Autonomes Fahren: Lidar-Pionier Luminar meldet Insolvenz an

Luminar Technologies hat am Montag Insolvenzschutz nach Chapter 11 beantragt(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Florida, das Lidar-Sensoren für selbstfahrende Autos produziert, will nun seine Geschäftsbereiche verkaufen. Ein Käufer für die Halbleitersparte steht bereits fest: Quantum Computing zahlt 110 Millionen US-Dollar, wenn das Insolvenzgericht zustimmt.
Vom Börsenstar zum Sanierungsfall
Luminar ging über eine Fusion mit einer Mantelgesellschaft 2022 an die Börse und erreichte eine Bewertung von fast 3 Milliarden US-Dollar. Zu den Kunden zählten Volvo, Mercedes-Benz, Audi und Toyota. Selbst Tesla, dessen Chef Elon Musk Lidar-Technologie öffentlich kritisiert, arbeitete zeitweise mit Luminar zusammen.
Doch die große Zukunft der autonomen Fahrzeuge ließ auf sich warten. Die Entwicklung dauerte länger als prognostiziert, die Kosten stiegen. Luminar musste mehrfach Mitarbeiter entlassen, wie The Verge berichtete(öffnet im neuen Fenster) .
Machtkampf an der Spitze
Parallel zur finanziellen Schieflage eskalierte ein interner Konflikt. Der Gründer und ehemalige CEO Austin Russell wurde nach einer unternehmensinternen Ethikuntersuchung entlassen. Über seine neu gegründete Firma Russell AI Labs versuchte er, die Kontrolle über Luminar zurückzuerhalten, indem er Aktien aufkaufte. Der Versuch scheiterte, die rechtlichen Auseinandersetzungen belasten das Unternehmen bis heute.
Volvo springt ab
Die Krise hat konkrete Folgen für die Geschäftsbeziehungen. Volvo kündigte an, ab den Modellen des Jahrgangs 2026 keine Luminar-Lidar-Systeme mehr zu verwenden. Als Grund nannte der schwedische Autobauer Bedenken hinsichtlich der Hardware-Verfügbarkeit.
CEO Paul Ricci sagte, man werde den Betrieb während des Insolvenzverfahrens aufrechterhalten. Ob das gelingt, hängt davon ab, ob sich Käufer für die Technologie finden lassen, die die bestehenden Verträge übernehmen.



