Fahrzeuge in Austin aufwendig trainiert
So sagte Musk bei der Präsentation des Cybercab im Oktober 2024(öffnet im neuen Fenster): "Das Model 3, das Model Y sowie das S und das X, die wir heute bauen, werden in der Lage sein, völlig autonom und ohne Aufsicht zu fahren."
Dem Bericht zufolge wurden die Robotaxis, die seit Juni 2025 in Austin unterwegs sind, ausgiebig mit genauem Datenmaterial trainiert. Tesla verbrachte demnach Monate damit, das Robotaxi-Gebiet zu kartieren. Das widerspreche Musks Behauptung, wonach die Software so konzipiert sei, dass sie überall in Echtzeit ohne hochauflösendes Kartenmaterial funktioniere.
Konzept nicht flächendeckend umsetzbar
Tesla-Mitarbeiter verbrachten den Angaben zufolge viel Zeit damit, Strecken zu kartieren und die Software auf spezielle Herausforderungen zu trainieren, um die selbstfahrende Technik leistungsfähiger erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich ist. Die Mitarbeiter gaben demnach an, dass diese arbeitsintensiven Sicherheitsvorkehrungen nicht flächendeckend umsetzbar seien.
Selbst kurz vor dem Start des Dienstes habe sich die Software nach Angaben von zwei Mitarbeitern noch immer erratisch verhalten. Mit jedem FSD-Update hätten sich einige Verhaltensweisen verbessert, andere jedoch verschlechtert.
Tesla rechnet sich Statistiken schön
Darüber hinaus befasst sich der Reuters-Bericht ausführlich zu Teslas Aussagen über die generelle Sicherheit seiner Fahrzeuge im FDS-Modus. Diese sollen bereits zehnmal sicherer als menschliche Fahrer sein, was das Unternehmen unter Berufung auf Unfallstatistiken behauptet. Doch dieser Aussage sollen fehlerhafte Datenvergleiche zugrunde liegen.
Zehn Forscher bezeichneten demnach die Aussage als irreführendes Marketing und nicht als ernsthafte Untersuchung eines kritischen Sicherheitsproblems. So berücksichtige Tesla bei den eigenen Fahrzeugen nur Unfälle, bei denen der Airbag auslöse, während die allgemeine Unfallstatistik auch weniger schwere Unfälle enthalte. Zudem liege das Durchschnittsalter der Teslas mit 4,1 Jahren deutlich unter dem US-Durchschnitt von 12,8 Jahren. Neue Autos seien jedoch generell sicherer als ältere Modelle.
Tesla will FSD in ganz Europa anbieten
Darüber hinaus berücksichtige Tesla nur Unfälle, bei denen das FSD-System noch innerhalb von fünf Sekunden vor der Kollision aktiviert war. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA schreibt hingegen den Herstellern vor, Unfälle zu melden, bei denen fortschrittliche Fahrerassistenz- oder autonome Fahrfunktionen innerhalb von 30 Sekunden vor dem Aufprall aktiviert waren.
Was ebenfalls die Statistik verfälsche: Das FSD-System werde den Tesla-Daten zufolge vor allem auf Autobahnen genutzt, während es in komplexen Verkehrssituationen oft deaktiviert werde. Die Google-Schwesterfirma Waymo gehe bei der Auswertung von Unfallstatistiken hingegen deutlich gewissenhafter als Tesla vor und vergleiche ihre Robotaxi mit Autos, die unter ähnlichen Bedingungen gesteuert würden.
Tesla will das überwachte autonome Fahren auch in Europa auf den Markt bringen. Inzwischen gibt es Sondergenehmigungen für die Niederlande und Litauen. Die Verkehrsbehörden anderer EU-Länder äußerten zuletzt jedoch Bedenken.
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