Autonomes Fahren: Tesla soll im großen Stil bei Robotaxis tricksen
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Der US-Autohersteller Tesla täuscht einem Reuters-Bericht zufolge die Öffentlichkeit systematisch über die Fähigkeiten seiner selbstfahrenden Autos. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf Aussagen von neun ehemaligen Mitarbeitern für die Datenanalyse und auf einen ehemaligen Tesla-Ingenieur. Dem umfangreichen Bericht zufolge(öffnet im neuen Fenster) ist der Einsatz von Robotaxis im texanischen Austin nur durch ein aufwendiges Zusatztraining der Fahrzeuge möglich, so dass dieses Konzept nicht auf beliebige andere Orte übertragbar sei. Zudem basiere die Unfallstatistik von selbstfahrenden Teslas auf nicht vergleichbaren Daten.
Laut Reuters analysieren im US-Bundesstaat Utah, wo Tesla ein fünfstöckiges Bürogebäude angemietet hat(öffnet im neuen Fenster), Hunderte Mitarbeiter gefährliche Situationen mit Autos im Selbstfahrmodus (Full Self Driving/FSD). Die Mitarbeiter werden als "Datenmarkierer" (data labelers) bezeichnet, um mit den geprüften Daten die KI-Systeme trainieren zu können.
Weiterhin viele gefährliche Situationen
Den Aussagen der Mitarbeiter zufolge zeigen die gesichteten Videos weiterhin viele gefährliche Situationen. Einige Clips zeigten, wie die Autos Katzen, Hunde oder Rehe rammten. Gelegentlich beobachteten sie Beinaheunfälle mit spielenden Kindern auf der Straße. Die Mitarbeiter dokumentieren demnach gutes und schlechtes Fahrverhalten und melden Probleme an die Entwickler, die das System verbessern sollen.
Die Datenanalysten beobachteten laut Reuters regelmäßig, wie das FSD-System, das nur auf Kameras basiert, bei grundlegenden Aufgaben versagte. Dazu habe das Anhalten für Einsatzfahrzeuge sowie das Einhalten eines ausreichenden Sicherheitsabstands zu Motorradfahrern gezählt. Gelegentlich hätten sie beobachtet, wie vom FSD gesteuerte Teslas auf Autobahnabfahrten nicht gebremst hätten und in einem Fall ein Fahrzeug gegen eine Betonwand geprallt sei.
Mad-Max-Modus gefährlich
Fehleranfällig ist den Mitarbeitern zufolge auch der sogenannte Mad-Max-Modus. Dieser fährt mit höheren Geschwindigkeiten als erlaubt und führt häufigere Spurwechsel durch. Die Datenmarkierer hätten regelmäßig beobachtet, wie Tesla-Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 20 bis 30 Meilen pro Stunde (32 bis 48 km/h) überschritten hätten. Einem Ex-Mitarbeiter zufolge fuhr ein Tesla mit fast 100 km/h durch eine 40er-Zone. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde startete im Oktober 2025 eine Untersuchung des Modus.
Sieben der ehemaligen Datenmarkierer erklärten dem Bericht zufolge, sie würden dem FSD-System nicht zutrauen, sie sicher ans Ziel zu bringen. "Wir haben alle schon erlebt, wie es versagt hat", sagte einer der Befragten. Ein anderer sagte, er würde niemals in einem Tesla-Robotaxi mitfahren – "selbst wenn ihr mich verdammt noch mal dafür bezahlen würdet".
Ein erfahrener Ingenieur für autonomes Fahren, der jahrelang Teslas Unfalldaten analysiert hatte, bezeichnete die Angaben Teslas zur Sicherheit der Fahrzeuge als "Bullshit". Der Ingenieur sagte demnach: "Man sollte Elon in dieser Sache definitiv nicht trauen."
Das soll auch für Aussagen von Tesla-Chef Elon Musk gelten, wonach der Einsatz der unüberwachten FSD-Systeme in beliebigen Orten möglich sei.
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