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Autonomes Fahren: US-Behörde untersucht Kameraausfälle bei Teslas FSD

Teslas autonomes Fahren hat ein fundamentales Problem. Das System erkennt nicht zuverlässig, wenn die Kameras keine brauchbaren Bilder liefern.
/ Friedhelm Greis
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Kameras können die Umgebung bei tiefstehender Sonne nicht gut erkennen. (Bild: Pixabay)
Kameras können die Umgebung bei tiefstehender Sonne nicht gut erkennen. Bild: Pixabay

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA verschärft ihre Untersuchung zu Teslas System für autonomes Fahren. "Im Zentrum dieser Untersuchung steht die Fähigkeit des Systems, bei eingeschränkter Sicht eine Beeinträchtigung zu erkennen und den Fahrer rechtzeitig zu warnen" , heißt es in einem Schreiben der Behörde(öffnet im neuen Fenster) (PDF). Tesla bezeichnet das System aktuell als Autonomes Fahren (Überwacht) (engl: Full Self-Driving (Supervised)/FSD). Betroffen sind rund 3,2 Millionen Fahrzeuge.

Anlass der Untersuchung ist unter anderem ein tödlicher Unfall vom 28. November 2023. Dem Dokument zufolge verfügen die Tesla-Fahrzeuge zwar über ein System, um Sichtbehinderungen wie Blendung oder andere optischen Beeinträchtigungen wie Staub zu erkennen. Doch die verfügbaren Unfalldaten gäben Anlass zur Sorge, dass dieses System solche Einschränkungen nicht ausreichend erkenne und den Fahrer nicht ausreichend warne. Das gelte sowohl für die ursprüngliche Softwareversion als auch für ein nachträgliches Update.

Musk setzt auf Vision Only

Tesla-Chef Elon Musk entschied im April 2021 , bei der Umgebungserkennung künftig auf Radarsensoren zu verzichten und nur noch Kameras zu nutzen. Zudem erteilte er wiederholt der Nutzung von Laserscannern eine Absage . Andere Hersteller beharren jedoch darauf, dass mehrere Sensorsysteme erforderlich sind, um die Schwächen von Kameras auszugleichen.

Zu solchen Schwächen gehören unter anderem Probleme bei schlechten Sichtverhältnissen oder eine Blendung durch die tief stehende Sonne. Die bisherige Unfallanalyse durch das Amt für Mängeluntersuchungen (ODI) ergab demnach, dass das System typische Straßenverhältnisse, die die Sicht der Kamera beeinträchtigten, nicht erkannte und/oder bis kurz vor dem Unfall keine entsprechende Warnung herausgab.

Weiter heißt es: "Die Überprüfung der Stellungnahmen von Tesla ergab weitere Unfälle in ähnlichen Umgebungen, bei denen das System entweder keinen beeinträchtigten Zustand erkannte und/oder den Fahrer nicht rechtzeitig warnte, so dass dieser nicht reagieren konnte. Bei all diesen Unfällen verlor FSD zudem den Fahrweg eines vorausfahrenden Fahrzeugs oder erkannte es erst gar nicht."

Rückruf könnte folgen

Das ODI eröffnete daher als zweite Stufe der Untersuchung eine Technische Analyse (Engineering Analysis (EA)). Nach Einschätzung des Portals Electrek.co(öffnet im neuen Fenster) dauert eine solche Analyse etwa 18 Monate. Anschließend könnte die NHTSA einen Rückruf anordnen. Um einen Austausch oder eine Ergänzung der Hardware zu vermeiden, müsste Tesla wohl nachweisen, dass die Software jederzeit in der Lage ist, solche Beeinträchtigungen zu erkennen. Die ursprüngliche Untersuchung war im Oktober 2024 gestartet worden(öffnet im neuen Fenster) .

Parallel dazu untersucht die NHTSA seit Oktober 2025 andere Vorfälle mit dem FSD-System . Dabei geht es um Fälle, bei denen rote Ampeln übersehen wurden, in den Gegenverkehr gelenkt oder Bahnschranken nicht erkannt wurden.


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