Autonomes Fahren: Uber-Mitarbeiter warnte vor Sicherheitsmängeln

Ein Zwischenfall alle 15.000 Meilen: Ein ehemaliger Mitarbeiter von Uber hat im Frühjahr das Management des Fahrdienstes darauf aufmerksam gemacht, dass die autonom fahrenden Autos nicht sicher sind. Die Warnung kam wenige Tage vor dem Unfall, bei dem eine Fußgängerin starb.

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Unfall mit autonomem Uber-Auto: Autonomer Volvo fuhr auf dem Bürgersteig.
Unfall mit autonomem Uber-Auto: Autonomer Volvo fuhr auf dem Bürgersteig. (Bild: NTSB)

Der tödliche Unfall hätte verhindert werden können. Wenige Tage vor dem Unfall in Tempe im US-Bundesstaat Arizona, bei dem im März dieses Jahres eine Fußgängerin ums Leben kam, warnte ein leitender Uber-Mitarbeiter vor Sicherheitsmängeln der selbstfahrenden Autos.

Am 13. März schrieb Robbie Miller, Abteilungsleiter in der Sparte der automatisiert fahrenden Lkw, eine Mail an sieben Mitglieder der Geschäftsführung und Anwälte von Uber. Zu den Adressaten zählten Eric Meyhofer, der den Bereich autonomes Fahren bei Uber leitet, und Jon Thomason, Leiter des Bereichs Software.

Wenige Tage später, am 18. März, erfasste eines der Uber-Fahrzeuge der Marke Volvo eine Fußgängerin, die bei Dunkelheit eine Straße überquerte, verletzte sie tödlich. Die Aufsichtsperson, die zur Sicherheit im Auto mitfuhr, war einem von der Polizei veröffentlichten Video zufolge in dem Moment abgelenkt.

Fast jeden Tag wurde ein Auto beschädigt

Miller prangerte die mangelnde Sicherheit der Fahrzeuge an - und den Umgang damit. So sei im Februar praktisch jeden Tag ein Fahrzeug beschädigt worden. "Wir sollten nicht alle 15.000 Meilen mit etwas zusammenstoßen", heißt es in der Mail, die dem US-Onlinemagazin The Information vorliegt. Anfang März fuhr ein Uber-Auto mehrere Meter auf dem Bürgersteig. Bei Waymo hätte ein solcher Zwischenfall dazu führen können, dass die gesamte Flotte gestoppt worden wäre, schrieb Miller. Das Uber-Management hingegen hätte ihn weitgehend ignoriert.

Um die Situation zu verbessern, schlug Miller vor, die Flotte der selbstfahrenden Volvos drastisch um 85 Prozent zu verringern. Außerdem forderte der Uber-Mitarbeiter, das Sicherheitspersonal in den Fahrzeugen auf zwei Personen zu erhöhen: Einer solle das Geschehen auf der Straße im Auge behalten, während der zweite die Software überwache und Fehler protokolliere. Nach einem Unfall hätte Uber jeweils alle Fahrzeuge erst einmal stoppen sollen. Jeder in dem Team hätte dazu die Berechtigung haben sollen, falls ihm ein Sicherheitsrisiko aufgefallen wäre.

Miller war Mitarbeiter an Googles Programm für autonomes Fahren. 2016 wechselte er zum Startup Otto, das Lkw für automatisiertes Fahren ausrüstete. Durch die Übernahme von Otto kam Miller 2016 zu Uber. Seit diesem Frühjahr arbeitet er bei Luminar, einem Hersteller von Lasersensoren.

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