Autonomes Fahren: Tesla meldet fünf neue Robotaxi-Unfälle
Tesla hat im Januar 2026 fünf neue Unfallberichte bei der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eingereicht. Diese beziehen sich auf Vorfälle aus dem Dezember 2025 und Januar 2026 im Einsatzgebiet Austin, Texas. Damit steigt laut Electrek(öffnet im neuen Fenster) die Gesamtzahl der registrierten Unfälle seit dem Start des Dienstes im Juni 2025 auf 14 an. Die betroffenen Model-Y-Fahrzeuge operierten zum Zeitpunkt der Kollisionen mit aktiviertem autonomen Fahrsystem (ADS).
Die Details der neuen Vorfälle beschreiben überwiegend Kollisionen bei niedrigen Geschwindigkeiten. Ein Fahrzeug prallte mit rund 27 km/h gegen ein feststehendes Objekt, während es geradeaus fuhr. Zudem gab es Zusammenstöße mit einem Bus sowie mit einem schweren Lkw bei etwa 6 km/h. Zwei Kollisionen ereigneten sich beim Rückwärtssetzen gegen Pfosten oder Bäume.
Transparenz und Verletzungen
Besondere Aufmerksamkeit erregt die Korrektur eines Berichts (ID 13781-11375) vom Juli 2025. Während Tesla dort einen Unfall ursprünglich als reinen Sachschaden deklarierte, stufte das Unternehmen den Vorfall im Dezember 2025 auf eine Verletzung mit Krankenhausaufenthalt (Minor W/ Hospitalization) hoch. Damit räumt der Hersteller fünf Monate später ein, dass mindestens eine Person medizinisch behandelt werden musste.
Kritik gibt es zudem an der Geheimhaltung: Während Konkurrenten wie Waymo oder Zoox detaillierte Beschreibungen der Unfallhergänge liefern, schwärzt Tesla die entsprechenden Felder in der NHTSA-Datenbank unter Verweis auf "vertrauliche Geschäftsinformationen" fast vollständig(öffnet im neuen Fenster) .
Basierend auf Teslas geschätzter Laufleistung von etwa 800.000 Meilen ergibt sich eine Quote von einem Unfall alle 57.000 Meilen. Selbst bei Nutzung des für Tesla günstigen Vergleichswerts aus dem eigenen Sicherheitsbericht (229.000 Meilen pro Kollision) verunfallen die Robotaxis viermal häufiger(öffnet im neuen Fenster) als menschliche Fahrer.
Legt man die NHTSA-Statistik für polizeilich erfasste Unfälle (529.000 Meilen, basierend auf 6,14 Mio. Unfällen bei 3.247 Mrd. gefahrenen Meilen im Jahr 2023) zugrunde, ergibt sich rechnerisch sogar ein Faktor von etwa neun.
Dieser Vergleich ist jedoch mit Vorsicht zu interpretieren: Tesla ist gesetzlich verpflichtet, beim ADS-Betrieb auch kleinere Kollisionen zu melden, die menschliche Fahrer typischerweise nicht bei der Polizei anzeigen würden. Zudem operieren die Robotaxis ausschließlich im städtischen Umfeld von Austin, wo Unfallraten generell höher liegen als im nationalen Durchschnitt, der auch Autobahn- und Überlandfahrten einschließt. Ein direkter Sicherheitsvergleich ist daher methodisch eingeschränkt.
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