Autonomes Fahren: Ralph Nader nennt Teslas Full Self Driving verantwortungslos

Ralph Nader fordert den Rückruf von Teslas Full-Self-Driving-System. Die US-Behörden sollten verhindern, dass Menschen getötet oder verletzt würden.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
Fahrer trickst Autopilot aus
Fahrer trickst Autopilot aus (Bild: Youtube/Ingineerix)

Der Verbraucherschützer und Politiker Ralph Nader hält Teslas Einsatz der sogenannten Full Self-Driving (FSD)-Technologie für "eine der gefährlichsten und verantwortungslosesten Maßnahmen eines Automobilherstellers seit Jahrzehnten". Welche Probleme er genau sehe, schrieb er in seiner kurzen Onlinestellungnahme nicht.

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Nader ist einer einflussreichsten Kritiker der Automobilindustrie und veröffentlichte 1965 das Buch Unsafe at Any Speed. Darin listete er zahlreiche Konstruktionsschwächen von Autos auf, was unter anderem dazu führte, dass eine Reihe von Gesetzen erlassen wurden, die unter anderem Stoßfänger in einer bestimmten Höhe vorschrieben.

Tesla-Chef Elon Musk kündigt seit Jahren an, dass autonome Fahrzeuge bald auf den Straßen unterwegs seien. Die Zeitpläne hielt Tesla bisher nie ein, doch das Unternehmen arbeitet weiter an der Technik. Eine Vorabversion des Full Self Driving kann gegen einen Aufpreis von 12.000 US-Dollar in aktuellen Teslas genutzt werden, um zumindest teilautonom unterwegs zu sein. Die Fahrer müssen aber stets wachsam und eingriffsbereit sein.

Nader bezeichnete den Einsatz von FSD-Systemen als verantwortungslos und erklärte, Tesla hätte diese Technologie niemals in seine Fahrzeuge einbauen dürfen.

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Er verlangte von der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA), die FSD-Technologie aus allen sich im Umlauf befindlichen Tesla-Fahrzeugen zurückzurufen: "Ich fordere die Bundesaufsichtsbehörden auf, sofort zu handeln, um die zunehmende Zahl von Toten und Verletzten zu verhindern, die durch die von Tesla verursachten Unfälle mit dieser Technologie verursacht werden", schrieb Nader.

"Gemeinsam müssen wir eine dringende Botschaft an die [...] Regulierungsbehörden senden, dass die Amerikaner keine Testpuppen für ein mächtiges, hochkarätiges Unternehmen und seinen prominenten CEO sein dürfen."

Musk sagte Mitte Juni 2022 in einem Interview mit dem Youtube-Kanal Tesla Owners Silicon Valley, Teslas hätten diverse Softwareprobleme, die er beheben wolle - etwa den Webbrowser im Fahrzeug, der derzeit zu langsam sei. "Aber der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung des autonomen Fahrens", sagte Musk. "Das ist entscheidend. Es ist wirklich der Unterschied, ob Tesla eine Menge Geld wert ist oder praktisch null."

Tesla droht Ärger von verschiedenen Seiten

Die kalifornische Verkehrsbehörde DMV (Department of Motor Vehicles) reichte unterdessen Klage gegen den Hersteller ein. Teslas seien keine autonomen Fahrzeuge, die Fahrerassistenzsysteme würden besser dargestellt als sie seien, lautete der Vorwurf. Es geht um Werbeaussagen auf der Tesla-Webseite. Diese sollen Kunden in die Irre geführt haben, weil die Autopilot- und Full-Self-Driving-Techniken als leistungsfähiger beschrieben würden, als sie tatsächlich seien, argumentiert das DMV.

Nach einer Reihe von Unfällen weitete die US-Verkehrsbehörde NHTSA ihre Untersuchung von Teslas Autopilot zudem aus. Das Fahrassistenzsystem soll die Autos in einigen Fällen in Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr gesteuert haben, die am Straßenrand parkten. Im Sprachgebrauch der NHTSA ist eine technische Analyse der Schritt vor einem möglichen Rückruf. Alternativ kann die Behörde ihre Untersuchung abschließen und entscheiden, dass kein Rückruf nötig sei.

Bei den Auffahrunfällen handelt es sich um Kollisionen mit Feuerwehr- und Polizeifahrzeugen mit eingeschaltetem Blaulicht. Ein Softwareupdate solle das Problem lösen, hieß es im vergangenen Jahr. Im Februar 2022 holte die NHTSA Erkundigungen wegen Phantombremsungen ein, welche die Teslas ohne erkennbaren Grund durchführten.

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