug zwischen den Verteilzentren in Dallas in Texas und Phoenix in Arizona pendeln. Die Strecke ist etwa 1.600 Kilometer lang und die Fahrt wird 22 Stunden dauern. Also werden die Sattelzüge auch nachts unterwegs sein. Der Sattelschlepper wird zwar selbstständig fahren, doch zur Sicherheit werden jeweils ein Fahrer und ein Techniker an Bord sein.
USPS beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Thema autonomes Fahren. Ein Bericht aus dem 2017(öffnet im neuen Fenster) etwa diskutiert die Vor- und Nachteile von autonom fahrenden Postautos in ländlichen Gegenden.
USPS kooperiert für das Projekt mit dem Unternehmen Tusimple(öffnet im neuen Fenster) , das Systeme für automatisiertes Fahren für Lkw entwickelt. Diese nutzen zwar auch Lidar, in erster Linie setzt Tusimple jedoch auf Kameras zur Umwelterfassung. Seit Anfang dieses Jahres testet das Unternehmen seine Systeme auf Sattelschleppern des US-Herstellers Navistar(öffnet im neuen Fenster) . Diese haben schon für mehrere Unternehmen Testfahren in Arizona durchgeführt.

Tusimple ist ein chinesisch-amerikanisches Unternehmen, das Zentralen in der chinesischen Hauptstadt Peking sowie in San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien unterhält. Bis dato hat das 2015 gegründete Unternehmen Investitionen in Höhe von 178 Millionen US-Dollar erhalten. Die beiden größten Investoren sind der chinesische Internetkonzern Sina und das US-Unternehmen Nvidia, das unter anderem Chips für autonome fahrende Autos entwickelt.
Neben Tusimple testen auch Konkurrenten autonom fahrende Trucks im Süden der USA: Das US-Unternehmen Embark ist im vergangenen Jahr mit einem autonom fahrenden Sattelzug von der Westküste an die Ostküste gefahren . Wie Tusimple entwickelt auch Embark nur die Systeme und testet sie auf Trucks der US-Marke Peterbilt .



