Redundanz soll Defizite einzelner Systeme ausgleichen

Der zuständige Entwicklungsleiter für autonomes Fahren bei Daimler, Michael Hafner, begründete das eigene Sicherheitskonzept wie folgt: "Wir sind in unseren Sicherheitsüberlegungen eindeutig zu dem Ergebnis gekommen, dass wir ein drittes Sensorprinzip brauchen. Es sind eine Reihe von Situationen denkbar, bei denen Kamera und Radar durch tief stehende Sonne oder andere Effekte irritiert werden können."

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Zudem setze Daimler auf das Prinzip, bei den Sensoren eine "Zwei aus drei"-Auswahl treffen zu können. "Es müsste schon viel technologisch bei Kamera und Radar passieren, um das zu ändern. Nur durch Software kann man nicht kompensieren, was in den Sensoren gegebenenfalls verloren geht", sagte Hafner.

Musk verweist auf höhere Auflösungen bei Kameras

Der Verzicht auf Radarsysteme ist für Musk hingegen konsequent. Da er Lidar-Systeme ablehnt, ist eine "Zwei-aus-drei"-Auswahl nicht möglich. Sein Argument: "Wenn Radar und Kameras nicht übereinstimmen, wem glaubt man dann? Kamerasysteme sind viel genauer, daher ist es besser, die Kameraerkennung zu verstärken, als auf die Sensorfusion zu setzen." Die Auflösungen bei Kameras seien um ein Vielfaches größer als bei Radar und Lidaren. Da die Bildverarbeitung bei Kameras besser werde, bleibe das Radar weit zurück.

Diese Logik ist jedoch gefährlich. Wenn ein Radar im Gegensatz zu einer Kamera ein Objekt detektiert, könnte es daran liegen, dass die Kamera die Umgebung schlecht erfasst hat oder das Bild falsch ausgewertet wurde. Aus Sicherheitsgründen müsste das Fahrzeug dann abbremsen, um eine mögliche Kollision zu vermeiden. Der Nachteil: Das könnte zu unnötigen Bremsvorgängen führen, was den nachfolgenden Verkehr irritieren und Auffahrunfälle verursachen könnte.

Aufsichtsbehörden sollten Sicherheit genau prüfen

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Scharfe Kritik an Musks Überlegungen kam umgehend vom früheren Lockheed-Ingenieur und Whistleblower Michael DeKort. Bei Teslas Autopilot und FSD handele es sich "um grob fahrlässige technische Debakel, die viele, viele, viele weitere Menschen schädigen und tödlich verletzen werden", schrieb er in einem Blogbeitrag auf Medium. Das alles ließe sich "mit der richtigen Unternehmensführung sowie richtigen Entwicklung autonomer Systeme und Sensorsysteme" verhindern. Seiner Ansicht nach kann selbst ein schlechtes Radarsystem die schweren Nachteile von Kameras ausgleichen.

Autonomes Fahren und die Zukunft der Mobilität

Ebenso wie bei der Entwicklung batterieelektrischer Autos setzt Musk auch beim autonomen Fahren darauf, dass sich seine Überzeugung gegenüber der Konkurrenz durchsetzen kann. Anders als beim Elektroantrieb riskiert mit einem fehlerhaften Design des FSD jedoch das Leben und die Gesundheit von Verkehrsteilnehmern. Hier sollten die Aufsichtsbehörden genau hinschauen, ob solche Systeme tatsächlich zulässig sind.

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 Autonomes Fahren: Teslas riskanter Verzicht auf Radarsensoren
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jsonn 21. Apr 2021

Die entscheidende Frage ist doch, wer haftet für Schäden. Wenn die Regulation endlich...

MrTridac 20. Apr 2021

Wir sind beim FSD an dem Punkt angekommen wo statt Einsicht und Demut zu zeigen einfach...

MarkusXXX 19. Apr 2021

Das ist im Lidar-Bereich gerade absolut üblich. Nur die eigene Technologie ist gut, die...

Lachser 18. Apr 2021

"Neuronales Netz" in aller Munde, künstliche Intelligenz die dem menschlichen Gehirn...



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