Autonomes Fahren: Tesla lässt selbstreinigende Kameras patentieren
Der US-Autohersteller Tesla will mit einem neuen Reinigungskonzept das Problem verschmutzter Kameras beheben. Das Unternehmen erhielt dazu am 26. Mai 2026 das US-Patent 12,636,684 B1(öffnet im neuen Fenster) (PDF) für eine Konstruktion, die aus einer Linseneinheit, einem Flüssigkeitsbehälter und zwei Wischern besteht. Das Konzept unterscheidet sich von Reinigungssystemen, die Tesla bereits bei seinen Robotaxis im texanischen Austin einsetzt.
Da Tesla im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern beim autonomen Fahren nur auf Kameras setzt, sind saubere Linsen für die Umgebungserkennung unverzichtbar. Beim Test eines Model 3 erhielten wir bei Regenwetter permanent Warnhinweise wegen blockierter oder geblendeter Kameras. Sollten die Fahrzeuge vollautonom unterwegs sein, stellen verschmutzte Kameras ein Sicherheitsrisiko dar.
Dem menschlichen Auge nachempfunden
Dem Patent zufolge, das auch einem in Berlin ansässigen Tesla-Ingenieur erteilt wurde, überwacht ein integrierter Controller zunächst die Sauberkeit der Linse. Stellt das System eine Verschmutzung fest, wird eine Reinigungsflüssigkeit aufgebracht. Anschließend wird die Linse durch ein oder zwei Wischvorgänge gereinigt. Der Wischer ist dabei ebenso wie das Lid des Auges der Form der Linse angepasst.
Einem Bericht von Electrek.co zufolge(öffnet im neuen Fenster) verfügen Teslas Robotaxis bereits über zusätzliche Reinigungsdüsen, um die Kameras von möglichem Schmutz zu befreien. Dazu soll bei den Kameras an den vorderen Kotflügeln das integrierte Blinklicht entfernt worden sein.
Wäre Nachrüstung möglich?
Für die Frontkameras, die sich hinter der Windschutzscheibe befinden, soll mit Version 14 der Autopilotsoftware (Full Self Driving/FSD) ein spezieller Reinigungsmodus eingeführt worden sein. Dabei wird offenbar mit mehreren Wischvorgängen und dem Sprühen der Scheibenwischerflüssigkeit der Bereich vor der Kamera gereinigt.
Sollte sich die Reinigungsfunktion als unverzichtbar für das vollautonome Fahren erweisen, hätten Besitzer von bereits produzierten Tesla-Modellen ein Problem. Denn eine solche Nachrüstung wäre sicherlich aufwendig, was schon für die Umstellung der Hardwareversion 3 auf die erforderliche Version 4 gilt. Zudem ist unklar, wie häufig der Behälter der Reinigungsflüssigkeit nachgefüllt werden müsste. Es wäre wohl kaum realisierbar, nachträglich entsprechende Leitungen wie bei Front- und Heckscheibe zu verlegen.
- Anzeige Hier geht es zu Autonomes Fahren und die Zukunft der Mobilität bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.