Autonomes Fahren: Tesla halbiert Abopreis für Full-Self-Driving
Tesla-Fahrer können in den USA über die App ihres Elektroautos die FSD-Option (Full-Self-Driving Capability) mieten. Dieses in Deutschland als Volles Potenzial für autonomes Fahren bezeichnete System wird seit Mitte 2021 nicht nur zum Kauf, sondern auch als Abo angeboten. Das Abo kostete bisher 199 US-Dollar monatlich – und nun senkt Tesla den Preis um mehr als die Hälfte auf 99 US-Dollar pro Monat.
Die Miete kann monatlich gekündigt und jederzeit wieder begonnen werden, etwa vor längeren Fahrten oder für den Urlaub.
Die Ankündigung erfolgte über einen Beitrag auf X(öffnet im neuen Fenster), in dem Tesla das Level-2-Fahrerassistenzsystem als FSD (Supervised) bezeichnete. Diese Namensänderung scheint die Tatsache zu betonen, dass der Fahrer aufmerksam bleiben und jederzeit bereit sein muss, die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen. Das Unternehmen wurde dafür kritisiert, dass es keine angemessene Überwachung des Fahrers und keine Sicherheitsvorkehrungen gegen ein übermäßiges Vertrauen in das System vorsieht.
Telsa bot bereits ein günstigeres Monatsabonnement für 99 US-Dollar für Besitzer an, die bereits das weniger leistungsfähige Autopilot-System hatten. Da der Autopilot nun jedoch bei allen neuen Tesla-Käufen zur Standardausstattung gehört, ist dieser Preisunterschied nicht mehr erforderlich.
Tesla hatte zudem damit begonnen, eine einmonatige kostenlose Testversion des Systems anzubieten.
Gemischte Resonanz und Sicherheitsbedenken
Trotz dieser Bemühungen wurde FSD von Tesla-Besitzern unterschiedlich bewertet. Während einige seine Fähigkeiten loben, beschreiben andere das System als unberechenbar und unzuverlässig. Tesla hat zahlreiche Software-Updates veröffentlicht, um die Leistung von FSD zu verbessern.
US-Bundesbehörden untersuchen derzeit 16 Unfälle, bei denen Tesla-Fahrzeuge mit Autopilot mit stehenden Einsatzfahrzeugen kollidiert sind, was zu 15 Verletzten und einem Todesopfer führte. Sowohl Autopilot als auch FSD waren in letzter Zeit Gegenstand von Rückrufen, da Tesla Software-Updates herausgegeben hat, die von Sicherheitsexperten als unzureichend erachtet wurden.
Finanzieller Druck und Zukunftspläne
Die jüngsten Preissenkungen könnten eine Folge der finanziellen Schwierigkeiten von Tesla sein, da die vierteljährlichen Fahrzeugauslieferungen des Unternehmens zum ersten Mal seit Jahren zurückgegangen sind. Dies setzt Tesla unter Druck, die Einnahmen durch seine Softwaredienste zu erhöhen, um den Rückgang der Fahrzeugverkäufe zu kompensieren.
Letzte Woche tauchten Berichte auf, dass Tesla die Arbeit an einem 25.000-Dollar-Elektrofahrzeug, das Gerüchten zufolge Model 2 heißen soll, eingestellt hat. Tesla-Chef Elon Musk dementierte zwar diese Berichte, kündigte aber an, dass das Unternehmen noch in diesem Jahr ein Robotaxi vorstellen werde, das wahrscheinlich mit FSD-Technik betrieben wird.
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