Autonomes Fahren: Tesla-Chefs lehnten Aufmerksamkeitsüberwachung ab
Wer war schuld: Fahrer oder Autopilot? Der tödliche Unfall eines Model-X-Fahrers im März hat erneut die Diskussion um die Verantwortung des Fahrers beim autonomen Fahren entfacht. Tesla gibt dem Fahrer die Schuld . Ein Sicherheitssystem, das einen unaufmerksamen Fahrer warnt, hat Tesla absichtlich nicht in seine Autos eingebaut – um die Fahrer nicht zu nerven.
Entwickler von Tesla hatten 2015 Systeme erwogen, die darauf achten sollten, ob der Fahrer aufmerksam ist. Sie wollten Sensoren installieren, die erfassen, wohin der Fahrer schaut, um sicherzustellen, dass er nicht die Landschaft betrachtet, sondern den Blick auf die Straße gerichtet hält. Sensoren im Lenkrad sollten erfassen, ob der Fahrer seine Hände am Steuer hat. Das berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Informanten mit Insider-Wissen.
Die Unternehmensleitung inklusive Elon Musk sei gegen ein solches System gewesen, sagten die Quellen. Als Gründe seien Kosten für zusätzliche Sensoren und ineffiziente Technik angeführt worden oder dass Fahrer weitere Warntöne als störend empfänden. Tesla-Chef Musk reagierte auf den Artikel im Wall Street Journal und erklärte per Twitter(öffnet im neuen Fenster), Grund für die Ablehnung sei die Wirkungslosigkeit eines solchen Systeme gewesen.

Tesla verlangt, dass der Fahrer bei eingeschaltetem Autopiloten weiterhin die volle Verantwortung über das Fahrzeug behält. Das System ist – anders als der Name suggeriert – lediglich dazu da, den Fahrer zu unterstützen. Nimmt der Fahrer die Hände vom Lenkrad, warnt das System. Es lässt sich aber austricksen, etwa indem der Fahrer mit den Knien das Lenkrad kurz bewegt.
Dass es für Fahrer sinnvoll ist, trotz Autopilot die Aufmerksamkeit dauerhaft auf die Straße zu richten, zeigte der erste tödliche Unfall mit dem Autopiloten im Jahr 2016. Das Fahrzeug hatte einen Lkw übersehen und war mit ihm zusammengestoßen.
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