Autonomes Fahren: Mercedes-Benz baut S-Klasse zu Robotaxis um

Der Autohersteller Mercedes-Benz hat mit seinem chinesischen Kooperationspartner Momenta ein Robotaxi-Angebot in Abu Dhabi gestartet. Betrieben werde die Flotte in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vom lokalen Partner Lumo, einer Tochterfirma des Technologieunternehmens K2. Die Robotaxi-Flotte basiere auf der neuen S-Klasse, teilte Mercedes-Benz am 9. Dezember 2025 mit(öffnet im neuen Fenster) .
Der Mitteilung zufolge beabsichtigen die Firmen nach der Testphase in Abu Dhabi "eine breitere Einführung an weiteren Standorten und in anderen Märkten" . Diese Initiative ergänze die weiteren Projekte von Mercedes-Benz zum autonomen Fahren nach der SAE-Stufe 4. Von diesen konzentrierten sich einige auf das Endkundensegment, während andere kommerzielle Anwendungen prüften.
Level 3 und Level 2++ schon fertig
Mercedes-Benz hatte 2017 zunächst eine Kooperation mit dem Zulieferer Bosch gestartet , um Robotaxis zu entwickeln. Damals hieß es, dass die ersten fahrerlosen Autos schon Anfang der 2020er Jahre im urbanen Umfeld unterwegs sein sollten. Die Kooperation wurde jedoch im August 2021 wieder beendet .
Inzwischen hat Mercedes eine Zulassung für ein Level-3-System auf Autobahnen erhalten und setzt auf das überwachte autonome Fahren in der Stadt (Level 2++). Auf der IAA 2025 in München sagte der inzwischen abgelöste Technikchef Markus Schäfer , dass Fahrzeuge mit Level 3 auch im urbanen Bereich schon vor 2030 auf den Markt kommen werden. Der Kundennutzen sei "immens, die Kunden lieben Fahrerassistenz" . Schäfers Nachfolger Jörg Burzer sagte zum Start des Testprojekts in Abu Dhabi: "Mit einem S‑Klasse-Robotaxi legen wir die Messlatte für automatisierte Mobilität höher."
S-Klasse nutzt Lidar
Während die aktuellen Plattformen bereits den Nvidia-Chip Drive Orin nutzen, prüft Mercedes darüber hinaus die Nutzung des Software-Stacks Nvidia Drive AV, "um die Entwicklung des autonomen Fahrens zu beschleunigen" . Mit dem chinesischen Unternehmen Momenta gibt es keine exklusive Partnerschaft. Sowohl Uber als auch BMW arbeiten mit Momenta zusammen.
Anders als Tesla setzt Mercedes weiterhin auf eine "Multisensor-Wahrnehmung beim vollautomatisierten Fahren" . So kämen in der S-Klasse Lidare, Radare und Kameras zum Einsatz. Das auf der IAA in München von Golem getestete überwachte System verzichtet hingegen auf einen Lidar. Stattdessen gibt es zwei zusätzliche Kameras an den vorderen Kotflügeln. Diese sind auch auf dem Foto der in Abu Dhabi genutzten S-Klasse zu sehen.