Autonomes Fahren: Uber-Testfahrerin wegen fahrlässiger Tötung angeklagt

Der Testfahrerin drohen nach einem tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Uber-Auto mehrere Jahre Haft.

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Mit diesem Testauto von Volvo ereignete sich der tödliche Unfall in Arizona.
Mit diesem Testauto von Volvo ereignete sich der tödliche Unfall in Arizona. (Bild: NTSB)

Wegen eines tödlichen Unfalls mit einem autonomen Testfahrzeug muss sich die Fahrerin demnächst vor Gericht verantworten. Eine sogenannte Grand Jury im Bundesstaat Arizona klagte die 46-Jährige wegen fahrlässiger Tötung an. "Ablenkungen beim Fahren sind ein Thema von großer Bedeutung in unserer Gemeinde", sagte Bezirksstaatsanwalt Allister Adel und fügte hinzu: "Wenn sich ein Fahrer ans Steuer eines Autos setzt, hat er die Verantwortung, dieses Fahrzeug sicher und gesetzesgemäß zu steuern und zu betreiben."

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Bei dem Unfall im März 2018 in Phoenix (Arizona) war ein Testfahrzeug des Mitfahrdienstes Uber vom Typ Volvo XC90 im nächtlichen Verkehr mit einer 49 Jahre alten Frau kollidiert, die mit ihrem Fahrrad in der Dunkelheit eine vierspurige Straße überquerte.

Durch Videostreaming abgelenkt

Der Testfahrerin wurde vorgeworfen, kurz vor dem Unfall nicht die Fahrstrecke kontrolliert zu haben. Einem Polizeibericht zufolge hat sie stattdessen auf ihrem Smartphone eine Fernsehsendung verfolgt. Die Polizei hatte bereits kurz nach dem Unfall einen Videozusammenschnitt veröffentlicht, der das Geschehen unmittelbar vor der Kollision zeigte. Darauf war zu erkennen, dass die Fahrerin des SUV kurz vor dem Aufprall nicht auf die Straße schaute.

Bei einem Gerichtstermin erklärte sich die Testfahrerin für unschuldig. Bis zum Prozessbeginn am 27. Oktober 2020 bleibt sie auf freiem Fuß, muss aber eine elektronische Fußfessel tragen.

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Der Anklage (PDF) zufolge wird der Testfahrerin eine "gefährliche Straftat" der Klasse 4 vorgeworfen. Das hat nach Einschätzung von Strafverteidigern in Arizona eine Haftstrafe von vier bis acht Jahren zur Folge. Die Einstufung als "gefährlich" erfolgt deshalb, weil die Tat mit einem Fahrzeug erfolgte.

Uber muss sich nicht vor Gericht verantworten

Uber selbst muss für den tödlichen Unfall nicht strafrechtlich haften. Zu diesem Ergebnis war die zuständige Staatsanwältin im März 2019 gekommen. Auch nach Ansicht der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB ist die Unaufmerksamkeit der Testfahrerin die "wahrscheinliche Ursache" des tödlichen Unfalls gewesen. Allerdings habe eine "unzureichende Sicherheitskultur" bei Uber zu dem Fehlverhalten der Fahrerin beigetragen.

Uber wurde vorgeworfen, nicht ausreichend dafür Sorge getragen zu haben, dass die Testfahrer auch tatsächlich das Fahrzeug während der Fahrt überwachen. Unzureichende Verfahren zur Einschätzung von Sicherheitsrisiken, eine unwirksame Überwachung der Testfahrer sowie unzureichende Mechanismen, um deren nachlassender Konzentration und einem zu großen Vertrauen in die Technik (automation complacency) bei den Testfahrten entgegenzuwirken, hätten zu dem Unfall beigetragen.

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