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Gewagter Vergleich: Die Konzeptstudie F 015 (links) und die neue E-Klasse
Gewagter Vergleich: Die Konzeptstudie F 015 (links) und die neue E-Klasse (Bild: Mercedes-Benz)

Autonomes Fahren: Mercedes stoppt Werbespot wegen überzogener Versprechen

Gewagter Vergleich: Die Konzeptstudie F 015 (links) und die neue E-Klasse
Gewagter Vergleich: Die Konzeptstudie F 015 (links) und die neue E-Klasse (Bild: Mercedes-Benz)

Die neue E-Klasse von Mercedes-Benz ist noch lange kein autonomes Auto. Ein Werbespot in den USA ging Verbraucherschützern daher viel zu weit.

Der Autohersteller Mercedes-Benz hat mit einem Werbespot für seine E-Klasse US-amerikanische Verbraucherschützer verärgert. In dem kurzen Film erweckte das Unternehmen den Eindruck, das im Frühjahr vorgestellte Modell verfüge über dieselben Fähigkeiten zum autonomen Fahren wie die futuristische Konzeptstudie F 015. "Die Anzeige führt wahrscheinlich zur Täuschung vernünftiger Verbraucher, indem die E-Klasse als selbstfahrend dargestellt wird, obwohl sie es nicht ist", heißt es in einem Beschwerdebrief von Consumer Reports an die US-Handelsbehörde FTC.

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Nach Ansicht der Verbraucherschützer könnte der Spot nicht nur zu einem Kauf des Fahrzeugs unter der Annahme falscher Eigenschaften führen. Der Darstellungen von Mercedes-Benz könnten die Käufer zudem in der falschen Sicherheit wiegen, dass das Fahrzeug autonom steuern könne.

Hinweis im Kleingedruckten nicht ausreichend

In dem Spot ist zunächst ein F 015 autonom auf einer nächtlichen Straße unterwegs. Der Sprecher fragt aus dem Hintergrund: "Ist die Welt wirklich bereit für ein selbstfahrendes Auto? Ein selbstständig denkendes Auto, dass Menschen innerhalb und außerhalb schützt? Bereit oder nicht, die Zukunft ist da." Dann überholt eine neues E-Klasse-Modell die Konzeptstudie und man sieht, wie der Fahrer die Hand vom Lenkrad nimmt. Nach Ansicht der Verbraucherschützer reicht es nicht, wenn in dem Spot kleingedruckt zu lesen ist: "Das Auto kann nicht selbstständig fahren, hat aber autonome Funktionen."

  • Das kleine Symbol links unten zeigt an, ob der Lenkpilot aktiviert ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Steuergerät für den Drive Pilot stammt vom schwedischen Zulieferer Autoliv und befindet sich normalerweise hinter dem linken Kotflügel. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Fernbereichsradar sitzt vorne hinter dem Mercedes-Stern und reicht bis zu 250 Meter weit. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das Multi-Mode-Radar im Heck reicht je nach Öffnungswinkel bis zu 80 Meter. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Golem.de testete die neue E-Klasse an zwei Tagen in Lissabon und Umgebung. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Das neue Command-System verfügt über sieben Menüpunkte. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Damit ist auch ein System-Backup möglich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Je nach Verkehrssituation wird der Fahrer zunächst optisch aufgefordert, wieder die Hand ans Lenkrad zu legen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Stereo-Kamera hat eine Reichweite von 500 Metern, davon 90 Meter 3D-fähig. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Zwei hochauflösende Bildschirme mit je 31,2 cm Diagonale sind auf Wunsch erhältlich. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Daimler wirbt für die E-Klasse, als wäre sie schon hochautomatisiert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die E-Klasse verfügt je nach Ausstattung über bis zu fünf Radare, sechs Ultraschallsensoren und eine Stereo-Kamera. (Bild: Daimler AG)
  • Bei der Vielzahl der Assistenzsystem kann man fast den Überblick verlieren. (Bild: Daimler AG)
  • Ein weiterer Assistent warnt den Fahrer vor Übermüdung. (Bild: Daimler AG)
  • Ein Park-Pilot ermöglicht das Einparken von außerhalb mit Hilfe einer App. (Bild: Daimler AG)
Das kleine Symbol links unten zeigt an, ob der Lenkpilot aktiviert ist. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Nach Angaben von Automotive News hat Mercedes die Anzeige inzwischen gestoppt. Das Unternehmen wolle eine "mögliche Verwirrung" bei den Käufern vermeiden, sagte Firmensprecherin Donna Boland. Die Sprecherin räumte zudem ein, dass nach dem Bekanntwerden eines tödlichen Unfalls mit einem Tesla Model S Anfang Juli eine Printanzeige modifiziert worden sei.

Fahrer muss Kontrolle übernehmen können

Die neue E-Klasse verfügt über einen optional erhältlichen Drive Pilot: ein aktiver Abstandsregeltempomat (Distronic) mit Lenkpilot, der auch über einen Spurwechselassistenten verfügt. Allerdings schaltet sich der Lenkpilot in bestimmten Situationen unvermutet ab, so dass der Fahrer gut beraten ist, ständig die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen zu können. Diese teilautomatisierte Funktion ist daher noch weit von hoch- oder vollautomatisierten Funktionen wie einem Autobahnpiloten entfernt. Zudem ist es rechtlich noch nicht erlaubt, sich während des Fahrens anderen Tätigkeiten zu widmen. Die Bundesregierung bereitet derzeit entsprechende Gesetzesänderungen vor.


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Anonymer Nutzer 01. Aug 2016

Ja leider, wie ich die Werbespots von "Fairy Ultra" und Konsorten hasse, wo bereits ein...

azeu 01. Aug 2016

wird doch bei uns auch.

Dwalinn 01. Aug 2016

erstmal rauf, runter geht es erst wenn eine größere Anzahl an Autos teil und ganz...

logged_in 31. Jul 2016

Da wurde im Spot wohl was übersehen. 'wenn in dem Spot kleingedruckt zu lesen ist: "Das...

azeu 31. Jul 2016

Hast Du seine Aussage bzgl. des Mercedes-Sports überhaupt gelesen?



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